wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about
Posts mit dem Label Sponsored werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sponsored werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

03.05.2018

*Werbung* Frühling im Weinviertel

Die Museen Niederösterreichs öffnen am 12. + 13. Mai 2018 wieder mit Sonderprogramm ihre Pforten für alle!


Raus in die Natur heißt es im Museumsdorf Niedersulz im Norden von Wien. In knappen 50 Minuten im Auto parke ich genüsslich am Parkplatz für den großen Besucheransturm. Familien mit Kindern, Pärchen, ein paar Hunde und wir - Gudrun, Veronika und ich - machen uns auf den Weg zur Kassa, die gleichzeitig Shop und Café für Veranstaltungen beinhaltet. Für die Landesausstellung wurde dieses Areal ausgebaut. Denn damit ist das Museumsdorf durchgestartet.

Spaziergang im "alten" Dorf © diekremserin on the go

Zurück in die Zukunft

Viel früher, schon 1979 ging es allerdings los mit der Einzelinitiative eines späteren Restaurators, Josef Geissler, der das erste Haus ab- und in Niedersulz am Sulzbach wieder aufgebaut hat. Um es zu erhalten. Um zu zeigen, wie frühere Bauweise, wie Einrichtung und wie Handwerk funktioniert. Bis auf 80 Häuser und Objekte ist es bis heute angewachsen, die nächsten Projekte schlummern bestimmt schon im nun 68-jährigen Museumsgründer. Er ist der einzige, der auch tatsächlich auf dem Areal lebt und immer wieder an den einzelnen Objekten herum-restauriert. Detail-verliebt und perfektionistisch trägt er, gemeinsam mit seinem Team Bauprojekte ab und stellt sie im Dorf wieder auf. Ich wusste bis dato nicht, dass es sich hier nicht um ein natürlich gewachsenes Dorf handelt. Sehr spannend, und mit viel Elan erzählt Eva Maria über die unterschiedlichen Geschichten des Dorfes. Eva Maria, gebürtige Wienerin, ist unser Guide. Sie berichtet öfter von ihren ersten Begegnungen mit den Niedersulzern und ihren Eindrücken vom Land.

Meine persönlichen Highlights


  • Lehmgrube
Was bitte ist eine Lehmgrube und wieso braucht man diese? Eva Maria klärt uns auf. Denn eine Lehmgrube hatte im Weinviertel bis ca. 1940 jedes Haus das neu gebaut wurde. Dort wurde Lehm abgebaut, vor allem für den eigenen Hausbau. Somit ersparte man sich sehr viel Baukosten, die Großfamilien halfen zusammen. Der abgebaute Lehm wurde zu Ziegeln geformt und im Trockenen an der Luft getrocknet.

© diekremserin on the go
Lehm © diekremserin on the go

  • Blumen
Ich konnte mich vor lauter Blumen in den Vorgärten, die unterschiedliche Bestimmungen haben (Gartenkräuter, Johannesgarten, einfacher Vorgarten, usw.) nicht zurückhalten. Dauernd musste ich Tulpen in allen Farben, Flieder in weiß und lila und all den anderen bunten Köstlichkeiten fotografieren.




Gespeist wie eine Dorfbewohnerin habe ich im Dorfwirtshaus, das im hellen Gastgarten Spargel - also Essen nach Saison - angeboten hat. Spargel mit Brösel und Erdäpfel, herrlich. Im benachbarten Dorfwirtshaus aus dem frühen 20. Jahrhundert ist eine Greisslerei angeschlossen. Auffällig war das Gitter an der Bar - letztendlich wurden hier nämlich Händler auf ihrer Reiseroute einquartiert, die zuvor zu tief ins Glas schauten. Somit waren Alkohol und Kellnerinnen gesichert vor den schlafenden Händlern.

Nach der Stärkung im echten Wirtshaus, wo am Wochenende des Museumsfrühlings Kirtag wie früher stattfinden wird, mit zünftiger Blasmusik und Bespielung in den verschiedenen Häusern, schauen wir uns noch die drei aktiven Häuser an: es wird gesponnen, es wird geräuchert und geschmiedet.

Aufbruch nach Orth an der Donau


Auch in Orth der Donau ist Aufbruch, denn im museumORTH, direkt im Zentrum der DonauAuen im 2. Geschoss, widmet sich Hilde Fuchs als Kuratorin heuer großen Frauen. Frauenpower bieten ab 13. Mai Caroline Bonaparte, die jüngste Schwester des berüchtigten Napoleon, die hier im Schloss Exil suchte und fand und Anni Rosar, die als Schauspielerin neben Hans Moser jahrelang brillierte.

Sonst hat sich das Museum zum Auftrag gemacht andere Sammlungen, die nicht mehr in Museen gezeigt werden können, auszustellen und ihre Geschichten aufzubereiten. Zum Beispiel, sehr eindrucksvoll, Bienenstöcke in jedweder Variation aus dem ehemaligen Imkermuseum.
Sehr spannend ist in Orth natürlich auch die Zusammenarbeit zwischen Schloss und Donau, zwischen Auen und Dorf.

Verschiedene Vermittlungsformate können im museumORTH wahrgenommen werden © diekremserin on the go
Verschiedene Vermittlungsformate können im museumORTH wahrgenommen werden © diekremserin on the go

Nicht verpassen!



Ein ganz besonderes Schauspiel erlebst du am Museumsfrühling-Wochenende mit Maxi Blaha. Sie schlüpft in die Rolle von Emilie Flöge. In einem Einpersonenstück erleben die ZuseherInnen Geschichten der berühmten Künstlermuse und Frau des Gustavs, der mit seinem Kuss im Schloss Belvedere Besucherströme anzieht.


Lasst die Frau ihre Geschichte erzählen. Seid gespannt, was sie in Orth alles erlebt hat und welche Verbindung sie zu den Franzosen hat, die sie verlassen hat. 1818 flüchtete die Jüngste der Bonaparte-Familie nach Orth. Was sie wohl hier getrieben hat?

  • Architektur

Ein besonderer Genuss ist das ehemals baufällige Schloss auch von außen. Denn dort können die vier Türme, der Innenhof und auch das umgraben Schloss sehr gut angesehen werden. Ich liebe Details. Was ist von der ursprünglichen Substanz noch geblieben? Was ist neu? Wie wurde mit dem Alten umgegangen? Dazu zählt auch eines der schönsten Ausstellungsstücke, das Orther Portal.

So viele Bienenstöcke © diekremserin on the go 



Schon in Vorbereitung auf die besten Schmankerl waren Gudrun (reisebloggerin.at) und Veronika (flugentenblog.com) mit mir auf Tour durch zwei ausgewählte Ausflugsziele, die von Wien wunderbar zu erreichen sind. Die beiden erzählen ein paar andere Geschichten vom #museumsfruehling.

Weitere Fotos:

Museumsfrühling Niederösterreich 2018

10.04.2018

Die Museen Niederösterreichs im schönsten Kleid

Der Frühling zieht ein in Niederösterreich (passend zur Marillenblütenwoche!) und damit auch ein buntes Kleid an Ausstellungen, von Niedersulz bis Asparn (MAMUZ) über herrliche Veranstaltungen in St. Pölten und Krems. Dabei bietet sich der ein oder andere Ausflug am Wochenende, oder mal unter der Woche (wenn Zeit!) an ins schöne Flach- und Hügelland Niederösterreichs zu schauen.


Hundertvierundzwanzig 


Tatsächlich machen 124 Museen aus allen vier niederösterreichischen Vierteln beim diesjährigen Museumsfrühling mit, der am 12. und 13. Mai 2018 ganztägig zu den angegebenen Öffnungszeiten stattfindet. Schon im letzten Jahr war ich am Museumsfrühling und davor unterwegs und habe euch ein paar Kuriositäten mitgenommen, zum Beispiel das Schloss Traismauer und das Römermuseum Mautern.  

Mit der Reisebloggerin, Wiederunterwegs und Flugentenblog on Tour

Auch meine Kolleginnen Gudrun, Angelika und Veronika beschäftigen sich mit den kulturellen Werten des Bundeslandes rund um Wien. Ausfliegen werden wir nach Niedersulz, das Museumsdorf war schon letztes Jahr heiß begehrt, und museumORTH, in dem Künstlerin und Kuratorin Hilde Fuchs wunderbar spannendes Programm bietet (z.B. Maxi Blaha als Klimts Emilie Flöge!). Angelika hat im Rahmen der TOP Ausflugsziele im vergangenen Jahr einige Ziele besucht, die auch in diesem Jahr schon aus dem Winterschlaf erwacht sind und besonders am Muttertags-Wochenende zu empfehlen sind, Museen inklusive. Oder genießt ein Glaserl Wein am Wagram und verbindet dies mit einem schönen kulturellen Highlight.

Museumsfrühling 2017

Was soll ich euch sagen? Auf die Räder, ab in den Zug und rein ins Vergnügen Niederösterreich. Streicht euch den Kalender rot an. Ich werde euch noch mit Tipps und Tricks rund um die richtige Veranstaltung am Museumsfrühling Niederösterreich versorgen.

Tipp: Am 12. Mai findet in St. Pölten, ausgehend vom Stadtmuseum St. Pölten ein Instawalk statt. Bei Interesse gerne für Infos bei mir melden!


11.09.2017

TOP Märchentour

Hoch droben wo Märchen und Sagen erzählt werden, befindet sich die Burgruine Aggstein. Direkter Blick zur Donau gewährleistet. Sonnenuntergänge der herrlichen Art vorprogrammiert. Ein märchenhaftes Top Ausflugsziel in Niederösterreich.

In Echtzeit, heute und gestern

Im Herbst plant Ursula Strauss das Programm für dich. Und bringt Frankenstein. Wachau in Echtzeit belebt die Wachau in ihrer stillen, zurückgezogenen Zeit mit feingliedrigen Erzählungen, lustigen Musikrunden oder theatralischen Aufführungen. Auf der Burgruine Aggstein erzählt August Zirner von Frankenstein. Gänsehaut garantiert.

Ansonsten birgt die Burgruine Aggstein viele Geheimnisse für die ganze Familie. Der Weg vom Parkplatz im Ort Aggstein hinauf zur versteckten Burg ist steil und zum Geschichten Erzählen bleibt atemtechnisch kaum Zeit oder Luft. Aber eventuell lässt sich trotzdem die eine oder andere Sage vortragen. Es muss ja nicht gesungen sein.

Ruine Aggstein
Die Ruine gegen die Sonne von Isaak


Das Rosengärtlein auf Aggstein

Nach der Kuenringer ruhmlosen Ende blieb die Burg Aggstein beinahe ein und ein halbes Jahrhundert Ruine, ein ödes Haus, von Untat wegen mit Recht gebrochen. Hierauf gab es Herzog Albrecht V. seinem vertrauten Rate und Kammerherrn Georg Scheck vom Walde zu Lehen, begabte ihn auch in seiner landesherrlichen Huld mit dem Mautrecht über die den Strom befahrenden Schiffe, und so hub der Scheck im Jahre 1423, wie heute noch auf einer Steintafel ob dem dritten Tore zu lesen, das ,Purgstal' zu bauen an. "Das Purgstal hat angevangen cze pauen her Jorig der Scheckh von wald des nächsten Mantag nach unser Frawntag nativitatis da uon Krist gepurd warn ergangen 1429 Jar."
In harter Frone schichteten die armen Untertanen sieben Jahre lang Stein auf Stein, bis der Bau vollendet war und nun der Ewigkeit zu trotzen schien. Der Scheck aber, übermütig geworden, verwandelte sich aus einem verdienten und allseits geachteten Staatsmanne in einen gefährlichen Raubritter und Schnapphahn, in einen Schreck im Wald und im ganzen Donautale.
Ein nieder Türlein führte wie noch heute in der Hochburg auf eine gar schmale Felsplatte in schwindelnder Höhe.
Ist ein wunderreicher Ausblick in eine Welt göttlicher Schönheit. Unter den Füßen des Wanderers rauscht der Wald geheimnisvolle Weisen und erzählt alte Mären von kühner Recken Streiten, aber auch von Weinen und von Klagen. Der mächtige Strom, den das Dampfschiff furcht, blinkt aus der Tiefe auf. Drüben steigt von Markt Aggsbach und Schwallenbach der Jauerling mit seinen gegen die Donau abfallenden Talrissen, seinen Waldungen, Wiesen und Gehöften bis zur Grenze der alpinen Flora empor. Im fernen Süden schließt das Hochgebirge im bläulichen Dufte das herrliche Bild ab.
Sein Rosengärtlein nannte der Scheck, zur Grausamkeit noch den Hohn fügend, die Platte und stieß die Gefangenen herzlos hinaus, so daß ihnen nur die Wahl blieb, entweder Hungers zu sterben oder ihren Leiden durch einen Sprung in die schauerliche Tiefe ein schnelles Ende zu bereiten.
Ein Gefangener aber hatte das Glück, in die dichte Laubkrone eines Baumes zu fallen und sich so zu retten, ein anderer wurde durch einen hochgemuten Junker, den Sohn der Herrin von Schwallenbach, befreit. Während aber die dem Tode entronnenen Männer nach Wien eilten, um dem Herzog von des Schecken Übeltaten nach Wahrheit zu berichten, entlud sich der Ingrimm des Burgherrn über den armen Jüngling. Scheck warf den Knaben ins Verlies, ja als Späher die Kunde brachten, der Herzog rüste gegen Aggstein, gebot er seinen Schergen, den Gefangenen zu fesseln und über die Felsen des Rosengärtleins in die Tiefe zu stürzen. Schon wollten die Schergen dem Auftrage grinsend Folge leisten, da klang feierlich-leise vom Westufer das Ave-Glöcklein herüber und der Scheck gönnte dem Junker auf seine inständigen Bitten so lange Frist, seine Seele Gott zu empfehlen, bis der letzte Ton des Glöckleins in den Lüften verhallt sei.
Es ertönte aber durch Gottes gnädige Fügung das Glöcklein fort und fort, nicht enden wollte der über des Stromes Wellen zitternde Schall, zur Ein- und Umkehr mahnend des Schecken Herz ... vergeblich; denn nur greuliche Flüche darob, daß das verdammte Geläute nicht verstummen wollte, waren des Schalles Widerhall im verstockten Gemüte des Unmenschen.
Inzwischen aber hatte der Feldhauptmann Georg von Stein auf des Herzogs Befehl in nächtlicher Weise die Burg umzingelt, klingende Münze und die Zusicherung völliger Straflosigkeit öffneten die Tore, und so wurde die letzte Missetat verhindert. Der Scheck wurde gefangen, vom Herzog aller Güter verlustig erklärt und endete sein Leben in Armut und Verachtung.

Quelle: Wachausagen, Erzählt und allen Freunden der goldenen Wachau gewidmet von Josef Wichner. Krems an der Donau. [1920]. S. 53 - 56.


Burgruine Aggstein, Wachau
Sonnenuntergänge wie diese, fotografiert von Jürgen Nejedly

Feste feiern wie sie fallen

Auf der Ruine finden auch traditionell jährlich ein paar Feste statt. Besonders bekannt ist das Mittelalterfest im April (nach dem Fest im vor dem Fest!). Aber das ist natürlich viel zu weit weg. Wie wärs deshalb stattdessen mit einem Christkindlmarkt mit Kunsthandwerk, auf den du dich freuen kannst? An drei Wochenenden im November können dort handwerkliche Schönheiten erworben werden, die schon verpackt versteckt für den oder die zu Beschenkenden bereit sind... 

Ruine Aggstein
Wie im Märchen... von Christian He

Märchenhaft oder? 

07.09.2017

TOP Abenteuertour

Die Vorbereitungen für die Schneebergbesteigung laufen auf Hochtouren. Nachdem ich es auf die Hohe Wand nicht zum gewünschten Zeitpunkt geschafft habe - Nachholbedarf! - steht nun der Schneeberg an. In meiner Heimat, am Wagram, sieht man bei gutem Wetter bis dorthin. Diesen Gupf, wie wir ihn lieblich nennen. Mit einem Jahr erklomm ich ihn zum ersten Mal. Mit meinem Opa. Der mich in der Bahn mitnahm und umsorgte. Und meine Eltern kletterten die steilen Pfade nach oben.

Diesmal? Ich bleibe beim gemütlichen Teil. Die Schneebergbahn. 



Hier macht Rausschauen noch Spaß. Denn der Salamander, wie die Bahn im gelb-grünen Kleid, umgangssprachlich genannt wird, betrieben von NÖVOG, die auch für die Wachaubahn und die Mariazellerbahn zuständg ist, schlängelt sich nach oben. Im Sitzen und im Staunen werde ich hier das Paradies Schneeberg genießen. Die Fahrt nach oben bringt einiges an Kosten mit sich, die sich aber auszahlen, denn nur eine Strecke Wanderung würden dich mehr als doppelt so viel Zeit kosten. Da lebt sich's doch besser mit etwas Gemütlichkeit... 

Auch der Kaiser liebte die Bahn übrigens. Am 18. Juni 1902 fährt Kaiser Franz Joseph I. mit der Schneebergbahn und besucht das Elisabeth Kircherl am Gipfel. Siehst du noch Spuren der kaiserlichen Besuche? Tafeln, Inschriften, Statuen...? 


Herrliche Stimmung, eingefangen von krewenka.com

Und oben wartet weiterer Genuss auf mich! 

Buchten bei Baumgartner. Das muss laut Webseite sein. Ich lasse mich überraschen, denn ich liebe die süße Germteigspeise am liebsten mit frischer Vanillesauce und Marillenmarmeladenfülle. 
Adieu, Sommer, Willkommen, Herbst! © Harald Töltl
Auch abenteuerlich, Galerie VOKA gleich beim Bahnhof Puchberg am Schneeberg.

More to come...

06.08.2017

TOP Glitzerwochenende aufs stille Land


Hier bliebt kein Stein auf dem anderen... 

Maissau am Manhartsberg, an der Grenze zweier niederösterreichischer Viertel (dem Wein- und Waldviertel) war für mich lange Zeit ein weißer Fleck auf der Landkarte. Aber mit dem Fund des Amethyst und danach dem Aufbau der grandiosen Amethystwelt, die zu den Top Ausflugszielen Niederösterreich gehört, ist der Ort (mit einer MEGA Konditorei) nicht mehr von der Ausflugszielkarte wegzudenken. 

Den Besuch in der Amethystwelt Maissau kannst du ganz einfach in einen Wochenendtrip verwandeln. In nur wenigen Autominuten entfernt liegt der Heldenberg, wo Geschichte und Natur ineinanderfließen. Mein gemütlicher Reisevorschlag sieht folgendes vor:

Wochenendtrip Maissau und Heldenberg
Reiserouten-Vorschlag für das südliche Waldviertel. © diekremserin on the go

Tag 1 Für Diamantenschleifer und Lebkuchenliebhaberinnen


060423_Amethystwelt 008
Einblick in die Ausstellung © Tauralbus, flickr.com

  • Anreise mit Unterkunft in Gars am Kamp, der Bauernmarkt am Samstag dort ist wirklich ein Traum.
  • Besuch von Stift Altenburg und die wunderschönen Gärten Vielleicht mach Sophie sogar eine Führung durch die barocke Pracht. Mittagessen kannst du dort im Restaurant, basic, aber gut. Für diesen Vorschlag gibt's sogar ein wunderbar geschnürtes Paket
  • Weiterfahrt in die Amethystwelt Maissau. Unbedingt vorher checken ob eine Familienführung, Schatzgraben oder eine Sonderveranstaltung stattfindet. Besonders schön ist die Diamantennacht, die heuer am 7. Juli begeistert hat. Die Sonderausstellung Fancy Diamonds bietet sich an, den Beruf des Diamantenschleifers doch noch in Erwägung zu ziehen (Seitenhieb auf meinen Papa, dessen Traumberuf dies wohl immer bleiben wird...). Tipp: unbedingt am Traumplatz verweilen und die Stille genießen. 
  • Ein Highlight am Abend ist der Ausblick der weinbeisserei ins Kamptal. Vom Plateau zwischen Weingärten und Sitzplätzen auf der Terrasse ist an klaren Tagen traumhaftes Fernsehen möglich. Neben dem Essen. Und Trinken. Matthias Hager tischt wahnsinnig intensive Qualität auf. Naturmaterialien, Regionalität, Bio-Produkte, Naturwein. Herz, erfreu dich dran! 

Nach dem gelungenen Tag ins Bettchen. Denn du wirst merken, hier kommst du runter. Kein Mucks. Hier sagen sich Hase und Fuchs Gute Nacht, und sie flüstern. 

Tag 2 Parkspaziergänger und Weinverkosterinnen

  • Nach dem Frühstück in Gars am Kamp Abfahrt zum Heldenberg
Du fragst dich vielleicht: Was gibt's dort eigentlich zu sehen?
  • Ich habe einen meiner ersten Volksschulausflüge dorthin in Erinnerung. Am Heldenberg, der seinen Namen natürlich nicht umsonst trägt ist die letzte Ruhestätte zweier k.u.k. Kriegsherren, die dort ein Denkmal erhalten haben. Herr Radetzky ist landesweit für den Marsch bekannt. Herrn Wimpffen musste ich erstmal googeln. Maximilian von hat ein durchaus langes Leben hinter sich und stirbt 1854 in Wien, wird aber in Niederösterreich begraben. Wo ihm wenig später der zweite im Bunde folgt. Die Grabstätte ist wirklich sehenswert, weil gut instand gehalten und sehr spannend welchen Stellenwert ein Feldmarschall in der Österreich-ungarischen Monarchie hatte. Die Verherrlichung von erfolgreichen Kämpfern und Strategen wird hier par excellence auch mit den Büsten im Park betrieben. Dennoch: Geschichte findet statt und ist begehbar. 2005 fand am Heldenberg die Niederösterreichische Landesausstellung statt, die sich auf jene Zeitreise begeben hat.  Fragen, wie diese wurden gestellt: Wer ist eigentlich ein Held und was tun Helden heute so? Wie hat sich das Bild des Helden und der Heldin verändert? Gab es früher schon Heldinnen? Ich denke sofort an Jeanne d'Arc von Orléans und gleichzeitig frage ich mich, wieso das Heldentum noch immer intuitiv mit Krieg in Verbindung steht... Antworten, jemand, bitte? 
  • Pferde, Pferde, Pferde. Und zwar die royal-eleganten Schimmel des Lippizaner-Geschlechts. Die sind dort zum Training und Muskelaufbau untergebracht. Besucherinnen und Besucher sind herzlich willkommen zuzusehen wie die weißen Pferde dressiert werden. In der Sommerfrische sind sie dort anzutreffen um sich auch auszurasten und vielleicht für die eine oder andere Streicheleinheit? 
Reithalle der Spanischen Hofreitschule © derheldenberg.at
Reithalle der Spanischen Hofreitschule © derheldenberg.at
  • Nach einem Spaziergang im Englischen Garten, der sehr liebevoll bis 2005 von der Verwahrlosung gerettet wurde und zum Lustwandeln einlädt, kann der angebrochene Tag mit einer Weinverkostung im Kamptal abgeschlossen werden. Eventuell auch mit einem Besuch im Gasthaus Haag in Haitzendorf

Und zu guter Letzt. Glitzer:





26.07.2017

TOP Wanderziele in Niederösterreich: Naturpark Hohe Wand

Ich habe mich für den Naturpark Hohe Wand entschieden. Es waren mehrere Wanderausflugsziele der TOP Ausflugsziele Niederösterreichs zur Auswahl. Zur Gemeindealpe geht's gemeinsam mit Angelika von wiederunterwegs.com und Gudrun, der Reisebloggerin.

Ein Beitrag geteilt von Didi 👑 (@didis_photography) am


Ist es zu glauben, dass ich es noch nicht persönlich hingeschafft habe, trotz diesem Argument: 40 Minuten von der Stadtgrenze Wiens entfernt liegt das Hochplateau des Naturparks Hohe Wand. Ich wohne quasi in Gehnähe. Ich kann mit öffentlichen Verkehrsmittel direkt aus Wien anreisen. Unglaublich.

Fünf Dinge, die ich machen werde, sobald ich die Hohe Wand erklimme:


1. Lamas und Alpakas. 

Sie sind dort. Du kannst sie angreifen. Sie können dich anspucken. Herz, was willst du mehr? Außerdem lernst du bei einer Exklusivführung jeden ersten Sonntag im Monat die handzahmen Tiere kennen...

Ein Beitrag geteilt von Betty (@mrsbatman91) am


2. Rundwanderwege.

Unmengen an Wanderwegen bietet das Hochplateau der Hohen Wand. Zum Beispiel hier zu sehen. Ums ernst zu nehmen: drei an der Zahl. Zwei davon sind 10km und einer 8km lang. Vorbei kommst du an Labstationen, an herrlichen Ausblicken ins Land hinein, an waldigen Abschnitten und Wiesen. Ein paar Klettersteige fordern die Mutigen unter euch... ;)

3. Ausblicke.




Bank hohe Wand
© Martin von flickr.com



hohe wand
© tyrosin von flickr.com 


Dazu brauche ich doch eher nichts sagen,... genug gesehen, oder?

4. Speisen wie Kaiser.

In der Turmsteighütte der Familie Müllner, die immer Samstag, Sonn- und Feiertage geöffnet ist. Also genau richtig. Dort hätte ich gerne Grammelknödel oder ein gutes Gulasch. Eventuell einen Kaiserschmarren? Erinnerst dich an meine Wanderung in den Ötschergräben letztes Jahr?

5. Wachse über dich hinaus.

Egal ob als Paraglider oder Fallschirmspringer, ob auf der Aussichtsplattform oder in der Wand. Versuch etwas neues, auf der Hohen Wand ist es möglich. Und zwar für die ganze Familie.

Hohe Wand
© Andrij Bulba





Es folgt: ein Nachbericht zum Besuch am 6. August. Und ob meine fünf Wünsche in Erfüllung gehen...

03.07.2017

TOP Wein- und Garten Tour Volume Two

Letztes Mal habe ich mir die Kittenberger Erlebnisgärten und die Weinerlebniswelt Loisium angesehen, diesmal treibt es mich entlang der Donau in die Garten TULLN und zu dem wein.sinn in der Sandgrube 13.

Ein Keller voll Wein

Die Kellergeister der Winzer Krems begleiten Besucherinnen und Besucher mit ihren Geschichten durch den traditionellen Keller bis hin zur heutigen Produktionsstätte, in der tagtäglich Flaschen abgefüllt werden. Das Unternehmen der Winzer Krems ist eine Genossenschaft und hat sich die Vermittlung des Vorgangs der Traubenverarbeitung und Keltern des vergorenen Safts zum Vorsatz genommen. Mit vielen Details und schönen Erzählungen schaffen sie dies auch.


In acht Stationen bringt dir das Weinerlebnis mit viel Emotion näher, welche Weine hier gemacht werden und mit welcher Liebe gearbeitet wird. Besonders die Umsetzung auf sehr kreative und verständliche Art und Weise überzeugt mich. Wir schreiten über die Riedenkarte des Kremstals, schauen uns Landkarten an und lernen die Riedennamen kennen, auf denen die Weinstöcke stehen. Momentan ist Zeit des Traubenwachstums, damit viele kleine Perlen in Trauben zusammen hängen und im Herbst geerntet werden können.

NÖ Festivals & Kultur
Wir stehen auf Krems. © Elena Paschinger von creativelena.com
Die Kunst kommt nicht zu kurz, denn Georgia Kreimer hat mit ihrer Videoinstallation den Kellergang in ein spannendes Erlebnis zwischen Sozialraum und virtuellem Raum verwandelt. Wie begegnen wir einander? Was lassen die Hände schließen? Wie viel Nähe geben Finger und Hände vor?



Hoch hinaus im Garten der Gärten

Wenn du deinen richtigen Garten suchst oder einfach mal ausspannen möchtest, ist der Weg nach Tulln bestimmt der richtige. Von den Winzern Krems weg, donauabwärts den Radweg entlang, erreichst du Tulln in 42 km.

Die Garten TULLN wurde als große Gartenschau vor ca. einem Jahrzehnt angelegt und bereichert Niederösterreich - auch als TOP Ausflugsziel - seitdem. In der Mission der riesengroßen Gartenanlage stehen Umweltmanagement, Nachhaltigkeit und Ökologie im Vordergrund. Zusätzlich

Drei Kernkriterien bilden im Naturgarten die Grundlage:

  • Verzicht auf Pestizide („Gifte”)
  • Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger („Kunstdünger”)
  • Verzicht auf Torf

Neben diesen sehr vorbildlichen Kriterien eine Gartenschau Instande zu halten, ist der Baumwipfelweg mein Favorit. Uber 700m Geländer kommst du über die Baumwipfel des Gartens hinaus und überblickst das ganze Areal.

Ja, dann wäre da auch noch die Kunst im Garten, von Nils Norman, Klaus Weber, Ines Doujak, Emese Benczúr und Dan Perjovschi.

eSeL_garten-tulln_0336
Kunst © eSeL.at

eSeL_garten-tulln_0011
Sehr net ist auch das Kanu fahren durch die Au in Tulln © Esel.at


Die nächste Veranstaltung, die ich sehr spannend finde ist die Kombination zwischen Musik, Garten und dem Vollmond. Mit Swing und dem richtigen Eckchen im Garten macht dies bestimmt viel, viel Spaß!

Das Fahrrad am besten stehen lassen und gemütlich mit dem Zug weiterreisen. Oder gar in Tulln übernachten...

15.06.2017

TOP Wein- und Gartentour Volume One

Vom Wein ins grüne Gartenparadies

Den optimalen Ausflug aus Wien z.B. plane ich am liebsten mit den TOP Ausflugszielen, wo ich versuche Unterkunft, Wein, Erlebnis und Natur miteinander zu verbinden. Dass hierbei kurze Fahrzeiten im Vordergrund stehen, ist klar. Sogar mit dem Rad könntest du die Tour Weinerlebniswelt Loisium in Langenlois und die Kittenberger Erlebnisgärten in Schiltern verbinden. 


Alles für die Familie in der Loisium Weinerlebniswelt: Von Familien wird die Kellerwelt geliebt. Mit einer Führung startet die Reise der Weinperle durch den Keller bis in die Flasche. Was da alles passiert! Am 24. und 25. Juni kannst du dieses Spektakel beim großen Sommer-Familienfest erleben.

Groß und Klein sind ganz begeistert von dem Erlebnis rund um den Wein... 

Alles für Pärchen: Von Pärchen ist das Package mit Übernachtung im Loisium Spa sicher ein Highlight - ich selbst habe den Wellnessbereich und den schieren Überfluss an Frühstücksangebot schon genossen. Die Weinverkostung von Kamptaler und Kremstaler Tropfen ist da das spektakuläre Tüpfelchen auf dem i, am besten draußen auf der Terrasse zu genießen.

Alles für Networker: Ein Fixpunkt im Jahr ist die After-Work-Veranstaltung mit Heurigenjause (neuinterpretiert) und schönem Rahmenprogramm. Hier kann vernetzt und gefeiert werden: die Loisium Lounge bietet einen wirklich guten Rahmen dafür. Triff doch deinen nächsten Lieblingswinzer und kommt ins Gespräch...

Alles für Freundinnen: Oder aber du kommst mit deinen Freundinnen und lässt es dir gut gehen - auch schon probiert -, unternimmst eine kleine Wanderung auf die Weinhügel rundum und genießt danach ein Achtel Grüner Veltliner bevor du in der gut sortierten Vinothek auch noch einkaufst...

Auch architektonisch hat das Loisium einiges zu bieten...  Designed von Stephen Holl im Jahr 2003 © Keith Erwing
Retreat: Wein und Unterkunft
Repeat: Gute Gesellschaft mit Erlebnis.

Überzeugt? In der Loisium Weinwelt ist für jeden was drin. 



Der nächste Stop, nach einem ausgiebigen Frühstück im Loisium, ist Schiltern, wo neben der Arche Noah auch noch andere schöne Dinge zu entdecken sind, wie zum Beispiel die Kittenberger Erlebnisgärten. Jede Jahreszeit bietet ihre Eigenheiten und was mich so fasziniert ist, dass der Wechsel von Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter hier so anschaulich verfolgt werden kann. Mit Charme und Witz, mit Humor und mit viel Bedacht arbeiten die Gärtnerinnen und Gärtner an Programm für Groß und Klein. Geschichten und viele Details verraten, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sehr viel konzipieren, dem Gras wortwörtlich beim Wachsen zusehen um wieder neue Erlebnisse zu erfinden und einzupflanzen. 

Der Sommer bringt ganz herrliche Farben - wie jede andere Jahreszeit ihre eigenen Farbtöne mit sich bringt: 

  • Rosa und lila Rosen- und Lavendelmeer 
  • Blau-grüne Schwimmteiche, Naturpools und Minibiotope
  • Familienrutsche am Abenteuerplatz 
  • Alpakas und Ponys im Bauerngarten
Wenn das Frühstück im Loisium nicht gereicht hat, kannst du auch hier noch Nachschub holen! 

Zum erfolgreichen Abschluss des Gartentages solltest du im Kofferraum noch etwas Platz gelassen haben: Balkonpflanzen, Naschgarten, Gartendekor, neue Pflanzen für den Vorgarten: alles gibt's hier zu kaufen und sofort mitzunehmen. Vor allem hast du Spezialisten und Expertinnen vor Ort, die dir auch zur richtigen Bearbeitung Tips mitgeben. 
Fein schmausen im Wintergarten. Oder für ein Päuschen zur Ruhe kommen... © diekremserin on the go

Auf, auf, das Beet ruft! 

30.05.2017

TOP Stiftetour: Vom Waldviertel in die Wachau Teil 2

Klösterliche TOP Ausflugstipps 

Klosterleben im Heute: Stift Göttweig

Täglich blicke ich auf die Klosteranlage am Göttweiger, täglich gehe ich am Göttweigerhof vorbei, der in Stein liegt. In Krems und Umgebung ist das Benediktinerstift Göttweig omnipräsent. Dennoch ist es nur eine Miniversion von dem, was es hätte werden sollen. Auch damals, im 18. Jahrhundert - trotz stetiger Bautätigkeit - war Geldknappheit mit Abwurfpaketen in Zusammenhang zu bringen. Aber Paul Troger, von Stift Altenburg bereits bekannt, wurde auch in Göttweig beauftragt sein bekanntes Blau an die Decke zu werfen, sogar für die Kaiserstiege, die besonders prachtvoll ausgefallen ist.

Stift Göttweig


Der größte Teil der Gebäude wurde nach dem Brand von 1718 errichtet und hat im Grundriss nach dem Vorbild des Escorial die Form eines Gitterrostes. Von den vier geplanten Ecktürmen des Idealplans wurden nur drei ausgeführt: der Sebastianiturm im Nordwesten, der Frauenturm im Nordosten und der Altmanniturm im Südosten. In der Hauptachse (Ost-West-Achse) liegen die Stiftskirche, der Kapitelsaal (heute Chorkapelle) und die Bibliothek; der westlich vorgelagerte Festsaal wurde zwar geplant, aber nicht ausgeführt. Im Osttrakt befinden sich die meisten Mönchszellen. Einen großen Teil des Nordtraktes bis hin zur Kaiserstiege nehmen das Museum im Kaisertrakt sowie das Archiv und die beiden Refektorien ein. Im Südtrakt sind die Verwaltung und das Jugendhaus untergebracht. Das Vorgebäude im Westen dient als Exerzitienhaus. Nicht auf den Plan Hildebrandts gehen die älteren Bauteile im Südwesten der Stiftsanlage zurück: die „Burg“ und die Erentrudiskapelle sowie die dahinter liegenden erst 1911 errichteten Wirtschaftsgebäude. Quelle
Egal ob vom Rad, Schiff oder zu Fuß unterwegs, Göttweig blickt stets auf uns herunter. Als ich zum ersten Mal auf der Terrasse, bei Sonnenuntergang an einem herrlichen Sommertag, stand, wusste ich, wieso dieses Plätzchen zum Bau gewählt wurde. Rund um den Hügel, der als heutiges Hochplateau offenbar Ufer des Urmeers war, liegt noch der Dunkelsteinerwald. Von Furth, der nächsten Ortschaft kannst du in wenigen Stunden direkt am Stiftsplatz ankommen, eventuell einen Kaffee genießen und eine Tour durch das Museum machen. Die Göttweiger Mönche (Benediktiner) brillieren mit modernen Zugängen und haben mit Pater Clemens sogar einen Tourismusspezialisten, der auf so manchen Messen anzutreffen ist. Auch mit ihrem Blog geben sie sich äußerst progressiv und versuchen mit den Menschen Kontakt aufzunehmen. Eine herrliche Möglichkeit das Kloster in seiner "Nebentätigkeit" als Wissenschaftslabor kennenzulernen, ist die Graphische Sammlung, die auch online zugänglich ist. Oh, und da wäre noch die Ansage das Leben im Kloster am eigenen Leib auszuprobieren: Zu Gast im Kloster! 


Krems & Wachau Valley during Winter


Zum Lernen ins Kloster: Stift Melk 

Das zweite Kloster im Bunde, das gemeinsam mit Göttweig die Außenflanken der Weltkulturerbelandschaft mit dem Stadtkern von Krems, ausmacht, ist Stift Melk. Melk und ich sind seit meiner Kindheit eng verbunden, denn in den Siftshöfen, in den Gärten und in den leeren Gängen des Konvikts verbrachte ich einige Sommer. Dort entdeckte ich geheimnisvolle, stille Höfe, erlebte die Sonnenfinsternis, fühlte erstmals wie kalt Marmor im Sommer bleiben kann und lauschte den Gesängen in der prunkvollen Stiftskirche, die von Gold nur so strotzt. Im Studium traf ich dann wieder auf die Stiftskirche, mit der ich mich intensiv beschäftigte (ich mache gerne einen kleinen Rundgang,...) und besichtigte Neu- und Zubauten rund um den Stiftskomplex. Jakob Prandtauer, der für den Bau der Benediktiner zuständig war, legte auch einen eigenen Kaisertrakt (siehe Kaiserstiege in Göttweig) an. Eine riesengroße, allumfassende Bibliothek mit Zwischenstock und Freskierung des Kaiserlichen Haus- und Hofkünstlers Bergl (auch im Sommerrefektorium und in Schönbrunn tätig) diente zur Wissenssammlung und als Ort des Durchschreitens und Nachdenkens. Ach, und mit einem Tafelbild von Lucas Cranach d. J. wird der rote Salon eingeläutet. Imperial!

Beim Rundgang durch die prächtigen, hohen Räume, durch die Gänge, die tagsüber und außerhalb der Ferien mit Schülern gefüllt sind, fühle ich mich stets wohl aufgenommen und aufgehoben. Fast wie Zuhause.


Melk Stift Melk

Eine schöne Neuerung in der Nordbastei hebe ich als Kunstvermittlerin, die gerne mit Schulprojekten kooperiert hervor: Hier werden Ausstellungen von Schülern und Schülerinnen des Stiftsgymnasiums, den Museumsmachern, gestaltet. Momentan ist "Das Farbstift" zu sehen. Außerdem blickst du von der Aussichtsterrasse der Nordbastei direkt über die Stadt Melk, in den Stiftsgarten und noch viel weiter übers Land. 

Es lohnt sich die beiden Stifte mit der UNESCO Kulturlandschaft Wachau dazwischen zu besuchen. Gerne am Rad und in Kombination mit dem Schiff. Oder auch über den niederösterreichischen Jakobsweg zu Fuß. Ja, es lohnt sich! 

24.05.2017

#Museumsfrühling 2017: Einblick, Ausblick, Rückblick



Schon in meinen Vorbereitungen zum Museumsfrühling 2017 habe ich bemerkt, dass es unmöglich ist alle Museen, nämlich 100 an der Zahl, an nur einem Wochenende zu besuchen. Allerdings habe ich neben den bereits Angekündigten noch ein paar im Kremser Raum besucht.

Römermuseum Mautern

Alea iacta est. Die Würfel sind gefallen. So heißt das römische Sprichwort, das ich zuerst in Asterix & Obelix Comics lesen musste, um später zu erkennen, dass es doch nicht aus der Feder der Cartoonisten kommt... Das Römermuseum, direkt im ehemaligen Favianis direkt an der Donau, besteht aus alten Gemäuern und einem Entdeckungsweg rund um das Lager.

Im Museum selbst fokussiert man sich auf Spiele. Bereits beim römischen Literaten Ovid ist belegt, dass Spiele omnipräsent waren. Jünglinge, die mit Nüssen (Walnüsse, denn die haben eine so schön natürlich ovale Form) ihre Geschicklichkeit und Geduld überprüften. Oder junge Mädchen, die mit Knöchelchen spielten. Ein beliebtes Instrument hierzu war der 12-seitige Würfel oder gar Spielfiguren aus Glas.

Spannend, was du dort alles entdecken kannst. Der Raum ist klein, aber sehr, sehr fein! Nimm am besten Freunde und Freundinnen mit um die Spiele direkt vor Ort auch ausprobieren zu können.


Ein Beitrag geteilt von diekremserin on the go (@lucietae) am

Schloss Traismauer

Ein Archiv einer Stadt gibt viel her. Da gibt es einiges zu entdecken und zu sehen. Vor allem der Innenhof des Schlosses hat mich begeistert, mit all seinen gemeißelten Steinen. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich obwohl ich seit langem in der Gegend lebe und arbeite mich noch nie nach Traismauer vorgewagt habe. Schade. Zum Glück serviert mir das Museumsfrühlingswochenende die Stadt am Silbertablett. Angeblich verweilte hier laut Nibelungensage die königliche Kriemhild...



White Cube in Krems 

Forum Frohner, das als Ort des Austauschs und der Begegnung errichtet und in den mittelalterlichen Komplex des Minoritenklosters eingegliedert wurde, zeigt bis Oktober die Schau „Hommage an Werner Hofmann. Biennale Des Jeunes De Paris“ … wer nicht viel mit Werner Hofmann anfangen kann, verüble ich ein gewisses Unverständnis nicht. Aber sehenswert ist die Schau aus kunsthistorischer Sicht auf jeden Fall: was macht einer der wichtigsten Kuratoren der Moderne anders? Wie gehen Künstler mit der Gegenwart der 1960er Jahre um? Wie wird diese Spurensuche von zwei Kuratorinnen und Kunsthistorikerinnen in die heutige Zeit übersetzt? Erst wirkt die Schau nüchtern und dokumentarisch, dennoch erzählt sie so viele Geschichten vom großen Werner Hofmann, von seiner Belesenheit, seinem Kunstgeschmack und nicht zu letzt von seinen treffenden Aussagen:

„Kunst ist - wie Kitsch - Verhandlungssache.“


Mehr davon, nächstes Jahr!

09.05.2017

#museumsfruehling2017: Wenn Nonsense zum Usus wird

"Hier wird lauthals gelacht."

Susanne, die Leiterin des Nonseum, das in Herrnbaumgarten, dem verruckten Dorf sein Zuhause hat, kann sich nur zwischen einer schnellen Pausenzigarette und der nächsten Eintrittskarte mit mir unterhalten. Es ist beginnender Hochbetrieb im nördlichen Weinviertel. Deutsch, Englisch und Tschechisch sind hier die Labels für die Einzelstücke angeschrieben. Gekommen war ich grundsätzlich um das Erste österreichische Küchen- und Greisslereimuseum zu besuchen. In einem süßen Hof am vermeintlichen Ende der Welt, tun sich neue Welten auf. Verrückt!



Lachyoga. Es wird lauthals gelacht. Draußen, drinnen. Es tummeln sich Kinder und Erwachsene jeden Alters gleichermaßen und verweilen auch ganz gemütlich draußen in der Buschenschank. Mein Lieblingsstück ist der Adventskalender mit Ostermotiven. Wieso? Keine Ahnung. Aus dem Schmunzeln wurde bei mir auf jeden Fall mehr. Finde doch an deinem Besuch beim Museumsfrühling am 20. oder 21. Mai das Ausstellungsstück... 

Museumsfrühling 2017
Einzelsocken-Sammelbox. Auch beim mir Vertschüssen sich Socken ständig... © diekremserin on the go
Am Wochenende des Museumsfrühlings bemühen sich auch die Kenner der Lachmuskeln und haben großes Programm zusammengestellt. Um eventuell das ganze Wochenende im nördlichen Weinviertel zu verbringen, bietet sich eine Unterkunft hier im Weingut Bohrn, inklusive Radtouren oder Traktorausfahrten, an oder noch mehr ein Besuch bei Buchinger's Gasthof zur Alten Schule in Riedenthal ob Wolkersdorf.

Das zweite Museum ist zweigeteilt, in eine alte Greisslerei mit charmanten, freiwilligen Pensionistinnen, die gerne erzählen wofür das ein oder andere Ausstellungsstück früher gebraucht wurde. Und die ultimativen OMO-Töpfe sind im Küchen- und Geschirrwirrwarr auf der anderen Seite des Hofs untergekommen. Am meisten fasziniert hat mich der Praktika. Ein Topf für alle Gerichte: Keine Überwachung.

Museumsfrühling 2017
Hier ist er, der Wundertopf. Gestapelt. © diekremserin on the go


Museumsfrühling 2017
Schau auf die Brotmaschine! © diekremserin on the go
Vom Nonseum mit genügend Nonsense versorgt, bin ich inmitten von Geschirr überfordert. Die Kredenz finde ich herrlich, kann mich kaum losreißen. Eine junge Familie mit zwei Söhnen betritt die Ansammlung von Topf und Deckel, Ausstecher und Lilienporzellan. Die Jungs sind mäßig begeistert, können aber nicht glauben, dass so eine Küche jemals hat aussehen können.

Währenddessen sitzen Maria und ihre Kollegin draußen und plaudern über das herannahende Gewitter. Das mich voll erwischt. Susanne hat hoffentlich Zeit für eine weitere Pausenzigarette und die Lachyoga-Gruppe vom Garten in den Stadel gewechselt.

Museumsfrühling 2017
Neben der wunderbaren Betreuung bin ich immer noch vom Hof angetan, von den herrlich-frischen Freiwilligen und ihrer Begeisterung für die Museen. Ein absolutes Highlight © diekremserin on the go

PS: Ich besuchte das Nonseum am Weltlachtag, was für ein Zufall! Das ist übrigens der 7.5. 
PPS: Ein längerer Aufenthalt lohnt sich!



03.05.2017

Comfort Places in Krems: Geheime Plätze rund ums Donaufestival

Meine Secret Spots in Krems 


Frühstück im Herzen von Krems

Ganz persönlich, mein perfekter Tag in Krems, um mich auf einen tollen Festivalabend vorzubereiten, beginnt mit einem herausragend internationalen Frühstück in meinem langjährigen Lieblingscafé in der Kremser Landstraße: moyoME. Neben Shakshuka und Haferbrei mit Nüssen ist mein Lieblingstag der Sonntag. Da gibt's nämlich auch Brunch mit Specials wie zum Beispiel gefüllten Buchteln mit Vanillesauce... yumm! Selbst nach einer langen Nacht kehre ich dort immer wieder gerne ein. Du kannst auch allein und ausschließlich aufgrund des NY Cheesecakes hingehen. Es zahlt sich aus.

Reservierungen werden online oder unter kueche@moyome.com entgegengenommen.

Ein Beitrag geteilt von MOYOme (@moyome_krems) am


Ein weiterer Rückzugsort für Frühstückshungrige ist das unaussprechliche Kaffeehaus am Pfarrplatz 3: Woracziczky. Neben dem erfrischend innovativen Inhaber Nikolaus ist das Café eher an internationale Standards angepasst und wirkt wie ein Planet, der in Krems gelandet ist. Super!



Nach dem Spazieren richtig Jausnen :)

Danach erkunde ich immer wieder aufs Neue gerne die kleine, aber feine Altstadt von Krems. Im Stadtpark kannst du auch während des Festivals ganz wunderbar Chillen und dich zurückziehen.  Oder dich treibt es ein wenig weiter weg in die Altstadt von Stein, wo du zwischen Schmuckstücken der Architektur spazieren gehst.

Wenn du in Stein hängen bleibst, entscheide dich zwischen Mexikanisch bei Martina und Manuel oder Italienisch bei Vito. Ich kann mich nicht immer gut entscheiden, aber bin letztes Mal der Sonne Mexikos zugetan gewesen. Mit Burrito und einem Sol im Mezcal geht's immer leichter...

Eine kleine Verkostung © diekremserin on the go
Eine kleine Verkostung © diekremserin on the go

Ach, und Vito, der ist für die besten Pizzen in Town zuständig - mit Büffelmozzarella im Ristorante Firenze.

Eine kleine Wanderung auf einen Aussichtshügel tut allemal gut, vor allem wenn die Sonne scheint. Der Wachtberg bietet sich hier an oder eine kleine Wanderung am Krems-Fluss entlang Richtung Rehberg. Dort empfiehlt sich - nachdem der Hunger beim Gehen und Wandern wieder aufkommt - ein durchaus längerer Stop bei Familie Lorenz und der Heurigenwerktstatt, die von 25. April bis 14. Mai geöffnet hat.




Für meinen Besuch am 2. Wochenende des Donaufestival sind Magen und Gaumen auf jeden Fall gut bedient. Mal sehen wie's der Seele nach dem Angesteckt werden des diesjährigen Festivalthemas geht...

Der Beitrag entstand auf Einladung des Donaufestival. 

Meist gelesen

Copyright © ✈️ diekremserin on the go | Powered by Blogger
Design by Viva Themes | Blogger Theme by NewBloggerThemes.com