wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about

12.11.2013

Geschichte auf Beinen

Wir erleben dauernd Geschichten.


In der eigenen Stadt bewege ich mich meist wie mit Scheuklappen. Da schaue ich weder nach links, noch nach rechts, vergesse auf Gebäude zu achten und interessiere mich nur wenig für die tatsächliche Geschichte. Dabei birgt Krems wunderbare Anekdoten, die rein gar nichts mit Geschichte-Unterricht zu tun haben –leider wurden viele abgeschreckt und „Geschichte“ gilt als fad („Da hab ich nur Jahreszahlen auswendig gelernt“)


Während die Donautouristen an der Schiffstation Krems-Stein anlegen und dort durch die aufgestellten Geschichts-Tafeln spazieren können, sich da und dort eine kleine Geschichte zu Gemüte führen, kommt unser eins selten auf den Gedanken diese Tafeln tatsächlich durchzulesen. Dabei erhält man einen speziellen Einblick in kulturgeschichtliche Entwicklungen, die uns jetzt noch beschäftigen: Wie wurde die Wachau zu dem was sie jetzt ist? Was hat es mit der Venus von Willendorf auf sich? Welchen Beitrag hat Richard Löwenherz zur Aufwertung unserer Kulturlandschaft geleistet? Welchen Rang hat Krems z.B. in der Weinerzeugung? Und... ich höre schon auf.


Worauf will ich hinaus?

Ich schlage euch vor an die Lände zu gehen, wenn ihr etwas Neues über eure Stadt und ihre nähere Umgebung erfahren wollt. Oder etwas zu wiederholen, was ihr schon wisst. Stolz war ich auch, als Freunde aus Südafrika zu Besuch waren und ich einen kleinen geschichtlichen Einblick geben konnte, mit dem Erfolg, dass sie begeistert waren von den Geschichten, die Krems so bekannt machen.


Und weil ich euch nicht verdonnern will, habe ich einen kleinen Krems-relevanten Auszug aus den Tafeln vorbereitet:


http://www.flickr.com/lucietae

Krems UND Stein

Drei Städte wachsen zu einer Doppelstadt zusammen. Krems, 995 das erste Mal urkundlich genannt, Stein und die Vorstadt Und (inkl. Kapuzinerkloster). Die Story beginnt aber viel früher, in einer Zeit aus der wir auf keine Schriften zurückgreifen können... 2005 hob ein Team von Archäologen das Zwillingsgrab am Wachtberg aus, das ca. 30.000 Jahre alt sein soll. Darüber werde ich in Kürze ausführlich berichten – ein Ausflug auf den Wachtberg bahnt sich an!


Krems hat Rang und Namen

Unvorstellbar, aber wahr! Krems zählte zu den wichtigsten Städten an der Donau, die neben Wien, Passau und Regensburg, 1154 in der „Weltkarte“ des Gelehrten Al Idrisi genannt wurden.

Mit meiner Kollegin bau:kunst:geschichten, die Mittelalterexpertin und Niederösterreichliebhaberin ist, werde ich die mittelalterliche Siedlung beim Hohen Markt erforschen.


Auf und ab – 1700 bis heute

Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich im 16./17. Jahrhundert rasant, aufgrund der Gegenreformation (die Kremser waren vorwiegend Protestanten) und dem Druck der auf die Stadt ausgeübt wurde. Schuld war aber auch ein Großbrand, der verheerende Folgen hatte.
Da Krems-Stein (ab 1305 wurde die Verwaltung vereinheitlicht) der Rezession entkam, verdankt die Stadt auch ihrer Lage: Verkehrsknotenpunkt für Nord-Süd und Ost-West-Verkehr, sowie die Donau als wichtigen wirtschaftlichen Angelpunkt. Der Ausbau zum Schul- und Gerichtssitz bestärkte die Stadt und bis heute wird sie als Bildungszentrum in Niederösterreich gesehen.

Während des Nationalsozialismus von 1938-1945 wurde Krems zur Gau-Stadt erhoben. Dies hatte die Verfolgung und Vertreibung der jüdischen Bürger und Deportationen zur Folge. In der Justizanstalt Stein kam es zu einem Massaker an politischen Häftlingen und die Stadt wurde heftig bombardiert (s. Mauterner Brücke).


„Heute ist die Doppelstadt ein international anerkanntest Kultur- und Bildungszentrum. 1994, mit der Gründung der Donauuniversität, wurde Krems Universitätsstadt. Im Jahr darauf wurde die Kunstmeile Krems inkl. Kunsthalle eröffnet.“


Den Bildungsstatus hat Krems sich bis heute erhalten können, hinzu kam der starke Fokus auf die Kultur – ein Theater würde noch fehlen ... – und der Schwerpunkt als Verwaltungsmittelpunkt hat sich nach St. Pölten und Wien verlegt.



Wir sind Teil dieser Geschichten.



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