wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about

18.03.2014

Die Verwandlung von Elisabeth Ecker

Feiern mit Tarantino und Linz am Puls der Musikszene

Ein Gespräch mit der Band "The Beth Edges", die am 20. März im Kino im Kesselhaus gastiert. Um 18.45 Uhr beginnt die CINEZONE mit der witzig-schwachsinnigen Komödie "Anchorman 2" mit Will Ferrell, Christina Applegate und Steve Carell. Wenn die Wahlwiener dann aufspielen, geht's rund - bitte mindestens so wie bei ihrer Release-Party im Wiener Flex ...

Happy Release Day!
© The Beth Edges @facebook.com

Auf facebook habt ihr die Tage bis zur Release eures neuen Albums mit Abbildungen (Headern) runter gezählt. Hat es sich gelohnt? Wie war die Release-Party?

Ja, wir wollten ein wenig Spannung erzeugen und haben dafür die Illustrationen der einzelnen Songs vom neuen Album verwendet. Ich glaub es hat sich schon gelohnt, da die Leute jeden Tag ein visuelles Stück vom neuen Album zu sehen bekommen haben und das sozusagen auch der erste optische Vorgeschmack war. Die Release-Party war wunderbar. Das Flex war knallvoll und den Leuten hat's sichtlich gefallen, das hat uns wahnsinnig gefreut.

Gratuliere zum neuen – schon 3. Album – hättet ihr euch 2007 gedacht, dass ihr heute Musik macht, die Österreich liebt?

Ich muss sagen, wir haben früher definitiv mehr drüber nachgedacht, ob die Leute auch gut finden, was wir machen und wohin die Reise gehen wird. Ich weiß allerdings nicht mehr genau, was uns damals so alles durch den Kopf ging, da es ja doch schon ein Weilchen her ist und wir mittlerweile das 3. Album veröffentlicht haben. Wir haben seither Unmengen an Konzerte gespielt, viele Leute kennengelernt, sind viel rumgekommen und haben dadurch viel Erfahrung sammeln können. Mittlerweile steht bei uns im Vordergrund, dass wir das umsetzen, was uns im Kopf herumschwirrt und uns als Band gefällt. Wenn die Leute das letztendlich auch gut finden, ist es das schönste was einem passieren kann.

2009 wart ihr als Support für Razorlight unterwegs: wenn ihr daran zurück denkt, welche Gefühle, Eindrücke, Erinnerungen kommen hoch? Gibt es ein besonderes Ereignis, das ihr mit uns teilen wollt?

Ja, wir haben Razorlight im Gasometer supportet. Das war eine der ersten Shows bei der wir vor richtig richtig vielen Menschen gespielt haben. Es war ein sehr gutes Gefühl, vor einer Band zu spielen, die zu dieser Zeit auch durchaus unsere Musik beeinflusst hat.

Ganz ehrlich, woher kommt euer Band-Name? Auf wikipedia liest sich ja in einem Satz, dass es ein Mädchen dazu gab – ich will die Geschichte hören!

Ich war in meiner frühen Jugend unsterblich in eine Lady namens Elisabeth Ecker verliebt. Aus uns wurde jedoch nichts und als wir ein paar Jahre später die Band gegründet haben und wir für die ersten anstehenden Konzerte einen Namen brauchten, hab ich mich wieder an die Geschichte mit Elisabeth erinnert und daraufhin versucht ihren Namen ins Englische zu übersetzen. Die andern fanden die Idee gut und so wurde aus Elisabeth Ecker, The Beth Edges.

Das Mädchen darf sich geehrt fühlen. Nach mir wurde noch keine Band benannt… :-) Soweit ich weiß kommt ihr aus Linz. Wie würdet ihr die Musikszene dort einschätzen?

The Beth Edges - Album, 2014
Ja, wir haben uns in Linz in der Schule kennengelernt, sind aber dann relativ bald nach der Matura nach Wien gezogen, weil unsere Agentur auch in Wien war und das die Zusammenarbeit um einiges erleichtert hat. Zur Zeit als wir noch in Linz waren, haben sich sehr viele gute Bands gegründet und das hat sich auch seither kaum verändert. Es gibt genügend kreative Köpfe in allen Kunstsparten, die gute Sachen machen und Linz pulsiert. Ich finde jedoch, dass es dann doch zu wenige Locations und Plattformen gibt, die das auch wirklich zu schätzen wissen bzw. angemessen fördern und vor allem jungen Bands die Möglichkeit geben, Gehör zu finden. Es wird sehr viel getan, keine Frage und es wär jetzt auch falsch über eine Szene zu urteilen, in der man kein aktiver Bestandteil mehr ist sozusagen, aber da geht definitiv mehr und zwar nicht von den Bands selber, weil die machen und tun eh schon was geht, sondern eher von denen, die die Mittel ohnehin zur Verfügung haben.

Jetzt zu den Filmen – immerhin spielt im Vorfeld zu eurem Konzert die große Liga der Komödianten auf. Welche Filme würdet ihr euch gerne ein 2. oder 3. Mal ansehen?

Wir schauen alle sehr gerne Filme. Nicht zuletzt haben etwa Tarantino's Filme in ihrer Gesamtheit dieses Album wahnsinnig beeinflusst. Seine Filme beinhalten, so blutig und durchaus hart sie oft sein mögen, auch sehr viele lustige und komische Passagen. Also Pulp Fiction, Death Proof und der großartige Western Django Unchained sind definitiv Filme die wir uns bereits zig male angesehen haben. Also, Tarantino Streifen sind ein heißer Tip von uns.

Dann hofft ihr, genauso wie bald auf was neues von Tarantino! Ihr seid seit 2007 als Band unterwegs, kennt euch aus der Schulzeit: wann und unter welche Bedingungen habt ihr die Gründung der Band beschlossen?

Prinzipiell wollten wir außerhalb der Schule einfach gemeinsam Musik machen und herum probieren. Als ein Proberaum frei wurde und wir regelmäßig dort einfach Coverssongs eingeprobt haben, war uns das auf Dauer auch zu fad. Wir haben dann begonnen eigene Songs zu spielen und von dem Moment an Begann unsere Geschichte.

Gibt’s Details zu eurem ersten Auftritt?

Wir haben in den Anfängen der Band im Jugendzentrum STUWE in Linz geprobt. Dort wurden dann öfters Konzertabende veranstaltet und da haben wir das erste mal gespielt. Das war eine tolle Sache, denn da hat jede Band Freunde eingeladen, die wiederum Freunde eingeladen haben und so weiter, deshalb war das auch immer gut besucht. Wir waren damals noch zu dritt, aber konnten mit Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang von Anfang an eine ziemliche Energie erzeugen und den Leuten hat's gefallen. Es gab also schon beim ersten Auftritt sehr nettes Feedback von allen die dort waren und das hat uns angespornt besser und professioneller zu werden.

Vier verschiedene Köpfe sind meist auch vier verschiedene Sturköpfe – wer trifft Entscheidungen bei euch? Seid ihr voll demokratisch oder gibt’s auch ab und zu einen größeren Streit?

Wir sind eine sehr demokratische Band. Vor allem bei diesem Album wurde alles so lange durch besprochen und so lange an Dingen gefeilt, bis jeder zur Gänze dahinterstehen konnte. Das war die Voraussetzung, denn wir glauben, dass es sehr wichtig ist, dass jeder nur dann das Beste geben kann, wenn er sich auch wohl fühlt und alle Meinungen respektiert werden. Es gab kleinere Streitigkeiten, die jedoch eher darauf zurückzuführen waren, dass wir wochenlang am gleichen Ort gelebt und gearbeitet haben und in so einem Fall eine gewisse Abwechslung beziehungsweise Pausen sehr wichtig sind. Die haben wir uns auch gegönnt und somit war das eigentlich kein nennenswertes Problem.

„I can’t believe it“ summt heute fast jeder und jede, der/die morgens bis abends FM4 hört. Die Lyrics sind melancholisch und oft etwas pessimistisch. Wie schätzt ihr eure Texte ein?

Die Texte haben sich schon sehr verändert seit den ersten EPs und somit auch seit 'I can't believe it'. Früher ging es mehr um's Erwachsen werden, weil uns das zu der Zeit einfach am meisten beschäftig hat. Das 2. Album handelt von den vielen Entscheidungen die wir treffen mussten, wo beispielsweise auch der Umzug nach Wien eine große Rolle spielte. Das neue Album geht den Dingen mehr auf den Grund und ist etwas spezifischer. Wir haben uns im Entstehungsprozess oft wie ein Lonesome Rider in einem Western gefühlt, der seinen Weg geht und sich von nichts und niemandem unterkriegen lässt. Wir haben uns zurückgezogen und alleine unser Ding durchgezogen. Das spiegelt sich ganz stark in den Texten wieder.

Habt ihr vor dem Auftritt ein Ritual? Von Adele zum Beispiel hört man von einem ganz besonderen „Kübel-Ritual“...

Jeder von uns geht nochmal in sich und bevor wir die Bühne entern gibt’s nochmal eine kräftige Gruppenumarmung und wir motivieren uns gegenseitig.

Was macht ihr außerhalb eurer Musikerkarriere, die bestimmt einen großen Teil eures Tages einnimmt? Wohin zieht euch das Leben sonst?

Wir studieren alle und das lässt sich ganz gut mit der Musik vereinen, weil man sich grundsätzlich alles gut einteilen kann. Es kann aber passieren, dass dann doch die stressige Prüfungszeit mit einer Tour zusammenfällt. Bisher haben wir es jedoch immer irgendwie geschafft, soweit zu planen, dass sich beides gut ausgeht. Trotzdem ist es manchmal kompliziert, zwischen den 2 Dingen zu switchen, da es doch sehr unterschiedliche Welten sind. Aber es ist auch wichtig, Abwechslung zu haben.

Wenn ich euch drei Wünsche als Band erfüllen könnte, welche würdet ihr formulieren?

Unser neues Album als Soundtrack für einen Western, das wär es. Und wenn wir schon dabei sind, würden wir auch gerne mal mit Tarantino einen Abend lang feiern. Es würd uns einfach interessieren, wie der so ist. Außerdem hätten wir gerne ein Leben lang gratis Nic Nacs, die Barbecue bitte.


Wenn’s soweit ist, nehmt mich gerne mit. Ich bedanke mit recht herzlich für das offene Gespräch. 


© The Beth Edges
In diesem Sinne - noch 2 Tage bis zum Gig in Krems - ich freu mich!

Zum Vorher-Anhören ist das Album auf iTunes zum Runterladen: http://bit.ly/TBEalbum


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