wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about

21.04.2014

Kaffeehaus-Gespräche II

Die Liebe zum Sport

im Gespräch mit Rainer Pariasek


Wenn am 2. April (leider hat sich das Wetter seitdem wieder etwas Richtung Winter gewandelt) schon die Sonne so scheint wie sonst Ende Mai, bin ich mehr als dankbar einen der begehrten Tische Wellen.Spiel an der Schiffsstation reserviert zu haben. Punkt 14 Uhr drehe ich mich hin und her – ich bin doch einigermaßen nervös – und entdecke meinen Interviewpartner des Nachmittags. Der Sportreporter und langjährige Sport-am-Sonntag-Moderator Rainer Pariasek sieht sich – chic in dunkelblauem Hemd und dunkler Sonnenbrille - suchend nach mir um.

© upc.at
„Ich erkenne Sie, aber Sie mich nicht.“ Er setzt sich lachend. So dürfte es ihm wohl öfter gehen. Das journalistische Portrait von Rainer Pariasek beginnt mit seinem Schritt in die Sportredaktion der APA (Austria Press Agency). „Ich bin da hineingeraten.“ – als Jus-Student brauchte er das nötige Kleingeld, sei darauf angewiesen und Sport sei für ihn ein spannendes Thema gewesen. Sein Traumberuf – von Wikipedia wurde ich falsch vor-informiert – war seit Kindestagen, der des Strafverteidigers. Dass er an Fragen gewöhnt ist, bemerke ich, als er sich die nächste selbst stellt und beantwortet: „Ich werde von Kollegen oft gefragt, ob ich es bereue diesen Weg nicht gegangen zu sein.“ (kurze Denkpause) „Nein, ich habe keinen Tag, den ich in der Sportredaktion verbracht habe, bereut.“
Dabei erging es ihm in den späten Achtziger Jahren - nach der APA folgten einige Jahre in der Presse ehe er 1996 zum ORF-Fernsehen wechselte – so wie vielen jungen Menschen. Man bleibt im Job 'picken' und ehe man sich versieht wird das Studium zur Nebensache. Der Wahl-Wachauer bestellt einen kleinen Braunen und wir beginnen uns über die Region, über die prominenten Experten bei Fußball und Schifahren und über schwierige Interviewkandidaten zu unterhalten:

Ihren privaten Lebensmittelpunkt haben Sie in die Wachau verlegt. Was schätzen Sie so an dieser Gegend, die Ihnen mehr als 1 Stunde Arbeitsanfahrt beschert?
Eine Stunde ist etwas übertrieben. Ich fahre ja zu Zeiten ins ORF-Zentrum, zu denen die Straßen leer sind. Außerdem verbringe ich mehr Zeit außerhalb des Studios - in Stadien zum Beispiel. Die Anfahrtszeit hat meine Entscheidung hier her zu ziehen nicht beeinflusst.

Nehmen Sie am kulturellen Leben – wenn Sie Zeit haben - in Krems & Umgebung Teil?
Ich bin ein Genussmensch. Gutes Essen und Trinken werden hier an jeder Ecke angeboten - vom Heurigen bis zum Haubenlokal findet man in der Wachau ausschließlich Top-Qualität.

Wie hat sich Krems im Laufe Ihrer Zeit, die Sie hier leben, verändert?
Ich weiß nicht, ob das nur ein Gefühl ist, aber die Zahl der Studenten hat sich in den letzten paar Jahren erhöht. Das bringt neues Leben in die Stadt, man sieht mehr junge Leute.

Was wünschen Sie sich für die Region & für Krems?
Dass die finanzielle Situation für Krems geregelt wird. Man hört ja immer nur, dass die Stadt auf immensen Schulden sitzt. Ich hoffe, dass diese Probleme gelöst werden können.
© orf.at

Wechseln wir zum Thema Sport: Für mich sind Sie DER Sportreporter meiner Generation. 1996 war ich 7 Jahre alt und durfte neben Schifahren, viel Fußball im Fernsehen anschauen. Ihr Gesicht hat mich Jahraus, Jahrein begleitet. Welche Events in Sommer und Winter können Sie nicht auslassen - Kranksein hin oder her?
Puh, abgesehen von olympische Spielen und Weltmeisterschaften, die Highlights sind, freue ich mich jedes Jahr auf das Wochenende in Kitzbühel - weniger auf den Narrenzirkus rundherum. Das ist einfach das beste Rennen. Gleich im Anschluss ist der Nachtslalom in Schladming ein absolutes Muss... Und natürlich sind die Länderspiele im Sommer etwas besonderes,...

Apropos, Nationalmannschaft: wie prognostizieren Sie die nächsten Spiele für die Euro 2016?
Unter Marcel Koller hat es auf jeden Fall eine positive Veränderung gegeben. Ob das reicht ist fraglich. Die anfängliche Euphorie ist abgeklungen, denn für viele war die Veränderung der Euro von 16 auf Mannschaften der Gruppen ein sicheres Ticket in die Meisterschaft. Mit der Auslosung kam die Ernüchterung. Für die Euro ist eine Prognose dennoch schwierig. Ich bin nach wie vor etwas skeptisch.


Sie Sind ja hauptsächlich für die Interviews bei Sportevents zuständig - sind Sie vor dem Interview nervös, vor allem wenn sich das Gegenüber problematisch verhalten könnte?
Nervös nicht, aber es hat natürlich schon einige Situationen gegeben, in denen ich gut auf die möglichen 'depperten' Antworten meiner Interviewpartner vorbereitet sein musste. Da denke ich vor allem an zwei Herren, die nicht mit kritischen Fragen umgehen konnten. Diese Fragen habe ich dann natürlich trotz allem gestellt - und habe mir zuvor schon die Antworten, sowie meine Reaktion überlegt. Das ist extrem hilfreich. Aber nervös bin ich nicht. Das macht auch die langjährige Erfahrung.

Vom schwierigen Interview-Partner zum Promi-Experten: Roman Mählich, Herbert Prohaska, Helge Payer beim Fußball, Armin Assinger, Thomas Sykora, Alexandra Meissnitzer beim Schifahren  - welche Schlüsse ziehen Sie aus diesem Konzept Prominente an Ihre Seite zu stellen? 
Die ehemaligen Profis haben eine unglaubliche Anziehungskraft für die Zuseher. Natürlich, der eine mag den Assinger, der andere nicht - aber im Großen und Ganzen nehmen die Promi-Experten eine Fangemeinde mit, die dann mit ihren Lieblingen Rennen und Matchs ansieht. Lustig ist, dass zum Beispiel der Prohaska als Teamchef nicht wirklich gerne Interviews gegeben hat, auf die eine oder andere Frage patzig geantwortet hat und seit seinem Positionswechsel nun versteht, wieso wir welche Fragen so stellen und stellen müssen.

Vielen Dank für Ihren spannenden Einblick in die Sportwelt und Ihre langjährige Arbeit als Moderator beim ORF. 


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