Zu einem echten Besuch in der türkischen Hauptstadt, die sich in der Vergangenheit Konstantinopel genannt hat, gehören die Zisternen im Untergrund. Ein Hoch auf unsere Vorfahren!
Historisch ist auch der Topkapi-Palast ein Highlight. Allerdings nur, wenn du dir schon vorab Tickets gesichert hast. Diese Aufnahme einer nicht endendenden Schlange entstand um 8 Uhr morgens. Am nächsten Tag ging's dann besser...
Eine Schifffahrt zum Bosporus und in die 'asiatische' Hälfte der Stadt ist unbedingt zu empfehlen. Allerdings brauchst du dazu nich auf eine geführte Schifffahrt zurückgreifen und horrende Touristenpreise zu zahlen. Die 'normale' Fähre tut's auch!
Genauso hab ich das mit dem Busfahren gemacht. Selbst, wenn das bedeutete, dass ich aus dem (langsam) fahrenden Bus springen musste. Gewöhnungsbedürftig!
Bei Sonnenschein und neben einer recht lustigen Mitfahrerin hab ich gut lachen. Im Hintergrund ein Palast...
Kulinarisch sind dir in Istanbul keine Grenzen gesetzt. Street Food mit Fisch, Fleisch und herrlichen Ofenkartoffeln... oder...
...ein großartiger Döner. Das Fladenbrot ist frisch gebacken und zum Verzehr ein Traum. Das (Hühner-)Fleisch außen kross und innen weich. Besser geht's nicht! Street Food at its best!
Auch die Süßwaren lassen mich dahinschmelzen. Egal bei welchen Temperaturen!
Schattige Parks lassen mich immer wieder verweilen und die Septembersonne genießen.
Ich mag Ausstellungen, die mich einladen länger nachzudenken. Und mich fordern. Das bedeutet allerdings, dass ich ohne jegliche Vorkenntnisse - durchaus aufgrund des sprechenden Folders oder der Einladungskarte oder des Bekanntheitsgrades des Künstler oder der Künstlerin - ins Museum gehe. Vergleichbar mit einer Flasche Wein, die ich nach dem Etikettendesign auswähle, oder mit einem Buch, von dem mir der Einband besonders gefällt. Oberflächlich, ich weiß. Aber gleichzeitig sind die Erwartungshaltungen nicht ganz so elitär.
Nachdem ich Kunstgeschichte studiert habe, lasse ich das Fachsimpeln hier, aber im Museumsalltag tauchen kunsthistorische Vergleiche mit dem angesammelten Bildgedächtnis immer wieder auf. So kommt es auch, dass ich - in der Kunsthalle Krems für die Kunstvermittlung zuständig - in vergleichbare Ausstellungen gehe, bei gutem Angebot. In einem anderen Beitrag werfe ich einen kritischen Blick auf ABSTRAKT-SPATIAL. Malerei im Raum (bis 19/06/2016 in der Kunsthalle Krems), soweit es mir mein internes Auge erlaubt, und die Ausstellung ABSTRACT LOOP (bis 29/05/2016 im Wiener 21er Haus).
Esther Stocker in ihrer Installation in der Kunsthalle Krems, Foto: Oliver Ottenschläger
Die Oberflächlichkeit meines Museumsbesuches geht durchaus noch weiter:
Ankommen und Ersteindruck. Denn wenn ich ehrlich bin, besuche ich jedes Wiener Kunstmuseum maximal ein bis zwei Mal pro Jahr. Auch wenn ich zu höheren Versuchen strebe. Geht aber nicht. Deshalb lerne ich den Eingangsbereich und das Foyer wie einen mir unbekannten Menschen kennen: die ersten sieben Sekunden sind ausschlaggebend ob ich tatsächlich bleibe oder nur kurz einen Blick über die Shopartikel werfe. Da spielen funktional-stylische Architektur und die gewählte Inneneinrichtung eine eklatante Rolle. Oder eine freundlich grüßende Person am Shop- und Ticketstand, die mich willkommen heißt. Nein, ich will nicht hofiert werden, nicht falsch verstehen, ich will angemessen und respektvoll behandelt werden. Gerade im Kunstbereich kommt es da öfter zu Verwirrungen: sind wir besonders elitär, schauen wir nicht von unseren Macs auf. Wir nehmen dich gar nicht wahr (vorwiegend gesehen in Galerien...). Bevor ich also über das erste Kunstwerk, den ersten Ausstellungstext stolpere, stehen viel banalere Faktoren im Mittelpunkt. Und? Dann kommt erst die Ausstellung...
Meiner Meinung nach sollen Ausstellungen Spaß machen. Nicht im Sinne von Lauthals Lachen. Überraschung! Das soll ein Raum oder ein Raumzusammenhang in mir auslösen. Oder ein flüchtiges Schmunzeln. Eine gut gemachte Ausstellung darf mich auch verständnislos weiter flanieren lassen. Und irgendwo wieder packen und auffangen. Egal mit welcher Methode, denn damit möchte ich mich als Besucherin nicht beschäftigen müssen. Sie muss einfach da sein. Ob als Text, Vermerk, neues Werk, inhaltliche Klammer oder wie im Falle der Kunsthalle Krems sonntags als KUN?TINFO. Kommuniziert der Rundgang nicht selbst, muss und darf moderiert werden. Meist ist das Aufgabe der Kunstvermittlung/Museumspädagogik. Natürlich nehme ich auch ohne fremdes Zutun wahr, was rund um mich passiert, definiere Zusammenhänge und reflektiere. Ich frage mich was mir gefällt und was ich nicht mag. Etwas schön und faszinierend finden. Peter Sandbichlers in Origamitechnik gefaltete Zeitungsausschnitte und ihre Inszenierung im Raum. Oder die spielerische Anordnung von Helga Philipps Domino.
Installationsansicht Peter Sandbichler in der Kunsthalle Krems, Foto: Oliver Ottenschläger
Ich bin Freundin von Oberflächlichkeiten, die ganz unerwartet auf mich einprasseln und mit denen ich gar nicht gerechnet habe. Deshalb mache ich mich auch chic für den Museumsbesuch. Nicht auf Opernniveau, aber eben auch nicht Sofastyle, der auch zum Einkaufen reicht. Eine Erklärung dafür habe ich nicht. Vielleicht geht es mir um Ästhetik.
Museen und ihre Ausstellungen bedeuten Austausch auf Augenhöhe und ohne Erwartungen. Punkt.
Kunsthalle Krems
Jeden Sonn- und Feiertag findet die KUN?T!NFO als Möglichkeit des direkten Frage Stellens im Ausstellungsraum an das Kunstvermittlungsteam statt.
Weitere Informationen unter Kunsthalle.at
21er Haus
Eine Veranstaltung zur ABSTRACT LOOP Ausstellung, die mich sehr anspricht, ist der Vortrag "Geometrie und Mathematik in Natur und Kunst" von Georg Glaeser am 27. April 2016 (Anmeldung)
New York fasziniert mich schon seit vielen, vielen Jahren. Trotzdem stand die Stadt, die niemals schläft gar nicht so sehr auf meiner Top-Reise-Liste. Wieso? Ich dachte mir, irgendwann werde ich dort schon hinkommen. Vor allem als Kunsthistorikerin. Met, Guggenheim, MoMa, die vielen Galerien in SoHo und Chelsea, die ständig wachsende und wechselnde Szene. Dass ich im Frühjahr 2012 auf eine zwei-monatige Reise aufbrach, um ein gesamtes Monat im Big Apple zu verbringen, ist meiner Diplomarbeit und einem dazugehörigen Stipendium geschuldet. So ein Pech... Eine Auswahl meiner Lieblingsplätze habe ich schon gesammelt und über New York an sich habe ich ja auch schon geschrieben. Aber nun meine Lieblingsfotos, reise mit mir in Carrie Bradshaws Traumstadt, dorthin, wo alles möglich ist (war)...
Downtown, directly
Schon 2012 standen vor den Bürogebäuden zu Mittag lange Warteschlagen vor den Food Trucks, die nun nach und nach auch Europa überrollen. Schnitzel & Things fand ich natürlich besonders süß ...
Die Nähe zum Wasser - egal ob Hudson River oder East River - ist eine wunderbare Abwechslung zur Großstadt und dennoch bist du mitten drin.
Das richtige Fashionstatement für noch-nicht-Frühjahr-aber-auch-nicht-mehr-Winter Tage wie ich sie 2012 erlebt habe. Mit solchen Heels Sightseeing zu machen ist allerdings eine Herausforderung: Hut ab!
Brooklyn's Finest Hour
Solche Schmuckstücke sind in Brooklyn keine Seltenheit. Ich würde so gerne reinschauen. Hach...
Ein alter Bekannter! JFK am Eingang zum Prospect Park, wo sich New Yorker gerne aufhalten. Wenn's schön ist. Oder Wochenende.
Wunderbarer Blick von Brooklyn über die Skyline rüber nach Manhattan und auf die Brooklyn-Bridge.
The Places to be in Midtown Manhattan & SoHo?
The Roosevelt. Ein Hotel das Geschichten zu erzählen hat!
Was auch immer es ist - ich weiß es nicht mehr - kann mir da jemand helfen? Auf jeden Fall ist es immer noch bemerkenswert, wie herrlich sich Architektur in eine Stadt eingliedern kann.
Im Frühjahr raus aus der Stadt und rein in die Karibik? An Regentagen wie diesen hatte ich doch auch den Wunsch mich zu vertschüssen...
In der Louis K. Meisel Gallery in SoHo durfte ich nicht nur die Arbeiten von Audrey Flack begutachten (sogar im Depot!), sondern wurde von Louis persönlich in sein Penthouse im 1. und 2. Stock eingeladen, wo eine absolut grandiose Sammlung an fotorealistischen Arbeiten hängt. Hier ein Blick auf eine der Göttinnen, die Audrey in den letzten Jahren geschaffen hat.
Happy Spring in Greenwich Village und am Washington Square
Ob kleine, private Kunstmessen in alten Fabriksgebäuden oder...
...ungeplante Freiluftkonzerte von Pianisten und anderen Musikern. New York hat immer eine Überraschung zu bieten. Die nächste wartet schon auf dich!
Wien zeigt sich oft von seiner schönsten Seite. Eine Auswahl meines Wohn- und Arbeitsorts der letzten Jahre. Ich freue mich über deine Eindrücke von Wien per Mail oder Social Media (Facebook, Instagram).
Schon mal den Kutschkermarkt im 18. Bezirk besucht? Gleich im Marktgetümmel hat das Café Himmelblau geöffnet und dient als netter Rastplatz zwischen Einkäufen und Marktschreiern. Wunderbaren Käse bekomm' ich, zwar schweineteuer, bei Pöhl's.
Ein Laden, der mehr kann als nur Koffein auszuspülen
"Filter, eigentlich hat Filterkaffee mehr Koffein,... denn da kommt mehr Wasser durch und dadurch wird Koffein frei. Espresso - wenig Wasser, kurze Dauer - schmeckt intensiver" Doris Karl, Geschäftsführerin und Rösterin im Kaffee Campus Krems, das im Oktober letzten Jahres die Pforten zur Akademie, zu Museum und Café sowie professionellem Verkaufsraum öffnete, spricht sich in Kaffeerage. Wie viele Espressi die Dame schon intus hat? Keine Ahnung. Die Frage ist eher wie viele Tassen Filterkaffee Doris schon getrunken hat... offensichtlich ist der Trugschluss, mehr Wasser, weniger Aufputschmittel, ein weit verbreiteter.
Bloggerinnen und Blogger rund um Krems und Kaffeeliebhaberinnen wurden von Doris und dem Kaffee Campus Team außerhalb zu einer Kaffee-Verkostung, einem Latte Art-Experiment mit Benjamin Graf (Staatsmeister, yeah, Baby!) und dem wohl besten Brunch, den Krems zu bieten hat, eingeladen. Doris kenne ich mittlerweile seit 2013, als sie - ehemalige Inhaberin des MOYOme - mir gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Linda ein Interview gab. Liebe auf den ersten Blick. Denn seitdem kriegt sie mich nicht mehr los. Und umgekehrt.
Leidenschaft, Liebe und Latte Art
Bei Doris war die ganze Kaffeesache nicht Liebe auf den ersten Blick. Erst der Verkauf ihres geliebten MOYOme-Babies, der Reise nach Costa Rica, wo sie auf der Cup-of-Excellence-Kaffeeplantage arbeiten konnte und dem Röster Felix Teiretzbacher (FelixkAFFE), der sie zum Rösten inspirierte. Auf ihrem Weg erklärte Doris mir oft, dass sie nur experimentiere. Das sei ein Probieren, nix für Kunden. Und dann der Ruf wieder ins Café-Geschäft zu gehen. Nun steht sie da, in ihrem Kaffee Campus Krems in der Kremser Innenstadt, wo neben der Laufkundschaft, Firmen und Unternehmen mit Kaffee versorgt werden - frisch geröstet, so zubereitet wie sich der jeweilige Kunde das vorstellt. Mit viel Leidenschaft. Und während Doris von einer antiken Kaffeemaschine zur nächsten eilt und uns BloggerInnen die Funktionen und Entwicklungen erklärt, spüre ich die Liebe, die sie von ihrem Produkt an uns weitergibt. Da geht es vorrangig um Gefühl.
"Woran denkt ihr, wenn ihr da rein riecht? Das hat mit Kindheit zu tun. Mit dem, was ihr früher gerne gegessen habt. Was duftet für euch... und was schmeckt ihr beim ersten Schluck?", Doris lässt uns Cold Drip und Cold Brew kosten, spricht voller Elan über jede einzelne Kaffeebohne, egal ob misslungen oder perfekt. Letztendlich stellt sie uns Benjamin Graf vor, der uns in die wahnsinnig einfache Kunst des Milchschäumens und der Kunst im Häferl einführt. Sarkasmus, ole. Ein Herz würde jede von uns schaffen. Ich melde mich zuerst, mein Herz misslingt, aber dennoch, der Milchschaum passt halbwegs. Ein kleiner Erfolg.
Eindeutig, hier, Tagein, Tagaus von 7.30 bis 18.00 Uhr und donnerstags sogar länger - da gibt's auch immer Programm - ist hier Tag des Kaffees. Manchmal riech ich es sogar auf meinem Arbeitsweg, wenn ich mit dem Rad in der Nähe bin. Frisch geröstet. Ein Besuch, zwei Besuche. Es werden immer mehr.
Kennst du PolaWalk? Das Unternehmen macht genau das, was es verspricht: mit einer Sofortbildkamera ausgestattet können Touren gebucht werden. So schauen Touristen wie BewohnerInnen der jeweiligen Stadt (Wien, Warschau, Graz) mit ganz anderen Augen auf ihre Umgebung und haben nach ihrem Aufenthalt nicht hunderte, gar tausende Aufnahmen, die sie mühevoll aussortieren. Nein, eine Chance, ein Klick, ein Bild. Thomas, Teresa und Gilbert (und das Cookie Monster) haben sich in Wien ganz der Polaroidfotografie verschrieben. Das Team unterstützt Polaroid- und ortskundigen wie -unkundigen Personen beim Schießen und Erleben von unvergesslichen Momenten. So das Credo.
Was mich schon immer an den Sofortbildern fasziniert ist die Unmittelbarkeit mit der der Auslöser gedrückt werden muss. Es muss einfach passen. Aber...
Der Siegeszug der Digitalkameras und ihrer Displays schien das Ende des alten „Sofortbilds“ zu besiegeln: Digital ist eben noch soforter. Als die Firma Polaroid dann 2008 die Pleite anmeldete, endete eine Epoche von vier Jahrzehnten. Die Welt, wie Polaroid sie sah | WAZ.de
Deshalb finde ich Initiativen wie PolaWalk und ihre Sofortbild-Safari einfach sensationell!
Während der 2. Wiener Sofortbild-Safari kannst du ausprobieren, experimentieren und Blickwinkel einnehmen, die du vielleicht mit deinem Smartphone nicht fotografiert hättest. Du kannst dich vor allem nicht vorbereiten. Denn deinen geheimen Auftrag findest du erst in deinem Starterpack am Tag des Events, am 23. April 2016, vor. Ab dann geht's los, mit der richtigen Wahl des Motivs, dem richtigen Winkel, dem besten Licht, und, und, und. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Innerhalb von drei Stunden darfst du mit deiner Leihkamera (falls du keine eigene hast, einfach beim Ticketkauf angeben!) Polaroidbilder zum jeweiligen der 8 Themen machen. Wähl dann bei der Abgabe deine vier Favoriten aus und lass die Jury bewerten...
Ich werde dieses Jahr ganz exklusiv auf Einladung von PolaWalk als Bloggerin dabei sein - kommst du mit? Gibt den Code krems10 an und erhalte beim Buchen deines Tickets Rabatt! Gespannt bin ich, welche Themen auf mich zu kommen und vor allem wie ich mit der Kamera umgehen werde. Immerhin bin ich ein völliger Newbie! Wer die Jury überzeugt, kann natürlich wunderbare Preise gewinnen... Mitmachen, Spaß haben und auf Safari (ohne Tiere, oder mit wenn's das Thema erlaubt...) gehen!
Wenn du meinen Blog schon länger verfolgst, weißt du, dass Irland mein zweites Zuhause ist. Dort habe ich gelebt, dort habe ich gelitten (Heimweh), dort habe ich Musik erst so richtig kennengelernt (danke, an meine Freunde) und dort habe ich verdammt gut gegessen (ja, tatsächlich!).
Neben meinen Stories über Irland, gibt's auch so richtig fetzige Fotos, die ich mit dir teilen möchte. Südliches Irland, right on:
Sheep, Sheep. Überall sind die flauschigen Tiere zu finden. Auf den Feldern, auf den Wiesen, auf den Straßen...
Rock of Cashel: Das Gebäude auf dem Felsen, die Kathedrale, soll angeblich von Saint Patrick als Bischofssitz vorgeschlafen worden. Who knows!?
Alt trifft neu.
Und McDonalds gibt's in Gehnähe, links oder rechts.
Cork. Bei blauem Himmel. Großartig, wenn du im melodischsten Teil von Irland Schönwetter erwischt.
Blick auf Cork... von oben!
Aufpassen - in Irland fahren Wahnsinnige auf den Straßen. Dafür gibt es sogar Schilder. Also, Achtung!
University of Cork. Der älteste Student ist dieser Baum...
On top of Youghal. Grabsteine und Blick aufs Meer.
Bunt geht's zu in Irland. Cobh, wo auch die Titanic Halt machte. Damals 1912.
Die steirische Landeshauptstadt besuchte ich in den letzten Jahren des Öfteren. Einmal in Kombination mit einem Kurzurlaub im Sausal zum Weintrinken und Kennenlernen des österreichischen Südens, ein weiteres Mal zum Shaken direkt im Messegelände zum Nuke-Festival. Mich hat die Stadt schon vor vielen Jahren, als ich sie erstmals besuchte, überzeugt. Graz ist mit ... Einwohnern keine Metropole, aber an der Kippe zur Anonymität der Großstadt und bringt mit den vielen Universitäten und Fachhochschulen internationalen Flair und Trendbewusstsein ein. Als Designstadt mit einem eigenen Monat des Designs (Start im April), als Filmstadt mit dem Diagonale-Festival und als Kunststadt (Museum Joanneum, Galerieszene, historische Museen) umspannt Graz so ziemlich alles was sich ein kulturaffines Publikum wünscht. Unterstrichen werden die Kulturspektakel von Graz mit der Deklaration als Genusshauptstadt. Neben den täglich stattfindenden Bauernmärkten, etablieren sich kleine Cafés, großartige Restaurants und Lokale, hippe Bars für trendige Einkehrschwünge.
Vom Grazer Hauptbahnhof sind ungefähr 20 Minuten Fußweg notwendig um, vorbei am Volksgarten (oder durch den Park) zum Lendplatz zu gelangen, wo sich Montag bis Samstag Marktstände mit frischen Produkten aus der Region auftun. Neben den mobilen Markständen bieten auch die von den Marktschreiern profitierenden Lokale, wie die süße Luise von Bernadette. Vor fast fünf Jahren entschied sich Inhaberin Bernadette dazu dem Film und Fernsehen den Rücken zu kehren und ein Lokal auf ihrem Lieblingsplatz aufzumachen. "Schon am zweiten Tag wusste ich: ich brauche Personal!", meint sie lachend und reiht es in die Lade, jung und naiv, ein. Ich würde diese Entscheidung eher als mutig bezeichnen. Denn immerhin steht Bernadette noch heute mit Elan und großer Leidenschaft in der Küche der süßen Luise, um Rosmarin-Burger, Spiegeleier und großartige Frühstückskreationen mit frischen Zutaten vom Markt zu zubereiten.
Während einer kurzen Pause vom Kochen und Anrichten - auf Vintage-Oma-Tellern und Häferln - setzt sich Bernadette auch gerne mal zu ihren KundInnen, die sich einen Kaffee zwischen Marktbesuch und Mittagessen genehmigen. "Es kommt aber auch vor, an sonnigen Tagen, dass sich der Marktbesuch etwas ausdehnt. Ein Aperol am Vormittag, die Einkaufstaschen vollbepackt stehen noch neben den Sitzgelegenheiten, und plötzlich ist es 17 Uhr und der sonnige Samstag ist in der süßen Luise verbracht worden"
Das Outdoor-Wohnzimmer muss täglich wieder her- und weggeräumt werden. Donnerstags - sobald es wieder wärmer wird - organisiert Bernadette Singer/Songwriter, die mit musikalischer Umrahmung den Abend am Lendplatz in Urlaubsstimmung verwandeln.
Nach der Stärkung (Schnittlauchbrot mit weichem Ei, Cappuccino und Prosecco) mache ich mich auf den Weg zum wohl lustigsten Kunstmuseum der Welt. Architektonisch gesehen bringt mich das Kunsthaus Graz immer wieder zum Lächeln. Denn das 'friendly alien' mit seinen Tentakeln, der blauen Oberfläche, die sich ins Stadtbild von Graz reingesetzt hat, ist und bleibt speziell.
Speziell zeigt sich auch Constantin Lusers Personale mit dem Titel "Musik zähmt die Bestie", denn im 3. Stock des friendly alien finden BesucherInnen Skulpturen zum Mitmachen, Mobile aus Draht sowie Zeichnungen am Boden vor. Ich streife durch den Raum und höre zu, wie BesucherInnen die verschiedenen neu interpretierten Musikinstrumente ausprobieren. Zähmen sie die Bestie? Constantin Luser, der zum Beispiel den Vibrosaurus (zehn Meter langer Saurier aus Blechblasinstrumenten) entwickelte, schreibt Interaktion hoch. Fasziniert bin ich von seiner Arbeit Bandoneon Intensivstation (2012), in der er Bandoneons (ähnlich einer Ziehharmonika), die von einem Staubsaugerschlauch mit Luft gespeist werden, in einem Kreis angeordnet den BesucherInnen zugänglich macht. Jeder und jede Taste darf gedrückt werden. Besonders gestaltet sich auch der bemalte Boden über den ich schreite. Da hat der Künstler gezeichnet, überschrieben und Gedanken notiert. In über 200 Schritten zeichnet er einen Weg vor, immer wieder mit Gedankenblasen versehen, was er sich genau zu diesem Zeitpunkt gedacht hat oder was er uns, den BesucherInnen, mitgeben möchte. Er konfrontiert uns nicht nur mit Schrift, sondern auch mit Zeichnungen. Dafür hält er mehrere Marker auf einmal in der Hand, erzielt somit einen 3D-Effekt. Verstärkt wird der Eindruck von den tatsächlich dreidimensionalen Drahtmobilen, die sich im Raum verteilen - Achtung, nicht Angreifen! :)
Mehr zu Constantin Luser findest du hier. Die Ausstellung läuft bis 01/05/2016 im Kunsthaus Graz.
Es gibt so viel zu erzählen und ich arbeite schon an einem zweiten Beitrag zu Graz. Da werden das Landeszeughaus und Blendend in Lend eine große Rolle spielen!
Vielen Dank an das VisitGraz Team des Infobüros für die tatkräftige Unterstützung bei der kurzfristigen Planung meines Trips. Die Anreise erfolgte reibungslos mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) mit einem wunderbaren SparSchiene-Ticket von 9 Euro (exkl. Sitzplatzbuchung). In meinem Sommerblog 2015 Travel With Lucie habe ich übrigens in drei Akten von Graz geschrieben. EINS, ZWEI, DREI!
Obwohl ich gerade aus einer anderen österreichischen Landeshauptstadt zurückgekehrt bin - Graz - habe ich mich dazu entschieden, dich heute nach Salzburg einzuladen. Die Musikhauptstadt Österreichs, die mit Kunstschätzen überhäuft nach Wien zum internationalen Aushängeschild gewachsen ist, begleitet eine lange Geschichte. Doch hie und da birgt auch die sehr klassische wie elegante Stadt (sicher auch den Festspielen im Sommer geschuldet) ein paar hippe Lokalitäten, die mich zwischen Kirchen, Dom und Museen (Rupertinum, Museum der Moderne am Mönchsberg) überzeugt haben:
Im Eiscafé ICEZEIT habe ich mit Raffaello und Nougat genau den richtigen Geschmack getroffen. Die Waffel on top löste Begeisterungsstürme bei mir aus. Wie man sieht...
Am Residenzplatz zieht ein Gewitter auf. In der Neuen Residenz, einem mächtigen Renaissancebau, befindet sich das Salzburger Heimatwerk.
Der Blick in die Kuppel des Salzburger Doms, der mit reicher Stuckatur geschmückt ist, lässt das Kunsthistoriker-Herz höher schlagen.
Im Afrocafé konnte ich mich nicht nur zwischendurch sondern schon ganz zu Beginn meines Rundgangs durch die Altstadt stärken. Wunderbare Frühstücksvariationen und herrlicher Kaffee mit sehr eigenwillig bunter Einrichtung lassen den Tag gut beginnen!
Der Bettelorden der Franziskaner kann in Salzburg auf ein wunderbares Sternrippengewölbe schauen. Einfach nur den Kopf heben und staunen!
Alles blüht! Ab dem Frühjahr bietet der Garten rund um das Schloss Mirabell eine einzigartige Schau an angelegten Gras- und Blumenflächen, die ganz wunderbar zum Verweilen einladen (allerdings daneben, nicht darauf). Kontemplativ!
Hallo Mozart, ich bin da! Ich hab mich getraut, weiß aber nicht ob jemand da war. Anläuten ist erlaubt und erwünscht!