wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about
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04.01.2018

2017 vs. 2018

Ganz im Ernst. 2017 begann deutlich spektakulärer. Inmitten von chilenischen Böllern in der Hauptstadt Santiago de Chile. Kurz davor noch mit 16 Kilo Gepäck am Rücken im Torres del Paine Nationalpark. 2018 begann mit Bleigießen, Conny Lee im Ohr und The Big Lebowski.


Adventurous Chile - 262

Vielleicht ist das Spektakuläre vorbei? Oder es kommt im Laufe des Jahres? Ein kleiner Blick auf meine Reisen 2017 lassen vermuten, dass ich nicht zur Ruhe kommen werde, mir weitere Reiseziele vorzunehmen. Vielleicht ein bisschen ruhiger. Vielleicht ein bisschen entspannter. Vielleicht nicht ganz so ausgelassen.

Zweitausendsiebzehn. Zwischen Selbstfindung, Reflexion und Aufbruch

#naturgemäsz reisen
Reisen in den Heimatort Großriedenthal, Wagram. © diekremserin on the go

Zweitausendachtzehn. Gelassenheit bringt neue Themen

1. Nachhaltiger Reisen und Leben

Nehme ich den Zug, den Bus, die Fahrgemeinschaft oder setze ich mich selbst ins Auto? Was ist mit einer Fahrradreise oder einem langen Wanderweg, der mich von A nach B bringt? Obwohl ich kein Auto besitze, bin ich in gewissen Lagen auf eines angewiesen. Fahre ich aufs Land, raus aus der Stadt, besteht kein gutes Verkehrsnetz, das mich flexibel dort abliefert wo ich hin will. Schon gar nicht Sonntags. Dennoch versuche ich den Mega-CO2-Bringer zu vermeiden.

Ein erstes Vorfühlen in diese Richtung im Jahr 2018 bringt mich nach Portugal, wo ich auf dem Camino Portugals knapp über 100km gehen werde. Slow down. Take it easy.

Ach, und das Flugzeug. Wie kann ich es umgehen? Schwer, denn schneller, unkomplizierter und günstiger komme ich kaum an Reiseziele. Vor allem an jene, die weiter weg liegen. Aber auch hierfür wird mir eine Alternative einfallen… oder?

2. Bio-Lebensmittel und wie sie entstehen Verstehen

Im Überfluss lebend überlege ich sehr genau, welche essbare Produkte ich kaufe und wie ich sie in meinem Speiseplan als Zutaten verwende. Backe ich mein Brot selbst? Oder kaufe ich es vom lokalen Bäcker, der seine Semmel auch in Bioqualität anbietet? Erst kürzlich stand ich selbst hinter dem Backbrett und habe Brotteig gefallen. Meditativ. Ich sollte das viel öfter machen. New Year’s Resolution oder Wirklichkeit?

Im Lesachtal in Kärnten konnte ich nachhaltigen Lebensstil und Slow Food genauer kennenlernen, zum Beispiel beim - eben - Brotbacken mit der Oma. Spannend wird zukünftig auf meinem Blog auch der Aspekt des Woher. Wer ist zuständig für das Sähen des Getreides, mit welchen Mitteln wird es behandelt und wie funktioniert die Verarbeitung? Dass ein Bauer oder eine Bäuerin viel zu erzählen hat, wird mir immer klarer. Niemand anders ist so mit der Natur verbunden, weiß um Fruchtfolgen und Samenstände und kann sein Wissen weitergeben.

Ach, und da möchte ich mir auch gleich noch Fleisch, Milch, Gemüse und alles weitere auf meiner Zutatenliste ansehen um ein gutes Essen zu kochen. Hierzu zählen auch, no na, gute Kochbücher mit Ideen aus aller Welt… Keine Sorge, Rezepte schreibe ich keine, denn, das würde zu weit führen.



Besonders inspirierend finde ich den Podcast With Relish, der vierzehntägig über Essen, Kochen, Trinken und die Entstehung von Genussmittel spricht.


3. Irland: Von Innen nach Außen, von links nach rechts, von Nord nach Süd

Die beiden angesprochenen Themen der lebensfüllenden Nachhaltigkeit und der lebenserhaltenden Mittel - Essen und Trinken - vereine ich im Jahr 2018 mit meiner großen Liebe Irland. Wenn mich die Iren wollen, dann bleibe ich ihnen. Endlich nehme ich mir Zeit, die Insel zu erkunden. Neben den bereits sehr intensiv entdeckten Gebieten, knöpfe ich mir den Norden - Nordirland und Donegal - den Westen - Sligho und Mayo - den Süden und natürlich auch die Mitte Irlands vor. Mal sehen wie weit ich komme…

Ireland - 10 years later: Kildare, Tipperary, Dublin, Killarney and Dun Laoghaire
Im County Kerry, Nationalpark von Killarney. © diekremserin on the go


4. Digitale Bildung, endlich wieder studieren!

Nein, das bedeutet nicht, dass ich Kurse über Social Media mache - ich könnte welche halten,… - sondern, dass ich mich im Hinblick auf meine jahrelange Erfahrung im Bildungsbereich im Museum mit dem Digitalen und seinen Tücken für Institutionen auseinandersetzen werde. Als Studentin. What up!?

Nun werde ich also wieder lernen müssen zu schreiben, zu lesen, genauer nachzudenken und: zu forschen. Am 15. Jänner geht’s los, danke an die University of Edinburgh für das geniale Programm. Wish me luck!


5. Die What Makes You Happy-Box Befüllen

Einmal in der Woche, sonntags, rückblickend auf die Woche zu schauen. Was hat mich glücklich gemacht? Woran denke ich gern zurück? Welches Gefühl möchte ich mitnehmen in die kommende Woche? Fragen wie diese zu beantworten, auf ein Zettelchen zu schreiben und 52 Mal zu sammeln. Ein Stück Glück für jede Woche. Darauf freue ich mich sehr und bringt mir schon jetzt ein wahnsinnig entspanntes Gefühl. Denn ich weiß: Jede Woche hat mindestens ein minimales Stück vom Glück. Und wenn ich mich an eine besondere Lichtstimmung erinnere, einen schönen Satz in einem Buch oder ein gutes Gespräch mit Freunden.

Zur Einstimmung hör doch den The Women's Podcast von The Irish Times.

South and East in Europe
Prost und Prosit, 2018... © diekremserin on the go

Happy 2018 to you, remember, I am Irish by Heart... 


05.11.2017

Hit the road, Jack!



Auch wenn Ray Charles hier abgeschrieben wird, für mich ist der Song des legendären Musikers die ultimative Roadtrip-Untermalung. Deshalb war der Track dabei, als ich mir meinen süßen Nissan von Argus Car Hire in Dublin geliehen habe und mich auf den Weg machte. Auf den Weg?

Ein irischer Roadtrip

Du hast in den letzten paar Monaten, sogar Jahren, schon so einiges an meiner Liebe zu Irland mitbekommen. Entweder befand ich mich auf diesen Reisen aber ausschließlich in der Hauptstadt Dublin oder in Obhut meiner lieben Freunde und Freundinnen. Diesmal, auf mich allein gestellt, im Auto. On the road.

Meine Route führte mich von Dublin County Kildare, wo ich in Kildare Town meine Au Pair Familie wieder traf, nach 10 Jahren - in einem Beitrag habe ich schon darüber berichtet. Von dort fuhr ich weiter, gen Südwesten, ins schöne Tipperary. In einer winzigen Ortschaft lebt Lynn Kirkham, Künstlerin, die ich im Studio besucht habe. Sie arbeitet an großen Objekten für öffentliche Plätze und strahlt eine unglaubliche Lebensfreude aus. In ihrem Garten hält sie Gemüse, zieht ihre eigenen Samen daraus und lebt mit ihren Pferden ganz versteckt. Momentan arbeitet sie an einem Buch - ich freue mich darauf es quer zu lesen, ihre spannende Reise durch Irland zu verfolgen und mit ihr zu sein. Nach einer innigen Umarmung und dem obligatorischen "Take it easy!", führte mich mein Weg nach Limerick. Dort, wo beim St. John's Castle viele geheimnisvolle Geschichten erzählt werden, klaubte ich meinen Cousin Peter auf, der sich in den vergangenen Jahren ebenso in Irland verliebte. Mit ihm und seinen Roadstories (begnadeter Hitch-Hiker) im Gepäck tuckerten wir etwa drei Stunden durch die schönsten Landschaften des irischen Westens. Obwohl, nicht ganz. Die kamen erst am Tag darauf. Nach Killarney.

Frühmorgens in den Straßen von Temple Bar, direkt in Dublin. Leere. © diekremserin on the go
Frühmorgens in den Straßen von Temple Bar, direkt in Dublin. Leere. © diekremserin on the go
Mein Auto,... © diekremserin on the go
Mein Auto,... © diekremserin on the go

Fußgänger dominieren die Stadt. Yeah! Zumindest um 8 Uhr morgens, am Samstag. © diekremserin on the go
Fußgänger dominieren die Stadt. Yeah! Zumindest um 8 Uhr morgens, am Samstag. © diekremserin on the go

Mein Au Pair Hündchen. © diekremserin on the go
Mein Au Pair Hündchen. © diekremserin on the go

Ein Highlight meines Trips war eindeutig das Russborough House & Parklands mit Ingrid, meinem Guide © diekremserin on the go
Ein Highlight meines Trips war eindeutig das Russborough House & Parklands mit Ingrid, meinem Guide © diekremserin on the go


Postkartengefühle? Ja, ein bisschen. Hier vor Muckross House im Killarney National Park © diekremserin on the go
Postkartengefühle? Ja, ein bisschen. Hier vor Muckross House im Killarney National Park © diekremserin on the go

Irland ist gut zu mir. Sonnenschein, herrliche Sonnenuntergänge. Mildes Wetter. Und einen bescheidenen Reisepartner © diekremserin on the go
Irland ist gut zu mir. Sonnenschein, herrliche Sonnenuntergänge. Mildes Wetter. Und einen bescheidenen Reisepartner © diekremserin on the go

Lady's Point. Am Ring of Kerry tummeln sich auch im Oktober noch die Touristen. In den warmen Monaten ist es dort nicht auszuhalten. Aber am besten gegen die Rundreiserichtung fahren. Und ausserhalb der Saison. Dann hast du die Ausblicke für dich. Allein. © diekremserin on the go
Lady's Point. Am Ring of Kerry tummeln sich auch im Oktober noch die Touristen. In den warmen Monaten ist es dort nicht auszuhalten. Aber am besten gegen die Rundreiserichtung fahren. Und ausserhalb der Saison. Dann hast du die Ausblicke für dich. Allein. © diekremserin on the go

Ein Treffen der Reisewütigen, Unaufhaltbaren, Wanderern, Foodies und Schreiberlingen

Eine Konferenz für jene, die schreiben, reisen und recherchieren und lieben was sie tun, ist die #TBex Ireland. Dort fand ich viele Inspirationen um mich neu zu orientieren, meinen Blog breiter zu denken, anders zu schreiben und von den besten der besten zu lernen. Danke für die vielen Gedankenreisen, die ich hier unternommen habe. Ich nenne die TBex Quell des Ursprungs meines neuen Blogging-Ziels. 

More to come... 

Welcome to Ireland. Killarney lässt grüßen. © diekremserin on the go
Welcome to Ireland. Killarney lässt grüßen. © diekremserin on the go

Hoi. Ich bims... © diekremserin on the go
Hoi. Ich bims... © diekremserin on the go
Von der Konferenz gefüllt mit Inhalten, Ideen und Kontakten, setzte ich mich wieder ins Auto, zurück nach Dublin. Meine Woche war um. Der Flieger startet pünktlich. Davor noch eine Nacht im wunderbaren Royal Marine Hotel in Dun Laoghaire, wo ich mir durchaus vorstellen könnte etwas länger zu residieren.

Aber, nun wieder: Hit the road, Jack... 


Herrschaftliches Schlafen. Mit Sonnenaufgang vom Feinsten © diekremserin on the go
Herrschaftliches Schlafen. Mit Sonnenaufgang vom Feinsten © diekremserin on the go


Good night, and good luck © diekremserin on the go
Good night, and good luck © diekremserin on the go

Blogs, die ich dir empfehle: 

  • Viajar pela Europa: Gisele Almeida, eine herrlich erfrischende Brasilianerin, die in Stockholm lebt und arbeitet, schreibt über ihre europäischen Entdeckungen. Ehrliche Empfehlung. Auch zum Schmunzeln auf YouTube. 
  • Small Town Washington: Lara Dunning ist Foodie. Liebt also alles was mit Essen, Trinken und der Zubereitung dessen zu tun hat. 
  • Ann Cavitt Fisher: Writer, Traveler, Cancer Survivor. Eine starke, inspirierende Frau, die ich sofort ins Herz schließen wollte. Ihre Fotos und ihre Geschichten sind fantastisch. 
  • The Curious Explorers: Daniels and Claire sind mir durch ihre Begeisterung zum Marathon Laufen und dem Schreiben im Gedächtnis geblieben. Wahre Entdecker! 

Thanks Ireland, once again. I'll see you. © diekremserin on the go
Thanks Ireland, once again. I'll see you. © diekremserin on the go



22.10.2017

5 Dinge, die du nicht beachten musst, wenn du nach Süd-Osteuropa fährst

Ständig, über Monate hinweg, wurde ich mit der Frage konfrontiert, wieso ich Interesse an einem Urlaub - dem zweiwöchigen Sommerurlaub - in den Ländern des Südens Europas habe. Sprich, Ex-Jugoslawien, die Länder, die vor etwa 30 Jahren von Kriegsschrecken geprägt, zu neuen Republiken heranwuchsen und sich emanzipierten. Und es immer noch tun. Folge Oisin Hoy, einem irischen Instagrammer, der sich seit (gefühlten) Monaten auf Reisen dort aufhält oder Frage Jan Pöltner von 1000 Things To Do in Vienna/Austria, der seinen Sommerurlaub ebenso auf einem Roadtrip durch die südlichen Länder wagte.


Was du nicht beachten musst, wenn du die Reise nach Süd-Osteuropa antrittst

1. Dein Auto bewachen

Einen Satz, den ich auch nicht mehr hören konnte und der sich auf der Reise als Klischee herausstelle: Passt auf euer Auto auf! Egal, ob in Albanien, Serbien, Montenegro oder Bosnien und Herzegovina, das Auto war safe. Es war nicht Objekt der Begierde und nicht zum vermeintlichen Diebstahl freigegeben, weil eine österreichische Nummernplakette angebracht war. Um ehrlich zu sein, gerade in Montenegro, wo in Kotor am Meer die Parkplatzsituation sehr schwierig war, der Skoda Yeti auf einem nicht ausgewiesenen Parkplatz stand, waren viel heißere (und vor allem teurere, somit begehrenswertere) Schlitten unterwegs. Das Auto als Prestigeobjekt, ja, aber nicht von anderen. Klug ist es dennoch in eine gute Versicherung zu investieren, denn vor allem in Städten kommt es leicht zu kleineren Touchierungen mit anderen Fahrzeugen. In Albanien, wo wir in Shkodra übernachteten, sind viele Mopeds, Radfahrer und Fußgänger auf stark befahrenen Straßen unterwegs. Hier sind Vorsicht und vor allem ein waches Auge angebracht!

Die grüne Versicherungskarte ist in jedem Fall zu besorgen, denn sie ist auch an den Grenzen vorzuweisen. Ein internationaler Führerschein ist nicht notwendig.

2. Angst vor öffentlichen Verkehrsmittel haben

Außerdem muss es nicht immer das Auto sein. Auf der Reise begegnete ich Australiern, US-Amerikanern und Spaniern, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln von einem Land ins nächste fuhren. Natürlich ist mehr Zeit einzuplanen, da gerade das sehr gut ausgebaute Bussystem dennoch Lücken hat. Wartezeiten auf Busbahnhöfen oder Staus sind keine Seltenheit. Mit etwas mehr Zeit und weniger geplanten Zielen steht einer Reise mit Bus und Zug nichts im Wege. Die sehr auskunftsfreudigen BewohnerInnen geben auch sehr genau Bescheid, wann welches Verkehrsmittel wo wegfährt. Auch zwischen Reisenden werden Geheimtipps gerne abends im Hostel ausgetauscht. Im schlimmsten Fall übrigens, wenn weder Bus noch Bahn existieren, wirst du von deinem Gastgeber von Ort A nach B gebracht. Auch drei Stunden lang.

3. Stress machen beim Buchen von Hotels/Hostels oder ähnlichem 

Vorab-Buchen erzeugt zusätzlich Stress. Eine zu geplante Reise durch den Balkan führt eher zum eiligen Durchfahren der einzelnen Länder, die alle eine spannende Geschichte und diverse Kulturen sowie damit zusammenhängend Religionen mit sich bringen.

South and East in Europe
Frische Zutaten und mit Liebe gekocht © diekremserin on the go


Zum Beispiel auf der Wanderung zwischen Valbona und Theth in Albanien, hätte ich gerne noch ein bis zwei Tage angehängt. Wieso? Es gibt so viele herrliche Wanderrouten, die im Tal von Valbona möglich sind. Dass die Tageswanderung dennoch eine große Errungenschaft ist, siehst du auch im Video der Nomadasaurus. Mehr Zeit, um besser anzukommen und vor allem das herrliche Essen bei Arben, unserem Host, auszukosten. Alles kommt aus dem eigenen Garten, das Brot wird frisch gebacken und am Bach neben dem Haus kannst du dich im Sommer wunderbar abkühlen. Auch im kleinen Dorf Theth selbst ist ein längerer Aufenthalt empfehlenswert. Einerseits um die Wanderung, die zwischen sechs und acht Stunden dauern kann zu verarbeiten und andererseits um auch hier die Wanderrouten auszuforschen.

South and East in Europe
Ausblicke im Nebel © diekremserin on the go 


South and East in Europe
Hier wird draussen gekocht bei Arbens Familie © diekremserin on the go

4. Kultur aktiv zu suchen, denn...

...sie kommt einfach zu dir. So wie in Shkodrä, Albanien, wo wir am Internationalen Tag der Fotografie ankamen, Lucien den Kurator des Marubi Museums kennenlernten und über digitale Kunst und Medienkunst sprachen, über Fotografie und die Möglichkeit seines Museums internationaler Player zu sein. Was für ein Ort! 

South and East in Europe
Marubi Museum am Internationalen Tag der Fotografie © diekremserin on the go

5. Vorab über Geschichte Bescheid wissen 

Geschichte überkommt dich ganz einfach, wenn du zum Beispiel nach Sarajevo kommst. Die Kriegswehen sind spürbar, fast greifbar. Du stehst an der Trennlinie zwischen Osten und Westen, die durch eine tatsächliche Grenze mitten in der Stadt zu besuchen ist. Dort, wo sich habsburgisch-anmutende Architektur von islamisch-geprägter Bauweise trennt, blüht das Leben. Ich stolpere von einer Geschichte in die nächste, treffe Menschen, die mir ihre Sichtweise erzählen und ich mache mir selbst ein Bild von den vielen Perspektiven. Danke an Adnan und Ajla, die mich in Sarajevo durch ihre Heimatstadt begleiten. 

Ich war anfangs etwas eingeschüchtert, sehe aber nach und nach wie sich Diversität in den zusammenkommenden Kulturen erhalten hat, auch wenn es nach dem Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 schwieriger wurde und auch hier ein starker Nationalgedanke vorherrscht. Sichtbar gemacht wurde die Geschichte der im Kreuzfeuer stehenden Stadt durch die Rosen von Sarajevo, die an Straßen und Gebäuden angebracht sind, um von den Einschlägen der Granaten zu erzählen.

South and East in Europe
Rosen von Sarajevo erzählen Geschichte beläufig © diekremserin on the go


Im Tee- und Kaffeehaus Čajdžinica Džirlo hingegen lerne ich über den Gastgeber Husein Kaffeezubereitungsarten kennen, von deren Existenz ich nicht wusste. Den Osmanischen Kaffee zeichnet eine intensive Süße aus, die von Zucker und Gewürzen kommt. Eher puddinghaft aufbereitet, schmeckt das Getränk wie eine herrliche Nachspeise. Trotz Lonely Planet Erwähnung ein absolutes Juwel, denn Husein nimmt sich Zeit über seine Stadt zu berichten, teilt Bücher und Magazine aus, spricht etwas Deutsch und kümmert sich um den perfekten Aufguss. Des Tees natürlich. 

South and East in Europe
In Ruhe genießen. © diekremserin on the go

Tipps für GeschichtsliebhaberInnen 

  • Galerija 11/07/95: Ausstellung als Mahnmal und zur Erinnerung an die Besetzung Sarajevos sowie den Genozid an 8.000 Bosniaken in Srebrenica
  • Tunnel Museum Sarajevo: Etwas außerhalb der Stadt nahe zum Flughafen befindet sich der Eingang zum Tunnel, der während der Besetzung Sarajevos als einziges (und stark umkämpftes) Schlupfloch für Nahrungsmittel und Flucht diente. 

Sarajevo, Theth, Shkodra: Orte, an denen ich gedanklich durchatmen und Geschichte inhalieren konnte. Orte, die mich nachhaltig begeistern und die ich auf jeden Fall noch ein zweites Mal besuchen möchte. Ohne Pläne, ohne Angst und ohne Bedenken. Denn die Reise nach Süd-Osteuropa ist leichter als gedacht. 

Safe trip! 


South and East in Europe

Aussicht von einem Hügel in Sarajevo © diekremserin on the go


03.09.2017

Irland: Eine Entscheidung auf Lebenszeit

Back in time and fast forward


Liffey by Night

Vor genau 10 Jahren habe ich mich entschlossen nach Irland zu ziehen. Für ein paar Monate, für eine kleine Auszeit, zum Erwachsen Werden. Ich dachte dabei an einen Tapetenwechsel, an Spracherwerb und vielleicht noch daran, neue Menschen kennenzulernen. Ich dachte nicht, dass ich mich verlieben werde und mich dieses Land, sogar schon über ein Jahrzehnt, begleiten wird. In einigen vorangegangenen Beiträgen ist dir schon klar geworden, dass Irland meine große Liebe ist... zum Beispiel in Die irische Seele oder in der Fotoreise: Mein irisches Zuhause. Aber Irland hat mich geprägt mit seinen prächtigen grünen Wiesen, seinen kargen Felsen, an denen die See zerschellt, die rauen, regnerischen Winter und vor allem durch seine herzlichen Menschen, die jeden Regentag zum Sonnentag umwandelten.




Start ohne Ende.

Aus meinen Notizen, die ich fast akribisch genau in mein Reisetagebuch schrieb, entnehme ich ein paar Sequenzen, die anzeigen, dass es nicht einfach war für mich, mein geregeltes Leben zurück zu lassen, aber dass ich fast täglich lernte.

Untitled

The very new world. I'm quite exhausted, my plane was late and everything in me is hurting. I think and I hope I will sleep long to be ready for the kids tomorrow. My host parents are great, they have got an awesome sense of humor - 8. September 2007

I feel alone, desperately without anyone else around. Die ganze Woche ist so gut gelaufen und heute verliere ich die Nerven. Mir fehlen Freunde. Mir fehlt es zu reden, stundenlang irgendwas zu machen und zu lachen. Habe ich hier jemals richtig gelacht? I want a friend so badly, loneliness makes me sad and unhappy - 17. September 2007 

Time is passing so quickly I have really fallen in love with the family. The kids are gorgeous, the parents absolutely lovely and I really enjoy almost every second of my time here - 14. Oktober 2007

Mein Leben hat sich den Gegebenheiten angepasst. Die Zeit, in der ich mich in meiner Haut unwohl fühlte, verging sehr schnell. Mit Freunden, die ich über die damalige Internetseite myspace kennenlernte und real traf. Mit anderen Au Pairs, aus aller Welt, mit denen ich Freundschaften schloss und bis heute in Kontakt bin. Entdeckungsreisen am Wochenende, nach Galway, Inismor oder Cork, lehrten mich über das Land, das mich immer weiter an sich band.

I left earlier yesterday to meet up with my friends. It was my last time with them.. Aoife was there too, I really appreciated her to be there because she was the first person I have talked to. I want to come back so soon - 13. Februar 2008


Dass ich in den kommenden Jahren etwa zehn Mal den Weg zurück in meine zweite Heimat antreten werde, war mir damals noch nicht klar. Den 21. Geburtstag meines Vertrauten, meinen eigenen 21. Geburtstag und viele andere Geburtstage feierte ich dort. Ich verbrachte Sommerurlaube, Silvesterabende und viele Stunden in Pubs, in Wohnungen von Freunden oder auf Konzerten. Ich war und bin immer willkommen.

So I went to Electric Picnic for the whole weekend. What up! 2.-4. September 2011 
Ein Beitrag geteilt von Sarah Slattery (@sarah_slat) am


Ich weiß nicht, ob du auch so eine Verbindung mit einem Land, einer Gegend und ihren Menschen verspürt hast und dieses innere Gefühl nicht los wirst: irgendwann werde ich dort leben (müssen). Selbst auf einem Festival, das mehr verregnet, kälter und ungemütlicher war, als alles was ich bisher erleben durfte (trotz gesalzenen Eintrittspreisen und einer wahnsinnig genialen Performance von Arcade Fire), fühlte ich mich zuhause, wohl und vor allem gut aufgehoben. Immer passt jemand auf mich auf. Immer steht mir jemand zur Seite. Niemals bin ich allein. Selbst in den Stunden nicht, in denen ich mich allein fühlte.

Eire, tá grá agam dhuit.

(Sorry, falls ich "Ich liebe dich" noch immer nicht richtig schreiben kann in Gälisch)

Ein Beitrag geteilt von Dublin, my darling (@dublinmydarling) am

15.06.2017

TOP Wein- und Gartentour Volume One

Vom Wein ins grüne Gartenparadies

Den optimalen Ausflug aus Wien z.B. plane ich am liebsten mit den TOP Ausflugszielen, wo ich versuche Unterkunft, Wein, Erlebnis und Natur miteinander zu verbinden. Dass hierbei kurze Fahrzeiten im Vordergrund stehen, ist klar. Sogar mit dem Rad könntest du die Tour Weinerlebniswelt Loisium in Langenlois und die Kittenberger Erlebnisgärten in Schiltern verbinden. 


Alles für die Familie in der Loisium Weinerlebniswelt: Von Familien wird die Kellerwelt geliebt. Mit einer Führung startet die Reise der Weinperle durch den Keller bis in die Flasche. Was da alles passiert! Am 24. und 25. Juni kannst du dieses Spektakel beim großen Sommer-Familienfest erleben.

Groß und Klein sind ganz begeistert von dem Erlebnis rund um den Wein... 

Alles für Pärchen: Von Pärchen ist das Package mit Übernachtung im Loisium Spa sicher ein Highlight - ich selbst habe den Wellnessbereich und den schieren Überfluss an Frühstücksangebot schon genossen. Die Weinverkostung von Kamptaler und Kremstaler Tropfen ist da das spektakuläre Tüpfelchen auf dem i, am besten draußen auf der Terrasse zu genießen.

Alles für Networker: Ein Fixpunkt im Jahr ist die After-Work-Veranstaltung mit Heurigenjause (neuinterpretiert) und schönem Rahmenprogramm. Hier kann vernetzt und gefeiert werden: die Loisium Lounge bietet einen wirklich guten Rahmen dafür. Triff doch deinen nächsten Lieblingswinzer und kommt ins Gespräch...

Alles für Freundinnen: Oder aber du kommst mit deinen Freundinnen und lässt es dir gut gehen - auch schon probiert -, unternimmst eine kleine Wanderung auf die Weinhügel rundum und genießt danach ein Achtel Grüner Veltliner bevor du in der gut sortierten Vinothek auch noch einkaufst...

Auch architektonisch hat das Loisium einiges zu bieten...  Designed von Stephen Holl im Jahr 2003 © Keith Erwing
Retreat: Wein und Unterkunft
Repeat: Gute Gesellschaft mit Erlebnis.

Überzeugt? In der Loisium Weinwelt ist für jeden was drin. 



Der nächste Stop, nach einem ausgiebigen Frühstück im Loisium, ist Schiltern, wo neben der Arche Noah auch noch andere schöne Dinge zu entdecken sind, wie zum Beispiel die Kittenberger Erlebnisgärten. Jede Jahreszeit bietet ihre Eigenheiten und was mich so fasziniert ist, dass der Wechsel von Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter hier so anschaulich verfolgt werden kann. Mit Charme und Witz, mit Humor und mit viel Bedacht arbeiten die Gärtnerinnen und Gärtner an Programm für Groß und Klein. Geschichten und viele Details verraten, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sehr viel konzipieren, dem Gras wortwörtlich beim Wachsen zusehen um wieder neue Erlebnisse zu erfinden und einzupflanzen. 

Der Sommer bringt ganz herrliche Farben - wie jede andere Jahreszeit ihre eigenen Farbtöne mit sich bringt: 

  • Rosa und lila Rosen- und Lavendelmeer 
  • Blau-grüne Schwimmteiche, Naturpools und Minibiotope
  • Familienrutsche am Abenteuerplatz 
  • Alpakas und Ponys im Bauerngarten
Wenn das Frühstück im Loisium nicht gereicht hat, kannst du auch hier noch Nachschub holen! 

Zum erfolgreichen Abschluss des Gartentages solltest du im Kofferraum noch etwas Platz gelassen haben: Balkonpflanzen, Naschgarten, Gartendekor, neue Pflanzen für den Vorgarten: alles gibt's hier zu kaufen und sofort mitzunehmen. Vor allem hast du Spezialisten und Expertinnen vor Ort, die dir auch zur richtigen Bearbeitung Tips mitgeben. 
Fein schmausen im Wintergarten. Oder für ein Päuschen zur Ruhe kommen... © diekremserin on the go

Auf, auf, das Beet ruft! 

10.05.2017

Naschen und Staunen: #SlowFood bei Retter in Pöllau



Zum sechsten Mal die Produzenten hochleben lassen. Am Slow-Food-Bio-Fest im Hotel Retter, das als Seminardestination schon sehr bekannt ist, lerne ich also gemeinsam mit Kollegin Creativelena kennen, was Uli Retter und ihrem Team am Herzen liegt: Bewusster Geschmack, umweltfreundliche Lösungen und biologisch-produzierenten Lieferanten. Gemeinsam finden wir also heraus, wieso gerade das Hotel Retter mit dem #umweltzeichen so vertraut ist...

Für eineinhalb Tage nach Pöllau in der Steiermark zu reisen, zahlt sich aus. Das große, vorwiegend aus Holz gebaute Vier Sterne Hotel ist in Hanglage auf mehreren Ebenen gebaut. Schon beim Ankommen im Foyer - wo es herrlich nach ätherischen Ölen und nach Hirschbirnsaft riecht, der als Aperitif angeboten wird - erklärt Sonja an der Rezeption an welchen Liftfarben (es gibt fünf Aufzüge, die an Farben erkennbar sind) und Nummern wir uns orientieren sollen. Überforderung! Doch letztendlich wird alles gleich sehr überschaubar. Für unseren Aufenthalt im Hotel Retter zum 6. Slow Food Bio Fest an dem diesmal knapp 750 Menschen erwartet werden (Hotelgäste wie auswärtige Einheimische), quartieren wir uns ganz am Ostende des Hotels ins Turmzimmer ein. Großzügig und geschmackvoll gestaltet, bietet das Zimmer Rückzug. Die Badewanne mitten im Raum, die sich als Licht- und Musikspektakel entpuppt, und der Balkon zum Garten der Sinne hin, sind meine Lieblingsplätze. Aufgeweckt werde ich von der Sonne direkt, die zu dieser Jahreszeit frühmorgens durch die flächigen Fenster blitzt.

Die Retter-Gummiente hilft beim Baden © diekremserin on the go
Die Retter-Gummiente hilft beim Baden © diekremserin on the go

Abseits des großen Festes, das wie ein Markt des Genusses im ganzen Hotel verteilt aufgebaut ist, spricht mich vor allem der Freundinnen-Urlaub an. Einerseits steht Entspannung auf dem Programm. Im großzügigen Spabereich mit Außenpool, Whirlpool, verschiedenen Saunen und einem Dampfbad, lässt es sich wunderbar relaxen. Neben viel Lesevergnügen werden Sonnentor-Tees und andere Köstlichkeiten zum Runterkommen zur Verfügung gestellt. Die Gesichtsmassage bei Doris ist ein Traum - ich befinde mich im sogenannten Halbschlaf.

Kräuterwanderung mit Stefan Käfer © diekremserin on the go

Die Chefs sind mitten drin! 

In der Vorbereitung zum Slow Food Bio Fest entsteht keinerlei Hektik. Die Programme - von der Kräuterwanderung mit Stefan am Rauschenbachweg über Gymnastikeinheiten mit Doris oder Morgenyoga mit Christa - finden alle statt. Nach und nach bemerke ich als Hausgast, dass hier ein Stehtisch aufgestellt wird und dort ein Aussteller eintrudelt. Ulrike Retter ist ganz in ihrem Element, als sich ca. 50 Gäste am Vorabend des Festes im Weinkeller einfinden. 



Ganz in ihrem Element: Das Beschreiben der Weine führt bis hin zur korrekten Hühner- und Schweinehaltung und der Definition von Bio für ihr Haus © diekremserin on the go

Die Gäste stehen ganz im Zentrum, für die Chefin und für alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das bemerke ich auch im Umgang mit anderen Hotelgästen. Hier herrscht automatisch ein reger Austausch, man kommt leicht ins Gespräch und winkt sich nach einer erfolgreich absolvierten Wanderung auch noch einen Tag später zu. Es fühlt sich alles sehr vertraut an.




Am Pöllauberg kommt die Sonne so richtig durch und nach einer angenehmen, kurzen Laufrunde (die super steil bergauf geht) erreiche ich endlich die Spitze und es geht nur mehr bergab... © diekremserin on the go

Produzenten hautnah! 

Beim Slow Food Bio Fest finden sich also die Produzenten ein, denen Ulrike Retter vertraut, die sie besucht, die sie persönlich mag und kennt, deren Produkte ihren Anforderungen entsprechen. Ich bin schwer begeistert, dass so viele Bio-Winzer aus ganz Österreich anwesend sind, zum Beispiel Herbert Zillinger aus dem Weinviertel oder das Weingut Iby aus Horitschon. 

Aber auch Gerti, die fast täglich Brot für die Hotelgäste bäckt, ist mit ihrem mobilen Ofen vor Ort und präsentiert ihre neuesten Kreationen: Brennnesselweckerl! Ich liebe Brennnesseln! 

Gerti am Erklären: Brot backen ist keine Leichtigkeit! Da gehört viel Muße und Lernfähigkeit dazu... © diekremserin on the go 
Die Jungs in der Küche leisten Großes und verköstigen die Hungrigen unglaublich entspannt. Kein Anstellen, kein Warten. Alles unter Kontrolle © diekremserin on the go



Verkostung der Äpfel: Eher süß oder eher sauer? © diekremserin on the go
Ein Gast ist Käse-Sommelière und weicht dem Käselieferanten Krogger nicht von der Seite. Denn hier kann sie noch ganz viel lernen und tischt Elena und mir die perfekten Häppchen auf. © diekremserin on the go

Das Gebäck zum Gulasch von glücklichen Kühen vom Biohof Grombauer. © diekremserin on the go 


Nicht zum Nachtisch, aber einfach mittendrin koste ich auch noch ein Stück selbstgebackenes Brot mit Steirererdn von Liebe isst. © diekremserin on the go

Infos zu allen weiteren Lieferanten und Produzenten gibt es hier. Biologische Produkte stehen eindeutig im Vordergrund und Ulrike Retter kommt ihrem Ideal nahe, dass Bio nicht mehr hinterfragt wird. Hier steht Qualität im Fokus!

Auch beim Kunsthandwerk, das beim Fest nicht fehlen darf, gesellt sich altes Handwerk, wie Spinnen oder Klöppeln unter die Gäste.





Auf ein Wiedersehen in Pöllau! 

Dieser Betrag entstand auf Einladung des Umweltzeichen. 

18.03.2017

Vom Zauber der Literatur


Wie jedes Jahr seit bereits 19 Jahren lädt das Unabhängige Literaturhaus Niederösterreich (ULNÖ) zu drei Tagen Literatur, Philosophie, Wein und Genuss ein. Dieses Zusammenspiel nennt sich Kulturenfestival, bei dem diverse Spielorte in und um Krems mit literarischen Größen aus dem In- und Ausland lesen, reden und rezitieren.

Von 6. bis 9. April 2017 sind also in Stift Göttweig, im Salzstadl Krems und direkt im ULNÖ junge wie renommierte AutorInnen zu Gast, die sich im Zusammenspiel mit regionalen WinzerInnen einem literaturinteressierten Publikum präsentieren. 



Zwischen Physik, Mathematik und Literatur mit einer Prise Philosophie bewegen sich Rudolf Taschner und John Wray bei ihrer Lesung und dem Gespräch, moderiert von Klaus Zeyringer, am Samstag, 8. April ab 10.30 Uhr. "Vom Zauber der Welt, der Zeit & anderen Wunderlichkeiten" nennen sie ihr Programm, in der es um ein komplexes Weltbild geht - ist es komplex geworden oder hat es durch Beschleunigung und ständige Erreichbarkeit an Undurchsichtigkeit gewonnen ? - und das Spannungsfeld zwischen Entschleunigung und absoluter Flexibilität besprochen.

Tickets gibt es hier! 

Man reiche den (Spritz-)Wein! 

Die Weinbegleitung folgt erst abends, wenn wieder John Wray, aber auch Jonas Lüscher, Sabine Gruber, Michael Krüger, Reinhard P. Gruber und die Tsatsiki Connection zu Wort und Ton kommen. Im schönen Ambiente des Brunnensaals des Stift Göttweig können neben den Lesungen Weine der folgenden Winzer genossen werden. Welche Sorten ich empfehle? Nicht ganz einfach ... Grüne Veltliner reihen sich aneinander, unbedingt überall ein Schlückchen nehmen - aber nur so viel, dass auch noch die Lesung zu genießen ist.

Weingut Fred Loimer 
Weingut Hirsch
Wein & Wohnen Kroneder
Weingut Bruno Kirschbaum
Weingut Johann Topf
Weingut Schloss Gobelsburg

Die Weintradition im Kamp- und Kremstal hat sich in den vergangenen Jahrzehnten professionalisiert und auf einen sehr modernen Stand gebracht. Die WinzerInnen geben Acht auch die richtige Lage, das Terroir, für die richtige Rebe, sodass - richtige Erde, richtige Pflanze - große Weine wachsen. Einfluss darauf haben aber Naturereignisse, wie Frost im Frühjahr, zu feuchte oder zu trockene Jahre, Schädlinge, Naturkatastrophen, wie Hagel, und natürlich dann die jeweilige Linie des Winzers und der Winzerin in der Kellerarbeit. Die Liste aller teilnehmenden WinzerInnen ist online abrufbar.

"Kann man denn außerhalb der Zeit schlafen, atmen, denken? Mit anderen Worten: überhaupt leben?" 

Aus: John Wray, Das Geheimnis der verlorenen Zeit, Rowohlt 2016.

Ich bin gespannt auf die Kombination von Lesegenuss und Gaumenfreude. Entstehen neue Geschichten, behalte ich Geschichten besonders oder gar anders im Kopf, lasse ich mich eher auf Lesungen ein? Mit all diesen Fragen gehe ich auf dieses Festival zu.

Ganztägiges Nachdenken 

Oh und noch dazu ist das Stift Göttweig einen längeren Aufenthalt wert: als #TopAusflug2017 besuche ich nicht nur die Stiftskirche sondern auch den barocken Stiftskomplex mit wunderbarem Garten. Er wird Teil meiner Klösterreise von Stift Altenburg bis Stift Melk werden. Aufregend...

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07.12.2016

Weihnachten ist, um Himmels Willen: Salzburg!


#VisitSalzburg #XmasInSalzburg

Die Überschrift ist eine Aufforderung. Eva und Matthias von Fräulein Flora haben mich eingeladen gemeinsam mit Salzburger Land in die schöne Mozartstadt zu fahren. In der Adventszeit türmen sich in Salzburg zwar die Menschen, aber trotzdem ist es besonders herrlich dekoriert. Beleuchtete Kirchen hier, Strohsterne da, helle engelsgleiche Stimmen und Glühwein. Weihnachten kann beginnen. Deshalb geht's nach einer verspäteten Ankunft (aufgrund von anderen Verpflichtungen) erstmal ins Hotel Sacher, wo ich über die spannende Geschichte der Hotels in Wien und Salzburg höre. Besonders Anna Sacher, die coole, in Männerhosen gekleidete, Zigaretten rauchende Socke fasziniert mich. Gedankennotiz: mehr über Anna Sacher erfahren! Ich bewundere vor allem den herrlichen Ausblick auf das Museum der Moderne am Mönchsberg und die Festung Hohe Salzburg. Dass auch junge Leute auf einen Kaffee die Terrasse des Traditionshauses nutzen, finde ich nicht nur sympathisch, sondern vor allem nachvollziehbar: auch ich würde mich hier in die Nachmittagssonne setzen. Selbst im Winter!

Einen Punsch später sitze ich mit meinen Bloggerkolleginnen und -kollegen bei Beef Tatar und plaudere mit Sara über ihr Heimatland Italien. Bis die Salzburger Nockerl geliefert werden. Statt der üblichen drei Berge, die mich Eischnee aufgeschlagen auf uns her kommen, sitze ich vor zehn schneebedeckten Gipfeln. Gerecht aufgeteilt, versuche ich mich nach langer Zeit wieder einmal an der wohl süßesten Köstlichkeit der Salzburger. Ausser den Fürst Mozartkugeln, die ich auch in meiner Tasche habe.

Salzburger Nockerl at it's best. Wer gerne selbst tätig wird, probiert sicherheitshalber nach Rezept zu schlagen... © diekremserin on the go
Neben Nockerl und Himbeersahne liegt das wichtigste Instrument der Blogger neben den Smartphones: die Kamera. © diekremserin on the go
Neben Nockerl und Himbeersahne liegt das wichtigste Instrument der Blogger neben den Smartphones: die Kamera. © diekremserin on the go

#Grossarl #Christkindlwerkstatt

Zum Kinderadvent in Grossarl gehoert nicht nur das Karussell sondern auch die Christkindlbackstube und die Werkstatt wo zum Beispiel Strohsterne gebastelt werden. © diekremserin on the go
Zum Kinderadvent in Grossarl gehoert nicht nur das Karussell sondern auch die Christkindlbackstube und die Werkstatt wo zum Beispiel Strohsterne gebastelt werden. © diekremserin on the go
Szenenwechsel in die Gemeinde Grossarl, etwa eine Stunde von Salzburg entfernt. Dort, wo Fuchs und Hase Gute Nacht sagen und wo Tom, der Chef des örtlichen Touristenverbands bereits wartet, um die Blogger zwei Tage lange zu begleiten. Er ist aufmerksam, traditionsbewusst und gibt Informationen zu seiner Region preis, die wohl sonst niemand so genau weiß wie er. Der Advent in Grossarl ist eine Institution, die seit zehn Jahren existiert. "Wir wollten ein Saisonopening machen, wie das auch andere Skigebiete betreiben, hatten schon alles fixiert und gebucht, aber dann kam ein Aufschrei der Bevölkerung. Das ist eine stille Zeit, haben sie gemeint, die ihnen der Tourismus nicht wegnehmen darf.", erklärt er die Besinnung auf die Stille, die Rücknahme und die Konzentration auf das Wesentliche: Familie, Genuss und Freude am Handwerk. Die Hütten, die auf der für Auto abgesperrten Straße aufgestellt werden, bieten neben Köstlichkeiten aus der Region, qualitätsvolle Handwerkskunst, die vom Tourismusverband vorab ausgewählt werden. Nicht jeder darf ausstellen, es wurden schon Anfragen abgewehrt. Qualität und Regionalität über alles.

Kinderträume werden wahr: 

Highlights für Kinder oder kindliche Erwachsene gibt es einige: von der Christkindlwerkstatt, wo Strohsterne gebastelt werden bis hin zur Christkindlpost, wo die Englein darauf warten, dass Wünsche diktiert werden, die dann feinst verpackt ans Elternhaus geschickt werden (neue Schi in Weiss, Zeit,... und?) und natürlich die Kekserlbackstube, in der ich bei Grete und Josefa himmlische Engelsboten und Christbäume aussteche und verziere. Ich bin im siebten Himmel!

Alles ist für uns vorbereitet. Keksausstecher mit Weihnachtsmotiven und genug Mehl um den Mürbteig auch tatsächlich ausrollen zu können. © diekremserin on the go
Alles ist für uns vorbereitet. Keksausstecher mit Weihnachtsmotiven und genug Mehl um den Mürbteig auch tatsächlich ausrollen zu können. © diekremserin on the go
Los gehts, mit Schürzen und Kappen ausgestattet, weisen uns Josefa und Grete ein. Tom ist auch mit dabei! © diekremserin on the go
Los gehts, mit Schürzen und Kappen ausgestattet, weisen uns Josefa und Grete ein. Tom ist auch mit dabei! © diekremserin on the go
Ich mache den Anfang, danke an Matthias für das Foto! © diekremserin on the go
Ich mache den Anfang, danke an Matthias für das Foto! © diekremserin on the go
Dekoration ist alles. Nachdem der Muerbteig ausgerollt und in Form gebracht wurde, werden die Kekserl mit geschlagenem Ei bestrichen und mit herrlichen Weihnachtsschmuck verziert. © diekremserin on the go
Dekoration ist alles. Nachdem der Muerbteig ausgerollt und in Form gebracht wurde, werden die Kekserl mit geschlagenem Ei bestrichen und mit herrlichen Weihnachtsschmuck verziert. © diekremserin on the go
Und natürlich nimmt jeder seine eigenen Kekse mit. © diekremserin on the go
Und natürlich nimmt jeder seine eigenen Kekse mit. © diekremserin on the go

Und jetzt wird verkostet... happy Christmas, liebe Leserinnen und Leser!

PS: Der weihnachtliche Adventsmarkt mit Krippenweg ist jeweils von Freitag bis Sonntag in der Adventszeit zu besuchen.




Hier sammle ich die Beiträge meiner Mitreisenden:

Romeo & Kathi von Sommertage Blog, Wien
Sabrina & Steffen von Feed Me Up Before You GoGo, München
Sonja & Moritz von Goldfasan Blog, Berlin
Sara von L'Appetito Vien Leggendo, Mailand
Rebecca von RebFre, Stockholm
Fanny von Fanny Staaf, Stockholm
Eva & Matthias von Fräulein Flora, Salzburg
Vanessa von VannDann, Fuschl
Vroni von Berghasen

Weitere Fotos von der Reise findest du hier:

#SalzburgerLand: Weihnachten in Salzburg

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