wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about

19.10.2014

Passagen mit Shirin Neshat

"speaker of my own people..."

Shirin Neshat und Shoja Azuri | Women without men | © Dennis Amith
Shirin Neshat und Shoja Azuri | Women without men | © Dennis Amith


Mit der Künstlerin und Filmemacherin Shirin Neshat kam ich am Weihnachtsabend 2012 in Kontakt. Als Geschenk lag der Film "Women without men" unter dem Baum bei dem Shirin Neshat für Regie und Drehbuch (mit Shoja Azuri) zuständig war. In ihren Ted-Talk über KünstlerInnen im Exil, spricht sie davon, dass sie den Film gemacht hat, um den Iran als - in den 1950er Jahren - säkularisierte Demokratie in Erinnerung zu behalten und die folgenschweren Eingriffe der amerikanischen und britischen Regierung in die iranische Welt zu begreifen. Außerdem spricht sie über die Iraner selbst, denen sie diese Zeit ebenso präsent machen will, wie demokratisch ihr Land war und welche Vorteile dies haben könnte. Sie polarisiert und fügt lose Teile zusammen. Shirin Neshat ist für mich eine der spannendsten weiblichen Künstlerinnen der zeitgenössischen Kunst.


Shirin Neshat lebt im Exil. Sie lehnt sich mit ihrer Kunst gegen Zensur, gegen Folter, gegen Gewalt im Iran auf, der sie entkommen konnte. Allerdings lebt sie mit der Bürde nicht bei ihrer Familie sein zu können. Sie prägt das Bild der muslimischen Frauen innerhalb und außerhalb des Irans durch ihre künstlerische - sei es filmische oder fotografische - Arbeit.

Every Iranian artist, in one form or another, is political. Politics have defined our lives.

Begonnen hat Shirin Neshats künstlerische Auseinandersetzung mit muslimischen Frauen durch ihre Erziehung in einem sehr offenen Haus. Die 1957 geborene Iranerin wurde von ihren Eltern gefördert und durfte in den USA Kunst studieren. Sie verlies den Iran 1975 und kehrte erst nach ihrem Studium, und somit auch nach der Iranischen Revolution wieder in ihre Heimat zurück. Unterdrückung und Islamisierung des Staates und v.a. der muslimischen Frauen waren eklatant, vielleicht auch der Auslöser für Shirin Neshat sich intensiv mit dem Bild der muslimischen Frau auseinanderzusetzen, dieses auch zu hinterfragen. Ihre Fotoserie "Women of Allah" beschreibt die Gegensätze des Irans vor und nach der Revolution, bei der Ayatollah Khomeini an die Macht kam. 
Ab den 1990er Jahren widmet sich die Fotografin auch der Film- und Videokunst, in denen auch die westliche Welt kritisch betrachtet wird.

"Soliloquy Series", 2000 © Shirin Neshat, Seite 124-125
"Soliloquy Series", 2000 © Shirin Neshat, Seite 124-125 | Federico Novaro

Mit "Passage", einer 2001 entstandenen Videoinstallation, ist die iranische Künstlerin während der GLOBART-Academy in der Kunsthalle Krems zu Gast. Ihr Werk ist in der Zentralen Halle zu sehen, sie selbst wird während der Eröffnung am 23. Oktober anwesend sein und einen Impulsvortrag zum Thema (un)sichtbar halten.


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