wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about
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18.03.2017

Vom Zauber der Literatur


Wie jedes Jahr seit bereits 19 Jahren lädt das Unabhängige Literaturhaus Niederösterreich (ULNÖ) zu drei Tagen Literatur, Philosophie, Wein und Genuss ein. Dieses Zusammenspiel nennt sich Kulturenfestival, bei dem diverse Spielorte in und um Krems mit literarischen Größen aus dem In- und Ausland lesen, reden und rezitieren.

Von 6. bis 9. April 2017 sind also in Stift Göttweig, im Salzstadl Krems und direkt im ULNÖ junge wie renommierte AutorInnen zu Gast, die sich im Zusammenspiel mit regionalen WinzerInnen einem literaturinteressierten Publikum präsentieren. 



Zwischen Physik, Mathematik und Literatur mit einer Prise Philosophie bewegen sich Rudolf Taschner und John Wray bei ihrer Lesung und dem Gespräch, moderiert von Klaus Zeyringer, am Samstag, 8. April ab 10.30 Uhr. "Vom Zauber der Welt, der Zeit & anderen Wunderlichkeiten" nennen sie ihr Programm, in der es um ein komplexes Weltbild geht - ist es komplex geworden oder hat es durch Beschleunigung und ständige Erreichbarkeit an Undurchsichtigkeit gewonnen ? - und das Spannungsfeld zwischen Entschleunigung und absoluter Flexibilität besprochen.

Tickets gibt es hier! 

Man reiche den (Spritz-)Wein! 

Die Weinbegleitung folgt erst abends, wenn wieder John Wray, aber auch Jonas Lüscher, Sabine Gruber, Michael Krüger, Reinhard P. Gruber und die Tsatsiki Connection zu Wort und Ton kommen. Im schönen Ambiente des Brunnensaals des Stift Göttweig können neben den Lesungen Weine der folgenden Winzer genossen werden. Welche Sorten ich empfehle? Nicht ganz einfach ... Grüne Veltliner reihen sich aneinander, unbedingt überall ein Schlückchen nehmen - aber nur so viel, dass auch noch die Lesung zu genießen ist.

Weingut Fred Loimer 
Weingut Hirsch
Wein & Wohnen Kroneder
Weingut Bruno Kirschbaum
Weingut Johann Topf
Weingut Schloss Gobelsburg

Die Weintradition im Kamp- und Kremstal hat sich in den vergangenen Jahrzehnten professionalisiert und auf einen sehr modernen Stand gebracht. Die WinzerInnen geben Acht auch die richtige Lage, das Terroir, für die richtige Rebe, sodass - richtige Erde, richtige Pflanze - große Weine wachsen. Einfluss darauf haben aber Naturereignisse, wie Frost im Frühjahr, zu feuchte oder zu trockene Jahre, Schädlinge, Naturkatastrophen, wie Hagel, und natürlich dann die jeweilige Linie des Winzers und der Winzerin in der Kellerarbeit. Die Liste aller teilnehmenden WinzerInnen ist online abrufbar.

"Kann man denn außerhalb der Zeit schlafen, atmen, denken? Mit anderen Worten: überhaupt leben?" 

Aus: John Wray, Das Geheimnis der verlorenen Zeit, Rowohlt 2016.

Ich bin gespannt auf die Kombination von Lesegenuss und Gaumenfreude. Entstehen neue Geschichten, behalte ich Geschichten besonders oder gar anders im Kopf, lasse ich mich eher auf Lesungen ein? Mit all diesen Fragen gehe ich auf dieses Festival zu.

Ganztägiges Nachdenken 

Oh und noch dazu ist das Stift Göttweig einen längeren Aufenthalt wert: als #TopAusflug2017 besuche ich nicht nur die Stiftskirche sondern auch den barocken Stiftskomplex mit wunderbarem Garten. Er wird Teil meiner Klösterreise von Stift Altenburg bis Stift Melk werden. Aufregend...

Ein Beitrag geteilt von MGDLN (@mz.ktz) am


10.06.2015

#gothere 14: 1001 reasons to love Austria

In addition to #gothere 13....

Have you ever been to a lovelier and more compelling town than Krems? All Austrians tend to be extremely helpful and are enjoying their lives fully - carpe diem. Well, not really. You might have found out already, that we - I am including myself - try to dislike a lot of things. Including the weather, our jobs, politics (well, who does not?), our home town, our personal lifestyle - we love to nag, to grumble, to carp, to niggle... but actually we should rather spruce ourselves up and enjoy what we have. Therefore, Katharina Schneider wrote an illustrated book about Austria: 1001 reasons to love Austria




A "how to" and "why so"...

Katharina Schneider questions if we know that the accordion has been founded in Vienna, or if the greatest reef of oysters is located in Klosterneuburg. Why should you love Austria when some people boost Red-Bull's star (for 5 minutes) Felix Baumgartner? Because there are greater personalities and characters like Oskar Kokoschka or Paul Watzlawick (Man kann nicht nicht kommunizieren). This book bows to all lovers of Austria and all Austrians. It happens to be one funny encyclopedia of one tiny country in Europe.

Presenting...

Friday night, when Kunstmeile Krems appears to invite to its Open House from 6 p.m. to 11 p.m., Katharina Schneider will read her book at Karikaturmuseum Krems at 7 p.m.! Also, the original illustrations are exhibited just for this one night at the museum... The reading will be in German! 

Presentation and reading of "1001 Gründe Österreich zu lieben" by Katharina Schneider, illustrator Wolfgang Schüssel and governor Erwin Pröll.
7.00 p.m.
Karikaturmuseum Krems
Steiner Landstraße 3a
3500 Krems
www.karikaturmuseum.at

03.04.2015

6. April 1945: eine Stadt stellt sich ihrer Geschichte

Am 6. April 2015 ist der 70. Jahrestag des Häftlingsmassakers von Krems-Stein. Robert Streibel, Autor, Historiker und Kremser, beschäftigt sich in seiner Publikation "April in Stein" mit dem größten Zuchthaus des NS-Regimes.

© Residenz Verlag
© Residenz Verlag

Das Buch erzählt vom (Über-)Leben im Zuchthaus, von Zwangsarbeit und politischem Widerstand, vor allem aber erstmals vom Massenmord in Krems. Regimegegner wurden hier eingesperrt – Kommunisten und sogenannte „Saboteure“, Widerständler aus Österreich und Osteuropa. Am 6. April 1945 öffnet der Gefängnisdirektor angesichts der vorrückenden Roten Armee die Tore der Haftanstalt, doch SS, SA und lokale Bevölkerung jagten und ermordeten Hunderte politische Häftlinge in einem beispiellosen Massaker. Einigen gelingt die Flucht, einige überlebten versteckt im Keller, und ihre Berichte bilden die Grundlage von Robert Streibels vielstimmigem Panorama. 

© Residenz Verlag
© Residenz Verlag

Robert Streibel stellte vor kurzem die Publikation über die NS-Vergangenheit der Stadt Krems vor und wird am 10. April 2015 um 19.00 Uhr in Verbindung mit der neuen Ausstellung der Galerie Kultur Mitte Krems in der Oberen Landstraße 8/1. Stock weiter thematisiert. Die Dokumentation des Volksgerichtsprozess gegen die Mörder von April 1945, stattgefunden im August 1946, ist Thema der Ausstellung. Robert Streibel kuratiert die Ausstellung.

Ich bin sehr froh, dass sich nach wie vor Historiker wie Robert Streibel mit der NS-Zeit in Krems auseinandersetzen. Wir sollten alle über die Verbrechen der Nazis gegen Widerstandskämpfer und ihre ganz individuellen Geschichten Bescheid wissen. Wir sollten uns dafür interessieren, denn wir alle leben in einer Stadt, die diese Geschichten (ver-)birgt. Stellen wir uns gemeinsam dieser Geschichte. Vielen Dank an die Stadt Krems, die Galerie Kultur Mitte und an Robert Streibel persönlich, der uns historische Wahrheiten zugänglich machen!

Weiterführende Links:


Die Räumung der Justizhaftanstalten 1945 als Gegenstand von Nachkriegsprozessen — am Beispiel des Volksgerichts- verfahrens gegen Leo Pilz und 14 weitere Angeklagte
von Winfried R. Garscha und Claudia Kuretsidis-Haider


Robert Streibel

Juden in Krems

10.03.2015

Graphic Novel gegen Rechts: Nils Oskamp

Gestern hatte ich das Vergnügen im vorübergehenden Atelier von Nils Oskamp, dem AIR - Artist In Residence Künstler von Februar bis März an der Kunstmeile Krems kennen zu lernen. Der Zeichner ist ein ruhiger, aber dann doch redseliger 1969 in Bochum geborener Wahl-Hanseat, der sich seit 2007 mit seinen gewaltvollen Zusammenstößen mit der rechten Szene in Dortmund beschäftigt. In einer Graphic Novel, die vom Amadeu Antonio Stiftung herausgegeben wird. Über 100 Seiten, die daran erinnern, dass Rassismus tötet - seit dem Mauerfall in Deutschland wurden 200 Menschen Opfer rechter Gewalt, 5 davon allein in Dortmund. Dass er sich intensiv mit dem Thema Rechtsextremismus in Deutschland beschäftigt, zeigt sein unglaubliches Wissen und die Möglichkeit der aktiven Wissensvermittlung an Schulen über sein Projekt.

Nils Oskamp in seinem Atelier direkt an der Kunstmeile Krems © diekremserin
"Drei Steine" mit Post-its an den Wänden © diekremserin

Nils Oskamp in seinem Atelier direkt an der Kunstmeile Krems © diekremserin
Nils Oskamp in seinem Atelier direkt an der Kunstmeile Krems © diekremserin



"Drei Steine" heißt sein Projekt, das auf die Symbolik der jüdischen Tradition zum Gedenken drei Steine auf Gräber niederzulegen hinweist. Mehr zu den Symbolen und dem Hintergrund auf der Website. Nils Oskamp baut seine Comics auf wie in ein Film, Szene für Szene arbeitet er sich vor und die Charaktere entwickeln sich. Der Text findet dann über Photoshop in die richtigen Sprechblasen, auch die Kolorierung (beige für die Gegenwart, blau-grau für die Vergangenheit) passiert über den Computer.




Gerade befindet sich Nils Oskamp auf einer großen Präsentationsreise auf der Leipziger Buchmesse, wo er gemeinsam mit dem Goethe-Institut am Donnerstag, 12. März 2015 Rede und Antwort steht und von seinen Erlebnissen erzählt. Über sein Projekt, Unterstützung wie Gegenwind beim Schreiben und die Frage, wie politisch ein Graphic Novel sein kann, unterhält sich der Comic-Zeichner und Graphic Novel-Autor Nils Oskamp mit Bernd Zabel, Goethe-Institut.

Im Rahmen von NEXTCOMIC Festival am 22. März 2015 um 14.30 Uhr in Linz wird Nils Oskamp in einem Vortrag seine Graphic Novel präsentieren.

Die Graphic Novel "Drei Steine" und Informationen dazu findet ihr hier: www.dreisteine.com

11.01.2015

Krems, dort wo wir wohnen

Wo ich wohne - Ein Film für Ilse Aichinger ist zu Gast im Kino im Kesselhaus

Wo ich wohne © Stadtkino 


Ilse Aichinger ist eine der großen Literatinnen des 21. Jahrhunderts, die seit 1988 wieder in Wien lebt. Als Tochter einer jüdischen Ärztin überlebte sie den Zweiten Weltkrieg und die Grauen des Nationalsozialismus, während ihre Großmutter und die jüngeren Geschwister ihrer Mutter deportiert und ermordet wurden. Die Zwillingsschwester von Ilse Aichinger konnte noch vor Ausbruch des Kriegs nach Großbritannien flüchten. "Wo ich wohne - Ein Film für Ilse Aichinger" von Christine Nagel wird am 28. Jänner 2015 im Kino im Kesselhaus gezeigt. Die Regisseurin, die diesen Film der Schriftstellerin widmet, beschäftigte sich schon in den vergangenen Jahren intensiv mit Ilse Aichinger und ihrem schriftstellerischen Oeuvre. Im Hörbuch "Nach dem Verschwinden" tritt sie mit der Autorin fiktiv in Kontakt und versucht mit sprachlichen Bildern sowie durch die Annäherung an die Biographie Aichingers das Wesen der Schriftstellerin und ihrer Sprache zu portraitieren.

"Schreiben kann eine Form von Schweigen sein."


Im Film entwirft Christine Nagel ein fragmentarisches Erinnerungsbild. Dabei bleibt das Gesamtwerk von Ilse Aichinger wichtiger Anhalts- und Ausgangspunkt. Die Geschichten verdichten sich zu einem auch visuell aufregenden Porträt der Autorin. Der Titel des Films nimmt auf die Kurzgeschichte "Wo ich wohne" von 1963 Bezug, in dem sich ein plötzliches Eindringen von Außergewöhnlichem in den Alltag eines Menschen zur Hilflosigkeit dessen führt. Real oder irreal? Auch der Film bewegt sich immer wieder zwischen der subjektiven Wahrnehmung und der tatsächlich stattfindenden Realität.

Im Gespräch mit Regisseurin Christine Nagel können im Anschluss an den Film Fragen gestellt und Zugänge zum Werk von Ilse Aichinger geklärt werden. 




Eine Kooperation mit „ELit Literaturhaus Europa“.

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