wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about

05.05.2016

Fast and Furious: eine ganz besondere Kinogeschichte

Kooperationen zwischen kulturellen Institutionen zeigen mir immer wieder, wie schön interdisziplinäres Arbeiten innerhalb des dehnbaren Kulturbegriffs sein kann. Kino und Karikatur scheinen weit auseinander zu liegen. Kino und Comic, da kommen wir einander schon näher, oder?



Seit diesem Jahr öffnen sich die Ausstellungshäuser der Kunstmeile Krems (Karikaturmuseum Krems, Kunsthalle Krems, Forum Frohner) einmal monatlich abends für einen After-Workshop, mit dem Titel Kunst trifft.... An jedem ersten Mittwoch im Monat treffen die WorkshopteilnehmerInnen auf einen neuen Begriff, in der Vergangenheit waren dies Malerei, Tinte und Trickfilm. Und gestern, am ersten Monat im Mai: Kino.

Im Anschluss an den Workshop zeigt das Kino im Kesselhaus DRIVE von Nicolas Winding Refn mit Ryan Gosling (2011)

Verfolgungsjagden only? Oder gibt's andere Autos im Film...

Unweit des Karikaturmuseum Krems liegt das kleine Programmkino im Kesselhaus direkt am Campus der Universitäten und Fachhochschule - nichts ist also leichter die beiden Häuser näher zusammen zu rücken. Der Einstieg in die Thematik Kino liegt auf der Hand: wir widmen uns nicht nur dem Kino allgemein, sondern werfen gemeinsam mit Kunstvermittlerin Eveline einen Blick auf die Karikaturen und Comics, die in der Ausstellung Kult auf 4 Rädern gesammelt wurden. Die Gruppe ist klein, ganz exklusiv können wir unseren Assoziationen freien Lauf lassen und uns schon fragen wie weit uns die gezeichneten Arbeiten aus den letzten 100 Jahren an Filmsequenzen erinnern.  "Thelma und Louise!" - ganz klar, eines der Originalcomicblätter aus der comic-car-collection von Rochus Kahr wird sofort mit der Schlussszene des Kultfilms mit Susan Sarandon in Zusammenhang gebracht... Aber ich will hier nicht zu viel verraten. 
Inspiriert und mit Inputs aus der Autoausstellung gehen wir gemeinsam mit Eveline und Filmvermittlerin aus dem Kino im Kesselhaus Martina, die uns schon in der Ausstellung immer wieder auf filmische Zusammenhänge oder stilistische Mittel die ComiczeichnerInnen mit FilmemacherInnen verbinden hingewiesen hat, ins Atelier. 

Schauen, Hören und gemütlich Zurücklehnen ist nun angesagt. Martina ist voll in ihrem Element: "Ich bin voll hinein gekippt in der Vorbereitung auf diesen Workshop, denn in so vielen Filmen ist das Auto ein wichtiges Symbol ... für Unheil, Tod oder eine Umkehr." Dass sie sich mehr als intensiv vorbereitet hat, merken wir nicht nur im Enthusiasmus, sondern auch durch die Filme, aus denen sie erzählt.

Geschichte, aber nur kurz!

Nachdem ich vor einigen Jahren am Institut für Romanistik französische Mediengeschichte als Kurs belegte, weiß ich zumindest über die Anfänge des Films Bescheid (oder werde von Martina daran erinnert, was ich alles wissen sollte...). Die Gebrüder Lumière mit ihrem Film- und Abspielapparat, als erstes Homecinema, das aber eher in Gesellschaft in Cafés und Varietés geschaut wurde. Oder die Entdeckung des Stopptricks. Was das ist? Frag Martina!

Fünf Stationen des Workshops, die ich sehr genossen habe: 


1. Arrival of a Train at La Ciotat (The Lumière Brothers, 1895)
Verbunden mit der Legende, dass beim erstmaligen Zeigen des Films die ZuseherInnen aus Angst und Panik aufgesprungen sind und das Lokal verlassen haben, hat dieser Film schon fast alle möglichen Einstellungen einer fixen Kamera. Fun Fact: die Aufnahmen der geschäftigen Menschen haben nicht ausschließlich dokumentarische Eigenschaften. Sie wurden von den Brüdern eingeladen, fesch gemacht und inszeniert...




2. Playtime (Jacques Tati, 1967)
Aufnahmen aus den 1960er Jahren mit wunderbarem Drive und kindlichem Spielgenuss. Tati weiß wie man Menschen zum Schmunzeln bringt...




3. Lost Highway (David Lynch, 1997)
Mit dem Soundtrack von David Bowie (I'm Deranged) lässt das Intro zu Lost Highway schon auf eine typische Lynch Geschichte hindeuten: offenes Ende, offene Interpretation, offene Augen - weil schlaflos...




4. Rebel Without A Cause (Nicholas Ray, 1955)
"You are tearing me apart!" James Dean in seiner Rolle. Nur vier Filme hat der früh verstorbene und zur Legende mystifizierte Dean abgedreht. Erfolgreich. Ein Klassiker der Film-Auto-Geschichte. Und intensiv mit seinem tatsächlichen Ableben verbunden...



5. Drive (Nicolas Winding Refn, 2011)
Der Film wurde nicht im Workshop vorgestellt, sondern dann im Kino gezeigt. Denn nur der Saal, der Sound und die Atmosphäre im Kino kann Emotionen und Einstellungen so rüber bringen, wie vom Regisseur angedacht. Oder?



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