wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about
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03.07.2017

TOP Wein- und Garten Tour Volume Two

Letztes Mal habe ich mir die Kittenberger Erlebnisgärten und die Weinerlebniswelt Loisium angesehen, diesmal treibt es mich entlang der Donau in die Garten TULLN und zu dem wein.sinn in der Sandgrube 13.

Ein Keller voll Wein

Die Kellergeister der Winzer Krems begleiten Besucherinnen und Besucher mit ihren Geschichten durch den traditionellen Keller bis hin zur heutigen Produktionsstätte, in der tagtäglich Flaschen abgefüllt werden. Das Unternehmen der Winzer Krems ist eine Genossenschaft und hat sich die Vermittlung des Vorgangs der Traubenverarbeitung und Keltern des vergorenen Safts zum Vorsatz genommen. Mit vielen Details und schönen Erzählungen schaffen sie dies auch.


In acht Stationen bringt dir das Weinerlebnis mit viel Emotion näher, welche Weine hier gemacht werden und mit welcher Liebe gearbeitet wird. Besonders die Umsetzung auf sehr kreative und verständliche Art und Weise überzeugt mich. Wir schreiten über die Riedenkarte des Kremstals, schauen uns Landkarten an und lernen die Riedennamen kennen, auf denen die Weinstöcke stehen. Momentan ist Zeit des Traubenwachstums, damit viele kleine Perlen in Trauben zusammen hängen und im Herbst geerntet werden können.

NÖ Festivals & Kultur
Wir stehen auf Krems. © Elena Paschinger von creativelena.com
Die Kunst kommt nicht zu kurz, denn Georgia Kreimer hat mit ihrer Videoinstallation den Kellergang in ein spannendes Erlebnis zwischen Sozialraum und virtuellem Raum verwandelt. Wie begegnen wir einander? Was lassen die Hände schließen? Wie viel Nähe geben Finger und Hände vor?



Hoch hinaus im Garten der Gärten

Wenn du deinen richtigen Garten suchst oder einfach mal ausspannen möchtest, ist der Weg nach Tulln bestimmt der richtige. Von den Winzern Krems weg, donauabwärts den Radweg entlang, erreichst du Tulln in 42 km.

Die Garten TULLN wurde als große Gartenschau vor ca. einem Jahrzehnt angelegt und bereichert Niederösterreich - auch als TOP Ausflugsziel - seitdem. In der Mission der riesengroßen Gartenanlage stehen Umweltmanagement, Nachhaltigkeit und Ökologie im Vordergrund. Zusätzlich

Drei Kernkriterien bilden im Naturgarten die Grundlage:

  • Verzicht auf Pestizide („Gifte”)
  • Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger („Kunstdünger”)
  • Verzicht auf Torf

Neben diesen sehr vorbildlichen Kriterien eine Gartenschau Instande zu halten, ist der Baumwipfelweg mein Favorit. Uber 700m Geländer kommst du über die Baumwipfel des Gartens hinaus und überblickst das ganze Areal.

Ja, dann wäre da auch noch die Kunst im Garten, von Nils Norman, Klaus Weber, Ines Doujak, Emese Benczúr und Dan Perjovschi.

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Kunst © eSeL.at

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Sehr net ist auch das Kanu fahren durch die Au in Tulln © Esel.at


Die nächste Veranstaltung, die ich sehr spannend finde ist die Kombination zwischen Musik, Garten und dem Vollmond. Mit Swing und dem richtigen Eckchen im Garten macht dies bestimmt viel, viel Spaß!

Das Fahrrad am besten stehen lassen und gemütlich mit dem Zug weiterreisen. Oder gar in Tulln übernachten...

30.05.2017

TOP Stiftetour: Vom Waldviertel in die Wachau Teil 2

Klösterliche TOP Ausflugstipps 

Klosterleben im Heute: Stift Göttweig

Täglich blicke ich auf die Klosteranlage am Göttweiger, täglich gehe ich am Göttweigerhof vorbei, der in Stein liegt. In Krems und Umgebung ist das Benediktinerstift Göttweig omnipräsent. Dennoch ist es nur eine Miniversion von dem, was es hätte werden sollen. Auch damals, im 18. Jahrhundert - trotz stetiger Bautätigkeit - war Geldknappheit mit Abwurfpaketen in Zusammenhang zu bringen. Aber Paul Troger, von Stift Altenburg bereits bekannt, wurde auch in Göttweig beauftragt sein bekanntes Blau an die Decke zu werfen, sogar für die Kaiserstiege, die besonders prachtvoll ausgefallen ist.

Stift Göttweig


Der größte Teil der Gebäude wurde nach dem Brand von 1718 errichtet und hat im Grundriss nach dem Vorbild des Escorial die Form eines Gitterrostes. Von den vier geplanten Ecktürmen des Idealplans wurden nur drei ausgeführt: der Sebastianiturm im Nordwesten, der Frauenturm im Nordosten und der Altmanniturm im Südosten. In der Hauptachse (Ost-West-Achse) liegen die Stiftskirche, der Kapitelsaal (heute Chorkapelle) und die Bibliothek; der westlich vorgelagerte Festsaal wurde zwar geplant, aber nicht ausgeführt. Im Osttrakt befinden sich die meisten Mönchszellen. Einen großen Teil des Nordtraktes bis hin zur Kaiserstiege nehmen das Museum im Kaisertrakt sowie das Archiv und die beiden Refektorien ein. Im Südtrakt sind die Verwaltung und das Jugendhaus untergebracht. Das Vorgebäude im Westen dient als Exerzitienhaus. Nicht auf den Plan Hildebrandts gehen die älteren Bauteile im Südwesten der Stiftsanlage zurück: die „Burg“ und die Erentrudiskapelle sowie die dahinter liegenden erst 1911 errichteten Wirtschaftsgebäude. Quelle
Egal ob vom Rad, Schiff oder zu Fuß unterwegs, Göttweig blickt stets auf uns herunter. Als ich zum ersten Mal auf der Terrasse, bei Sonnenuntergang an einem herrlichen Sommertag, stand, wusste ich, wieso dieses Plätzchen zum Bau gewählt wurde. Rund um den Hügel, der als heutiges Hochplateau offenbar Ufer des Urmeers war, liegt noch der Dunkelsteinerwald. Von Furth, der nächsten Ortschaft kannst du in wenigen Stunden direkt am Stiftsplatz ankommen, eventuell einen Kaffee genießen und eine Tour durch das Museum machen. Die Göttweiger Mönche (Benediktiner) brillieren mit modernen Zugängen und haben mit Pater Clemens sogar einen Tourismusspezialisten, der auf so manchen Messen anzutreffen ist. Auch mit ihrem Blog geben sie sich äußerst progressiv und versuchen mit den Menschen Kontakt aufzunehmen. Eine herrliche Möglichkeit das Kloster in seiner "Nebentätigkeit" als Wissenschaftslabor kennenzulernen, ist die Graphische Sammlung, die auch online zugänglich ist. Oh, und da wäre noch die Ansage das Leben im Kloster am eigenen Leib auszuprobieren: Zu Gast im Kloster! 


Krems & Wachau Valley during Winter


Zum Lernen ins Kloster: Stift Melk 

Das zweite Kloster im Bunde, das gemeinsam mit Göttweig die Außenflanken der Weltkulturerbelandschaft mit dem Stadtkern von Krems, ausmacht, ist Stift Melk. Melk und ich sind seit meiner Kindheit eng verbunden, denn in den Siftshöfen, in den Gärten und in den leeren Gängen des Konvikts verbrachte ich einige Sommer. Dort entdeckte ich geheimnisvolle, stille Höfe, erlebte die Sonnenfinsternis, fühlte erstmals wie kalt Marmor im Sommer bleiben kann und lauschte den Gesängen in der prunkvollen Stiftskirche, die von Gold nur so strotzt. Im Studium traf ich dann wieder auf die Stiftskirche, mit der ich mich intensiv beschäftigte (ich mache gerne einen kleinen Rundgang,...) und besichtigte Neu- und Zubauten rund um den Stiftskomplex. Jakob Prandtauer, der für den Bau der Benediktiner zuständig war, legte auch einen eigenen Kaisertrakt (siehe Kaiserstiege in Göttweig) an. Eine riesengroße, allumfassende Bibliothek mit Zwischenstock und Freskierung des Kaiserlichen Haus- und Hofkünstlers Bergl (auch im Sommerrefektorium und in Schönbrunn tätig) diente zur Wissenssammlung und als Ort des Durchschreitens und Nachdenkens. Ach, und mit einem Tafelbild von Lucas Cranach d. J. wird der rote Salon eingeläutet. Imperial!

Beim Rundgang durch die prächtigen, hohen Räume, durch die Gänge, die tagsüber und außerhalb der Ferien mit Schülern gefüllt sind, fühle ich mich stets wohl aufgenommen und aufgehoben. Fast wie Zuhause.


Melk Stift Melk

Eine schöne Neuerung in der Nordbastei hebe ich als Kunstvermittlerin, die gerne mit Schulprojekten kooperiert hervor: Hier werden Ausstellungen von Schülern und Schülerinnen des Stiftsgymnasiums, den Museumsmachern, gestaltet. Momentan ist "Das Farbstift" zu sehen. Außerdem blickst du von der Aussichtsterrasse der Nordbastei direkt über die Stadt Melk, in den Stiftsgarten und noch viel weiter übers Land. 

Es lohnt sich die beiden Stifte mit der UNESCO Kulturlandschaft Wachau dazwischen zu besuchen. Gerne am Rad und in Kombination mit dem Schiff. Oder auch über den niederösterreichischen Jakobsweg zu Fuß. Ja, es lohnt sich! 

24.05.2017

#Museumsfrühling 2017: Einblick, Ausblick, Rückblick



Schon in meinen Vorbereitungen zum Museumsfrühling 2017 habe ich bemerkt, dass es unmöglich ist alle Museen, nämlich 100 an der Zahl, an nur einem Wochenende zu besuchen. Allerdings habe ich neben den bereits Angekündigten noch ein paar im Kremser Raum besucht.

Römermuseum Mautern

Alea iacta est. Die Würfel sind gefallen. So heißt das römische Sprichwort, das ich zuerst in Asterix & Obelix Comics lesen musste, um später zu erkennen, dass es doch nicht aus der Feder der Cartoonisten kommt... Das Römermuseum, direkt im ehemaligen Favianis direkt an der Donau, besteht aus alten Gemäuern und einem Entdeckungsweg rund um das Lager.

Im Museum selbst fokussiert man sich auf Spiele. Bereits beim römischen Literaten Ovid ist belegt, dass Spiele omnipräsent waren. Jünglinge, die mit Nüssen (Walnüsse, denn die haben eine so schön natürlich ovale Form) ihre Geschicklichkeit und Geduld überprüften. Oder junge Mädchen, die mit Knöchelchen spielten. Ein beliebtes Instrument hierzu war der 12-seitige Würfel oder gar Spielfiguren aus Glas.

Spannend, was du dort alles entdecken kannst. Der Raum ist klein, aber sehr, sehr fein! Nimm am besten Freunde und Freundinnen mit um die Spiele direkt vor Ort auch ausprobieren zu können.


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Schloss Traismauer

Ein Archiv einer Stadt gibt viel her. Da gibt es einiges zu entdecken und zu sehen. Vor allem der Innenhof des Schlosses hat mich begeistert, mit all seinen gemeißelten Steinen. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich obwohl ich seit langem in der Gegend lebe und arbeite mich noch nie nach Traismauer vorgewagt habe. Schade. Zum Glück serviert mir das Museumsfrühlingswochenende die Stadt am Silbertablett. Angeblich verweilte hier laut Nibelungensage die königliche Kriemhild...



White Cube in Krems 

Forum Frohner, das als Ort des Austauschs und der Begegnung errichtet und in den mittelalterlichen Komplex des Minoritenklosters eingegliedert wurde, zeigt bis Oktober die Schau „Hommage an Werner Hofmann. Biennale Des Jeunes De Paris“ … wer nicht viel mit Werner Hofmann anfangen kann, verüble ich ein gewisses Unverständnis nicht. Aber sehenswert ist die Schau aus kunsthistorischer Sicht auf jeden Fall: was macht einer der wichtigsten Kuratoren der Moderne anders? Wie gehen Künstler mit der Gegenwart der 1960er Jahre um? Wie wird diese Spurensuche von zwei Kuratorinnen und Kunsthistorikerinnen in die heutige Zeit übersetzt? Erst wirkt die Schau nüchtern und dokumentarisch, dennoch erzählt sie so viele Geschichten vom großen Werner Hofmann, von seiner Belesenheit, seinem Kunstgeschmack und nicht zu letzt von seinen treffenden Aussagen:

„Kunst ist - wie Kitsch - Verhandlungssache.“


Mehr davon, nächstes Jahr!

03.05.2017

Comfort Places in Krems: Geheime Plätze rund ums Donaufestival

Meine Secret Spots in Krems 


Frühstück im Herzen von Krems

Ganz persönlich, mein perfekter Tag in Krems, um mich auf einen tollen Festivalabend vorzubereiten, beginnt mit einem herausragend internationalen Frühstück in meinem langjährigen Lieblingscafé in der Kremser Landstraße: moyoME. Neben Shakshuka und Haferbrei mit Nüssen ist mein Lieblingstag der Sonntag. Da gibt's nämlich auch Brunch mit Specials wie zum Beispiel gefüllten Buchteln mit Vanillesauce... yumm! Selbst nach einer langen Nacht kehre ich dort immer wieder gerne ein. Du kannst auch allein und ausschließlich aufgrund des NY Cheesecakes hingehen. Es zahlt sich aus.

Reservierungen werden online oder unter kueche@moyome.com entgegengenommen.

Ein Beitrag geteilt von MOYOme (@moyome_krems) am


Ein weiterer Rückzugsort für Frühstückshungrige ist das unaussprechliche Kaffeehaus am Pfarrplatz 3: Woracziczky. Neben dem erfrischend innovativen Inhaber Nikolaus ist das Café eher an internationale Standards angepasst und wirkt wie ein Planet, der in Krems gelandet ist. Super!



Nach dem Spazieren richtig Jausnen :)

Danach erkunde ich immer wieder aufs Neue gerne die kleine, aber feine Altstadt von Krems. Im Stadtpark kannst du auch während des Festivals ganz wunderbar Chillen und dich zurückziehen.  Oder dich treibt es ein wenig weiter weg in die Altstadt von Stein, wo du zwischen Schmuckstücken der Architektur spazieren gehst.

Wenn du in Stein hängen bleibst, entscheide dich zwischen Mexikanisch bei Martina und Manuel oder Italienisch bei Vito. Ich kann mich nicht immer gut entscheiden, aber bin letztes Mal der Sonne Mexikos zugetan gewesen. Mit Burrito und einem Sol im Mezcal geht's immer leichter...

Eine kleine Verkostung © diekremserin on the go
Eine kleine Verkostung © diekremserin on the go

Ach, und Vito, der ist für die besten Pizzen in Town zuständig - mit Büffelmozzarella im Ristorante Firenze.

Eine kleine Wanderung auf einen Aussichtshügel tut allemal gut, vor allem wenn die Sonne scheint. Der Wachtberg bietet sich hier an oder eine kleine Wanderung am Krems-Fluss entlang Richtung Rehberg. Dort empfiehlt sich - nachdem der Hunger beim Gehen und Wandern wieder aufkommt - ein durchaus längerer Stop bei Familie Lorenz und der Heurigenwerktstatt, die von 25. April bis 14. Mai geöffnet hat.




Für meinen Besuch am 2. Wochenende des Donaufestival sind Magen und Gaumen auf jeden Fall gut bedient. Mal sehen wie's der Seele nach dem Angesteckt werden des diesjährigen Festivalthemas geht...

Der Beitrag entstand auf Einladung des Donaufestival. 

30.04.2017

Comfort Wines: Erlebnisspaziergänge rund ums Donaufestival

Tour 2 / Loiben - Dürnstein - Rossatzbach

Anfahrt: von Krems Richtung Spitz/Wachau
Dauer: ca. 25 Min. mit dem Rad
Strecke: 7,8 km
Möglichkeiten: Rad, Auto oder Bus (direkt vom Bahnhof Krems WL 1-3)


Bis nach Dürnstein radeln

Die Tour 1 abseits des Donaufestivals führte mich in die entgegengesetzte Richtung. Jetzt geht's hinein, in die UNESCO-Kulturlandschaft Wachau, ein spektakuläres Ensemble von Landschaft und mittelalterlichen Dörfchen, etablierten Weinproduzenten und aufstrebenden Jungwinzern. Sportlich oder gemütlich, je nach persönlicher Ausrichtung. Mit dem Rad entlang der Donau zu sporteln macht selbst bei geringeren Temperaturen Spaß und die Ebene macht sich bezahlt.

Ein einsamer Weinstock. © diekremserin on the go
Ein einsamer Weinstock. © diekremserin on the go

Bis nach Dürnstein gehen

Für die Wander- und Spaziergangsliebhaber zwischen den musikalischen Highlights, steht der Welterbesteig in bester Zugänglichkeit. In drei Stunden Gehzeit, in denen du über das Donautal hinüber nach Stift Göttweig blicken kannst, gehst du durch Weinberge, kleinere Wälder und bis hin zur Ruine Dürnstein. Auf Bergfex findest du die erste Etappe ganz wunderbar beschrieben inklusive Karte. Von dort kehrst du am besten in einem der Heurigen ein (z.B. TOP Heuriger Graf, Unterloiben), wo du ganz einfach mit dem Bus hinfahren kannst.



Bis nach Dürnstein paddeln

Du hast noch etwas Zeit? Mit ein bisschen Stand Up Paddeln (für Groß und Klein ein echtes Highlight) bei Gregor Wimmer direkt am Donaustrand bringst du Leib und Seele in Einklang. Das Ganzkörpertraining bringt dich aber auch voran - frag am besten direkt bei Greg nach, wo du hin paddeln sollst. Bis nach Dürnstein habe ich selbst es noch nie geschafft... da ist immer wieder eine Stelle, in der zu viel Donauwasser zu schnell unter dem Brett durchschwimmt. Aber vielleicht schaffst du's! Zur Belohnung empfehle ich ein Backhendl in der Wachauerstube unweit des Donaustrandes. Das traditionelle Wirtshaus wurde mit Gerald Diemt neu interpretiert und in die heutige Zeit übersetzt. Neben dem wirklich empfehlenswerten Speisen zu leistbaren Preisen, stimmt auch die Weinkarte...

Der richtige Wein darf dann nicht fehlen, entweder beim Heurigen oder direkt beim Weinfrühling der Wachauer.

Empfehlungen für die besten Wachauer Weine (sehr subjektiv von mir ausgewählt...)



Weitere Winzer findest du hier in meinem Beitrag von 2015 über den Weinfrühling in der Wachau, der am ersten Maiwochenende traditionellerweise stattfindet. Unbedingt mit dem Auto fahren, denn Wein will gekauft und eingepackt werden. 

Dieser Beitrag erfolgte auf Einladung des Donaufestival.

26.04.2017

Coffee Shots: Heilender Kaffee an Festival-Morgen

Einmal Felix, bitte! 

Guter Kaffee nach einem durchtanzten Festivaltag (oder einer durchzechten Nacht) ist nicht nur essentiell für die nächste Action, sondern vor allem heilend. Verwässertes Gebräu, nein danke. Überröstete Ware, nein danke. Aufrichtig aufgegossener Filter, ja bitte. Und die Bohne muss stimmen. Bei Felix Teiretzbacher, der letztes Jahr seine Rösterei in St. Pölten eröffnet hat, davor aber schon einige Jahre im emmi café genau dasselbe getan hat, bin ich zu 100% sicher die richtige Ware zu erhalten. Da schmeckt Geisha und Arabica, da stimmt Milschaumkonsistenz mit Crema. Während des donaufestival ist Felix mit Crew am Gelände. Aber auch abseits, weg vom Festivaltumult, ist Felix' cimbalino am Campus einen Besuch wert. Beine hoch legen im Gastgarten, in die Sonne schauen und Zeitung lesen. Dort kannst du übrigens auch hervorragend Frühstücken.

Ein heißer Tipp: früh kommen um Christinas Bananenbrot oder Zitronenkuchen lauwarm zu genießen.

Instagram: @felixkaffee
Facebook: FelixKaffee

© diekremserin on the go via Instagram 

Untitled


Mit Liebe zur Bohne

Gleichsam relevant ist für mich Doris Karls Kaffee Campus Krems in der Kremser Innenstadt. Dort wird direkt im Kaffehaus, das im internationalen Trendstyle mit skandinavischen Ländern mithalten kann, geröstet und sogar gelehrt. Der Geruch überwältigt beim Vorbeigehen schon und lädt ein hineinzugehen, sich umzusehen und vor allem zu kosten. Alle Sinne sind gefragt! Zugreifen und die fesche Wachauerin als Souvenir vom donaufestival nachhause mitnehmen. Ich versuche zeitweise auf die Koffeinbombe zu verzichten und bestelle mir herrlichen Roiccino aus Teeblättern gebrüht. Zum Dazunaschen gibt's bei Doris, Tamara, Linda und Lukas immer was besonderes: Apfelkuchen, gefüllte Croissants oder einfach ein Buttersemmerl mit Marmelade. Alles frisch gebacken von der Bäckerei Aubrunner. Die Bäckerei kannst du übrigens auf direktem Weg vom Festivalgelände zur Minoritenkirche stürmen, denn die Aubrunners sind auf der Ringstraße anzutreffen, sogar sonntags bis 12 Uhr.

Instagram: @KaffeeCampus
Facebook: Kaffee Campus Krems

Selfie mit der Chefin © Doris Karl

Topfengolatschenweltmeister 

Wer's weniger hip, aber dafür traditionell mag, geht auf die beste Topfengolatsche in die Café-Konditorei Hagmann. Thomas Hagmann und Vater sind seit Jahrzehnten Spezialisten auf dem Gebiet der Süßspeisen und Meister ihres Fachs. Besonders im Plunderbereich spielen sie ihre Stückerl zur Perfektion. Am Samstagvormittag eröffnet der Straßenverkauf oftmals das Gespräch mit dem Senior. Eine gute Option dem Festivaltrubel zu entkommen, ist das erste Obergeschoss im unveränderten 90er-Jahre Style. Da wird's dann doch wieder hip.

Facebook: Café-Konditorei Hagmann

Im Schaum der richtigen Rolle

Der letzte Tipp für süßspeisenhungrige FestivalbesucherInnen ist das Café Maria in Mautern, gegenüber von Stein. Die besten Schaumrollen meines Lebens habe ich dort verdrückt. Entweder ergatterst du einen Platz in der Sonne direkt vor der Konditorei oder fährst mit dem Rad ein Stück Richtung Donau. Dort ist einer meiner Lieblingsplätze: direkt auf einer Wiese sitzt du der "Skyline" von Krems und Stein gegenüber, hast die Donau zu deinen Füßen und die Schaumrollen hoffentlich im Mund. Ach und der Kaffee,... der folgt im Anschluss daran. Wenige tummeln sich hier auf der anderen Seite der Donau. Viel Ruhe und Kraft gibt es zu tanken. Und vielleicht triffst du in einer richtigen Minute auf Anton, den Schamanen, der hier lebt.

Radeln am Donauufer. Innehalten und Picknicken, alles möglich. Auf beiden Seiten © diekremserin on the go
Radeln am Donauufer. Innehalten und Picknicken, alles möglich. Auf beiden Seiten © diekremserin on the go


Auftanken zwischen Festivalfreien Tagen oder kurze Pausen zwischen Konzerten ist in jedem Fall im Kaffee- und Süßspeisenmekka Krems und Umgebung möglich.

Dieser Beitrag ist auf Einladung von donaufestival entstanden. 

Über Kaffee habe ich schon mehrmals geschrieben, z.B. über das Coffee Festival in der Ottakringer Brauerei, das im Jänner stattfindet. 

24.04.2017

TOP Museumstour: ab nach Krems und St. Pölten!

Museum Niederösterreich

Inmitten von Natur und Geschichte verliere ich mein Herz an die Tiere


St. Pölten ist das politische, geschichtliche und naturwissenschaftliche Zentrum von Niederösterreich. Das Top-Ausflugsziel Museum spielt hierbei eine große, wenngleich spielerische Rolle. Ausprobieren kann Groß wie Klein im Museum Niederösterreich vieles: vom Fische sezieren über die Fütterung bis hin zum Kennenlernen der Pflanzenwelt der niederösterreichischen Alpen. Strömen unter der Woche Schulgruppen ins Haus, erwarten die Natur- und KulturvermittlerInnen am Wochenende vorwiegend wissbegierige Familien.

Illustration eines Asteroiden, der auf die Erde einschlägt © Don Davis


Die Museumstour „Gewaltig! Extreme Naturereignisse“ hält was sie verspricht. Habe ich nicht auch Angst vor dem nächsten Gewitter, das bestimmt kommen wird? Ja, klar! Wie genau funktioniert das denn mit Blitz und Donner? Wie viele Sekunden waren hier nochmal dazwischen? 21, 22, 23, 24,… auf kurzweilige Weise klären die Ausstellungen im Museum nicht nur gängiges Halbwissen, sondern fordern auch zur Rallye durch die familienfreundliche Einrichtung.

Ich bin ja keine Tierfreundin. Ich weiß auch, dass das nicht gern gehört wird. Vielleicht liegt das auch eher an meiner unbegrabenen Fede mit dem Schulfach Biologie. Leider keine Liebesgeschichte. Aber hier im Museum finde ich plötzlich alles ganz spannend und wissenswert. Möglich, dass ich meine Liebe zur Naturgeschichte noch finde…

Wenn schon in St. Pölten unterwegs, möchte ich auch gutes Essen genießen, da gibt’s glücklicherweise mehrere Möglichkeiten:



Kunst, Kunst, Kunst und ein großes, kleines Haus für Karikatur

Kunsthalle Krems, Karikaturmuseum Krems und Forum Frohner, home sweet home für mich



Dort wo die Baustellen klaffen, dort ist die Kunst zuhause. Ist das zu polemisch? Nun ja, Kunst reißt bekanntlich Wunden auf, provoziert und prangert an. Das passiert momentan am Minoritenplatz 4, im Forum Frohner, dem kleinsten, aber oho-Ausstellungshaus der drei bestehenden Institutionen, die zur Kunstmeile Krems gehören.

Augen öffnen! Das Motto der Landesgalerie Niederösterreich, die ihren Infopavillon an der Schiffsanlegestelle begehbar gemacht hat. © diekremserin on the go


Auf dem Weg zu den anderen beiden Häusern der Kunstmeile Krems, die gerade um das Stammhaus der Landessammlungen Niederösterreich erweitert wird, ist also die Baustelle voll im Gange. Aber dahinter verbirgt sich Magisches. Beim im letzten Jahr verstorbenen Manfred Deix entzückt nebst Audioguide (hier zum Smartphone-Download) natürlich die Brisanz der Themen. Hier wird Provokation nach wie vor hochgeschrieben. Gut zu wissen ist, dass das Karikaturmuseum Krems jeden ersten Sonntag im Monat ein Familienpaket anbietet: Führung durchs Haus mit Rätselraten und Entdeckungsreise der lachenden Fassade… Offenbarungen indoor sind vorprogrammiert. Seid gespannt!

Last but not least, vor allem auf meiner persönlichen Lieblingsliste, weil zeitgenössische Kunst: die Kunsthalle Krems. Ab 1. Juli 2017 streckt sich die Kunsthalle weiter hin zur Altstadt von Krems aus und darf die Ausstellungen in der Dominikanerkirche mitbestimmen. Dort trumpft der französische Künstler Sébastien de Ganay mit wunderbaren, Raum und Zeit verbindenden Installationen auf: große Wachskerzen in Form der Kirche und neue Fließen für den Boden - mehr will ich aber gar nicht verraten.

Am ca. 1,8km langen Weg zur Kunsthalle kann vieles entdeckt werden - zum Beispiel Kunst im öffentlichen Raum - außerdem bietet die Schillerstraße einen optimalen Flanier-Weg zur Kunsthalle, gesäumt von Bäumen. Oder aber du nimmst das Rad, da ist die abstrakte Kunst, die ab Sommer die Hallen belebt, schneller erreichbar. Und eventuell geht’s danach zum Schwedenheurigen in Stein (Heuriger Stagard). Ein weiterer, etwas entfernterer Tipp sind die Köstlichkeiten im Café Maria in Mautern. Dort sind die besten Schaumrollen in Produktion.

Gewinnen! Anstecken lassen und 2x2 Tickets erhalten...

Ich bin schon angesteckt... 

...vom diesjährigen donaufestival, das wieder mit ganz wunderbaren Künstlerinnen und Künstlern, Musikerinnen und Musikern, Bands und Performern aufwartet.
...von den Frühlingsgefühlen, die in ganz Krems und der Wachau Halt machen.
...von diversen Pollen (leider)




Kommentieren & Tickets gewinnen! 

Erzähl mir doch in einem Kommentar am Blog oder via Facebook wovon du angesteckt worden bist und gewinne 2x2 Tickets in der Auslosung am 28. April (bis 23:59 sind Einreichungen möglich) für das 2. Festivalwochenende. Die GewinnerInnen werden am 29. April per Facebooknachricht oder Email kontaktiert. Have fun and be creative! 

#donaufestival #krems




Mit bestem Dank an Donaufestival für die zur Verfügungstellung der Tickets. 

23.04.2017

Wenn der Frühling kommt...

...startet die Kultursaison in Niederösterreich 


Ich kann es selbst kaum erwarten! Endlich wieder Sonne. Blauer Himmel. Beim Aufstehen in der Früh Helligkeit. Die Tage werden länger. Die ersten Blumenköpfe schießen aus dem Boden. Der Winter ist vorbei. In Niederösterreich feiert die Museumslandschaft den Frühling. Blümchen in Grün, Violett und Gelb können auf der Landkarte vom museumsfruehling.at entdeckt und besucht werden. Denn am Wochenende des Internationalen Museumstags, öffnen viele kleine, große, historische, künstlerische oder musikalische Museen ihre Türen.




Alle Institutionen fahren großes Programm für die ganze Familie auf - Sonderprogramm zu vergünstigten Preisen oder sogar ganz gratis... lass dir diese Möglichkeit keinesfalls entgehen. Vor allem, wenn die ersten Sonnenstrahlen auf den nackten Schultern kitzeln.

Entdeckungsreise Niederösterreich! 

Am 20. und 21. Mai begebe ich mich in bekannte und unbekannte Ecken des Bundeslandes in dem ich aufgewachsen bin, in dem ich arbeite und in dem ich mich sehr zuhause fühle. Niederösterreich bietet viel: kleinere, wie größere Hügel um zu wandern (die Schisaison ist zwar vorbei, aber Ja, du kannst auch Schifahren bei uns), Radtouren an der Donau entlang, die besten Weine (egal ob im Kamp-, Krems- oder Traisental, Wagram oder Wachau,...) und natürlich fantastische kulturelle Einrichtungen zwischen Bildender Kunst, Volkskultur und Musik. Auswählen kannst du aus mehreren Kategorien, die dir auch lose Touren vorschlagen. In meinem Fall schlage ich bei der Kulinarik zu. Ich möchte immer etwas mit dem lieben Essen dazulernen oder natürlich im besten Falle selbst kosten...

Meine fünf Favoriten stelle ich heute schon zusammen bevor ich dann tatsächlich von meiner (kulinarischen) Reise durch den Museumsfrühling 2017 berichte (auch LIVE via Facebook, Instagram und Twitter).

(1) Erstes österreichisches Küchenmuseum und Greisslermuseum
(2) Erlauf Erinnert
(3) Römermuseum Tulln
(4) Stadtmuseum "Alte Hofmühle"
(5) Museum Ostarrichi

Folge mir auf meiner Entdeckungsreise durch die kulinarisch, musealen Angebote durch Niederösterreich, mit #museumsfruehling ist dies ganz einfach möglich.

Nicht vergessen, Sonnenbrillen-Alarm! 

17.04.2017

Comfort Food: Abseits vom Donaufestival


Tour 1 / Haitzendorf - Grafenegg - Rohrendorf

Anfahrt: von Krems Richtung Rohrendorf, Stratzdorf, Grafenegg bis Haitzendorf
Dauer: ca. 35 Min. mit dem Rad
Strecke: 11 km
Möglichkeiten: Rad, Auto oder Zug (+ zu Fuß)


Fresh!


Bei Schönwetter erkunde ich tagsüber oder in der donaufestival-Pause gerne die Umgebung von Krems. Das Krems- und Kamptal bietet hervorragende Möglichkeiten kurz abzuschalten, Energie im Grünen zu tanken und einfach auch auszuspannen. Festivals sind ganz schön anstrengend. Aber auch ein bisschen (Ess-)Kultur darf nicht fehlen: am Weg Richtung Grafenegg, also gen Osten, streifst du Haitzendorf. Enge Gässchen, große Höfe, schöne Dorffassaden. Hier angekommen, bemerke ich, wie schnell Stadt zum Land wird, wie intensiv sich hier Menschen kennen, welche Tragödien und gleichzeitig Schauspiele sich vor aller Augen abspielen, wo BewohnerInnen durch die Vorhänge auf die Straße schauen und beobachten was so vor sich geht.
Kontrastprogramm.

Comfort Food
Willkommen bei den Haags! © diekremserin on the go


Bring noch Kräuter mit! - aus einem der Gärten kommt ein wohlwollendes Okay. Ich beobachte einen jungen Mann mit bunt gefülltem Korb zurück in ein Haus gehen. Vorne, als ich aus der Prärie, woher ich mit dem Rad gekommen bin, entdecke ich das Schild Gasthof Haag. Schlauer, hungrig und vor allem auch neugierig gehe ich hinein. Es riecht zünftig nach Schnitzel, von drinnen kommt fröhliches Geschnatter von fröhlichen Gästen, eine größere Runde verlässt das Lokal. Schönen Nachmittag! Ich werde freundlich vom Service am Eingang begrüßt und Markus Haag, einer der Inhaber des Familienbetriebs, bringt mir nachdem ich einen Platz am Fenster habe, das heutige Menü. Wir sind alte Freunde, aber jeder Gast wird sofort in den engen Kreis herzlich aufgenommen und fühlt sich wohl in der Gaststube. Nach der Bike-Tour durch die kleinen Dörfer, die sich östlich von Krems im Kamptal aneinanderreihen, die mich über Grafenegg schließlich hier her nach Haitzendorf gebracht haben, bin ich nicht nur durstig, sondern auch hungrig.

Wenn du die Tour schon vorausgeplant hast, kannst du auf ein Überraschungsmenü aus der Küche setzen, die von Thomas Haag geführt wird. Der Jungkoch kehrt vor einigen Jahren ins heimatliche Haitzendorf zurück. Erfahrungen hat er zum Beispiel im Münchner Tantris gesammelt. Also, aufgeregt? Ein Überraschungsmenü? Ja, bitte. Sieh selbst wie dies aussehen kann. Den Geschmack kann ich leider nicht bildlich übertragen - selbst hinfahren und ausprobieren:

Comfort Food
Starter: statt über den Teller hinweg zu tauschen, ist der Servicemitarbeiter so aufmerksam und lässt die Portionen teilen! Kohlrabi-Carpaccio und Ingwer-Karotten-Suppe ©diekremserin on the go


Comfort Food
Schremser Bier vom Fass mit überraschendem Zwischengang: Bärlauchgnocci und gebratener Saibling  © diekremseirn on the go



Der Abstecher nach Grafenegg in den Schlosspark lässt volle Mägen wieder leichter werden, denn dort kannst du wunderbar spazieren gehen. Oder aber auch einfach Chillen und genüsslich Eis essen. Du hast sportliche Gerätschaften wie einen Fußball oder Federballschläger mit dabei? Hier ist eindeutig genug Platz zum Austoben. Mit dem Rad zurück nach Krems rechne ca. mit einer guten halben Stunde um das nächste Festivalhighlight nicht zu verpassen.

Falls du noch etwas Zeit und Raum im Magen hast, empfehle ich in Rohrendorf noch anzuhalten um ein Gläschen Wein zu konsumieren. Johannes Kitzler lädt mit herrlichen Weinen zum Einkehrschwung ein und besticht übrigens auch durch Gästezimmer mit vernünftigen Preisen. Mit dem Zug bist du in 5 Minuten in Krems - nicht zu weit weg um auch von hier aus das Donaufestival zu genießen.

Die zweite Tour in eine andere Himmelsrichtung folgt sogleich...

Dieser Beitrag erfolgte auf Einladung des Donaufestival. 

21.03.2017

Lillevan: Zwischen Struktur und Chaos

Vor wenigen Wochen saß ich mit Sujin Lim, der südkoreanischen Künstlerin im Cafe Wellen.Spiel und diskutierte mit ihr über den sinnlichen Zugang zu Katastrophen. Nun, Ende März, ist der Gastgarten inoffiziell geöffnet, für jene die der frühlingshaften Kälte strotzen und die ersten, richtigen Sonnenstrahlen intensiv aufnehmen. Ich treffe Lillevan, Artist in Residence in Krems, visueller Animateur, Nachdenker und strukturierter Chaot.


Entschleunigte Zeit

Wir nehmen auf einer Rattancouch mit Blick auf die Donau Platz. Für Lillevan hat das fließende Gewässer, das Nord und Süd trennt, Mautern von Stein distanziert und dennoch mit Brücken verbunden ist, Bedeutung. Seine Umgebung, die er für ein Monat sein Zuhause nennt, nimmt er sehr genau wahr. Mich freut es, dass der ständig reisende Visual Animation Künstler "meine" Laufstrecke der Vergangenheit für sich entdeckt hat. "Ich laufe von der einen Brücke hier, durch das dörfliche Areal dahinter bis zur großen Brücke,..." und ergänzt, "und ich habe ein Radprojekt, so ein kleines Rad, mit dem ich fahre, das ich repariert habe. Allerdings überholen mich sogar die Spaziergänger..." Die Residency bringt Lillevan zurück zu sich selbst, er kennt hier niemanden, hat keine Termine, muss sich keine Gedanken machen zu seiner Meinung über unterschiedliche Situationen der Welt. Gleichzeitig beginnen wir darüber zu sinnieren, welchen globalen Problemen die Gesellschaft gegenüber steht und wie wir Verantwortung von uns schieben, dennoch mit der Aufforderung aller zu allem eine Meinung und einen Standpunkt zu haben.

Reisen bildet

Obwohl Lillevan nicht zum ersten Mal in Krems ist - für Kontraste, Imago Dei und das donaufestival engagierte ihn der langjährige Festivalleiter Jo Aichinger bereits mehrmals - nimmt er die Umgebung erstmals richtig wahr. "Ich habe mich noch nie beworben. Das ist meine erste Residency und ich genieße sehr, dass ich experimentieren und ausprobieren kann, was ich seit Jahren auf meine To-Do-Liste schreibe. Dabei denke ich mir, gut, dass ich das gemacht habe. Manches verwerfe ich, manches werde ich zukünftig weiterführen" Der Künstler ist Weltreisender seit er sich erinnern kann. Der Beruf seines Vaters ließ ihn den ersten acht Jahren seines Lebens auf Reisen sein. Deshalb scheint es ganz natürlich, dass der geborene Ire in Berlin lebend, nur ein Monat im Jahr tatsächlich an seinem Wohnsitz weilt. "Wohnen kann ich es gar nicht nennen,...", meint Lillevan grinsend. In den anderen elf Monaten lebt er an den Orten seiner Projekte: Zentralasien, London, Argentinien, New York, Australien,...

Der spannende Zusammenhang zwischen den Menschen, dem Thema und der Entwicklung eines Projekts lässt Lillevan immer wieder an Orten verweilen, die vorab nicht geplant waren. So zum Beispiel das Projekt in Zentralasien (Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan) zum Gletscherschmelzen, das ihn wiederum durch den Schwerpunkt des diesjährigen Imago Dei Festivals nach Krems brachte. Ein ewiger Kreislauf...



Experiment, Produkt, Performance

Auch in seinen Live-Performances, die ihn, wie er sagt am Leben halten und es lebenswert machen, steht der Kreislauf im Vordergrund. Lillevan nimmt in seinem Badezimmer, das gleichzeitig sein Labor ist (oder umgekehrt) mit seinen Instrumenten, der Kamera und dem Projektor, organische Prozesse auf: schmelzen, zerreissen, kochen, brechen. Zwischen Werden und Vergehen streckt oder verkürzt er die Zeit dieses jeweiligen Vorgangs. Das Fotomaterial speist seine Datenbank auf die er im Live-Prozess zugreift, um mit den Projektpartnern ins Gespräch zu kommen. Kommunikation auf anderen Ebenen, über Bild und Musik, Collage und Ton, Kontakt und Blick. Die visuelle Musik fußt auf viel Erfahrung und der Liebe zum Prozess. "Proben? Nein, keine dieser Aufführungen kann je wiederholt werden. Jedes der Konzerte ist einzigartig, wie ein Dialog, der nicht wiederholt werden kann.", meint er und bezieht sich auf seine eigene Projekte, die nicht mit einem spezifischen, sehr strukturierten Auftraggeber zusammenhängen, wie zum Beispiel einem Opernhaus. Für die Visuals von Opern muss natürlich punktgenau mit Sängern, Musikern und Dirigenten geprobt werden. Hierbei geht es um den sekundengenauen Einsatz.

Imago Dei 2017 in der Minoritenkirche, ein schöner Ort. Aber am wichtigsten ist das Team mit dem ich zusammenarbeite. Das muss stimmen. 

Lillevan spricht dem kompletten Team des Imago Dei Osterfestivals, an dem er für die Videoanimation des Naqsh Duos und Stefan Fraunberger am 31. März 2017 verantwortlich ist, seinen größten Respekt aus. Zukünftige Projekte mit Synthesizer-Erfinder Morton Subotnick und zum Lutherjahr behalte ich im Auge... There is always more to try! 


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20.03.2017

Endlich wieder Donaufestival

Abverlangt würde ich nicht sagen, denn ein Besuch beim Donaufestival soll keine Prüfung sein. Wir setzen und hoffen auf Menschen, die mit einem offenen Blick nach Krems kommen.

Thomas Edlinger, Künstlerischer Leiter donaufestival

Keiichi Matsuda : Hyper Reality, Am donaufestival 2017:
28., 29., 30. April, 5., 6. Mai
Party, Party, Party. Das donaufestival war für mich immer eine große Party. Wenn auch mit nachdenklichen und seriösen Momenten. Wenn ich zu Particja German in die Limousine steige. Oder wenn Peaches Amanda Palmer auf der Bühne zum Geburtstag gratuliert. Oder God's Entertainment Zoo spielen lassen. Oder aber die Situation Rooms mögliche, dokumentarische Geschichten erleben lassen, als wäre ich jemand anderer. 

Einstürzende Neubauten © Monte Sinabel
Heuer geht es, mit dem neuen Leiter Thomas Edlinger, um Empathie. Um Zugänglichkeit. Um Einfühlsamkeit. Aber auch um Technik. Letztendlich verhandelt die Gesellschaft wie sich Kunst bzw. Musik in gesellschaftliche Prozesse einfindet.

Zwischen Musik und Geräusch

Meine ersten Recherchen auf der neuen Website des donaufestival ergeben, dass ich mich vorläufig besonders auf den Auftritt der Einstürzenden Neubauten freue. Neubauten-Musiker Alexander Hacke und die Künstlerin Danielle de Picciotto lernte ich im Artist in Residence Programm kennen, während sie zwei Monate in Krems zu Gast waren. Mit ihnen durfte ich spannende Aspekte zum Brechen von Konventionen im Alltag und in der künstlerischen Laufbahn besprechen. Wie sich das auf das Zusammenspiel der Einstürzenden Neubauten in Krems auswirkt, erwarte ich mit Spannung. Das Berliner Kollektiv rund um Blixa Bargeld, N. U. Unruh, Gudrun Gut und Beate Bartel wurde 1980 gegründet (Hacke war mit 15 Jahren schon Teil der Runde) und erreichte in den 1990er-Jahren ihren Höhepunkt - wenn auch musikalisch in keine Schublade zu stecken. Denn neben Geräusch und Melodik und dem jeweiligen Zusammenspiel, wurden künstlerische Projekte neben der Musik für die Mitglieder wichtig. Den letzten Coup landete die Band am 21. Jänner 2017, als sie in der neueröffneten Elbphilharmonie in Hamburg auftraten. Ironie?

„Auf den unterschiedlichsten Tonträgern der unterschiedlichsten Künstler taucht er auf. Von Klezmer-Folklore über Country bis Speed Metal – Alexander Hacke ist nichts fremd. Hacke kennt und kann alles.“ 

David Pfister, Musikjournalist, FM4

Hinterfragen von Realitäten 

Ein weiteres Thema, das sich im menschlichen Zusammenleben auftut, ist die Schnelllebigkeit und die Flexibilität von Realität. Wie real ist dies wirklich? Mit Hyper-Reality versucht der intermediäre Designer Keiichi Matsuda physische und virtuelle Realitäten zu verbinden und zu hinterfragen. In der sechs-minütigen Aufnahme bietet er ein Kaleidoskop von Farben, Erzählungen und Formen, die vermeintlich miteinander in Verbindung stehen. Keiichi arbeitet mit Symbolik und bedient sich moderner Interpretationen aus Augumented Reality und 3D-Technologien. Spannend wird sein, wie dies im Komplex des übrigen Programm eingebunden wird. Mit Kickstarter konnte er sich das Projekt, das in Medellin, Kolumbien produziert wurde, mittels Crowdfunding finanzieren.

A Two Dogs Company /  Kris Verdonck: IN VOID (Ghostlight) © John Ellwood

Wie weit geht Empathie? 

In Zeiten in denen Menschen gefordert werden, anderen gegenüber emphatisch zu sein, wie viel Gefühl bringen sie dann für Szenen auf, die A Two Dogs Company und Kris Verdonck präsentieren? Gibt es Empathie für Etwas? Für Material? Für Dinge? Fragen über Fragen. In der österreichischen Erstaufführung von IN VOID spielen Licht, Schatten, Inszenierung, Objekt und Tanz ohne Menschen im Vordergrund. Wie fühlt sich hier Empathie an?

“There is a place around the corner, where your dead friends live.”

aus Dead Friends, Blixa Bargeld

Das gesamte Programm des donaufestival 2017 findest du hier


16.10.2016

wora... wie? woracziczky!

Endlich ist er zurück! 

So sieht's aus! © diekremserin on the go
So sieht's aus! © diekremserin on the go


Nikolaus Ottenbacher hat - mit einigen Umwegen - seinen Weg zurück in die Innenstadt von Krems gefunden und ich bin überglücklich. Nach einem Espresso nach der Arbeit und dem unglaublich internationalen Gefühl am Pfarrplatz von Krems, lasse ich mich heute fur einen Vormittag voll mit Köstlichkeiten im Lokal nieder. Meine Bloggerkollegin Pamela von Lust auf Krems kam mir bereits zuvor und hat sich ebenso ins neue woracziczky verliebt.

Wie Wohnzimmerlektüre im woracziczky


Schau dir den Paprika-Tomaten-Aufstrich an! Und Birnensaft! © diekremserin on the go
Schau dir den Paprika-Tomaten-Aufstrich an! Und Birnensaft! © diekremserin on the go
Das nächste Mal residiere ich in den Fauteuils am Fenster ;) © diekremserin on the go
Das nächste Mal residiere ich in den Fauteuils am Fenster ;) © diekremserin on the go 

Nachdem ich mich auf der langen (aus französischen Lokalen abgeschaut) zu meinen Freundinnen und neuen Gesichtern geselle, bin ich angekommen. Wie zuhause. Hier ist wie eine heimelige Blase, die sich wie eine gemütliche Decke rund um mich legt. Ich will hier bleiben, werde mit Cappuccino und meiner bevorzugten Ei-Version verwöhnt (easy, weiches Ei!) und kann noch zusätzlich in Büchern schmökern. Wo bleibt der Kamin, das Sofa und die warmen Stricksocken?

Unbedingt lesen: Studio Olafur Eliasson: The Kitchen 

Wie wahr! Solche Weisheiten stehen im oben genannten Buch über das Projekt von Olafur Eliasson geschrieben... © diekremserin on the go
Wie wahr! Solche Weisheiten stehen im oben genannten Buch über das Projekt von Olafur Eliasson geschrieben... © diekremserin on the go
Neben Sunny Side Ups und Omeletts in allen Variationen, bietet Nikolaus ein regionales Buffet mit herrlichen Aufstrichen, frischem Gebäck, Schinken, Käse, frischem Obstsalat und herrlichen Kuchen. Achja, und die Marillenmarmelade - wunderbar!

Die Gespräche am Tisch wandeln sich von ernst über philosophisch bis hin zu witzigen Ideen. Nikolaus und Andrea sind genau dann da, wenn wir sie brauchen, sie sind bemüht und wir fühlen uns super wohl.



Nikolaus und Andrea, ihr werdet mich OFT und BALD wiedersehen! 

In diesem Sinne: Happy Herbst! © diekremserin on the go
In diesem Sinne: Happy Herbst! © diekremserin on the go

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