wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about

14.03.2017

Kinoabend: Jackie

What was real, what was performance? 

Jackie Kennedy, oder Jackie O wie sie später, in ihrer zweiten Ehe mit dem griechischen Reeder Aristoteles Onassis, genannt wurde, begleitet mich zirka seit 15 Jahren. In der Schulzeit beschäftigte ich mich intensiv mit der mystifizierten Geschichte rund um den Kennedy Clan. Um die vielen Anekdoten, die in Büchern, im Web und in Magazinen, zur gelenkten Darstellung einer faszinierenden Familiengeschichte beitragen. Mit Natalie Portman's Inszenierung der Präsidentenwitwe fügen die Hollywoodschreiberlinge eindeutig ein neues Segment zum Mythos Jackie Kennedy hinzu.

Film Still, Jackie © TOBIS

"Viele Leute glauben tatsächlich, sie haben eine Vorstellung davon, wer meine Mutter war. In Wirklichkeit aber haben sie nicht die Spur einer Ahnung von ihr." 

Caroline Kennedy

Vor dem Ansehen des Films Jackie, für den Natalie Portman nach Black Swan zum zweiten Mal als beste Hauptdarstellerin für die Oscars nominiert wurde, empfehle ich diverse Einblicke in die popkulturelle Aufarbeitung des Kennedy-Mythos. Die gewollte Vermischung zwischen Realität und Beschönigung, die schon zu Lebzeiten des Clans praktiziert wurde, erkennst du am besten in verschiedenen Medien. Ans Herz lege ich jedem das Buch, herausgegeben von Jackie Kennedy, das auch als Vorlage zum Film dient: Gespräche über ein Leben mit John F. Kennedy. Sechs einhalb Stunden gewährt Jackie dem Journalisten Arthur M. Schlesinger direkte, intensive Einblicke in ihr Leben als Präsidentengattin und Frau des vermeintlich präsentierten Selfmade-President.

Was ich an Jackie so mag: 

Natalie Portman / Jackie Kennedy © Generic Medium 

  • Der Wandel des Charakters: ganz ehrlich, Natalie Portman inszeniert die reale Person so getreu den Aufzeichnungen, das sie vorerst unsympathisch erscheint. Darauf baut sich der gesamte Film auf. Wie wird aus Mitleid, Sympathieverlust und Arroganz eine Person, die für die Zuseher dennoch spannend bleibt? 
  • Gänsehautfaktor durch Musik. Ich bin anfällig für gute Filmmusik und merke immer, wie sie eingesetzt wird, Spannungsmomente erzeugt oder ganz einfach untermalend. Besonders eigen sind Filme, die mit wenig Musik auskommen. 
  • Feiner Cast: das Team ist großartig. Natalie Portman würde ohne den (gespielt) unsicheren, aber fordernden Journalisten (Billie Crudup) in ihrer Rolle nicht so brillieren. Jack, John F. Kennedy, und sein Bruder Bobby, Robert, wurden hervorragend ausgewählt: Caspar Phillipson ist dem Präsidenten aus dem Gesicht geschnitten, Peter Sarsgaard erzählt zwischen stoischer Ruhe und aggressiver Angespanntheit die Position des Bruders... 
  • Die Weitwinkeleinstellung im Wechsel mit Close Ups auf die emotionsgeladenen Gesichter der SchauspielerInnen. Kameraführung und Sequenzen: Top! 

Ein weiterer Tipp die Kennedys aus einer anderen, diversen Perspektive kennen zu lernen: The Kennedys von 2011 als Mini-Series produziert.




Nächster Kinoabend: Neo Rauch. Gefährten und Begleiter.

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