wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about

01.05.2014

Arbeitstag am Tag der Arbeit

Fokus Bangladesch: wo unsere Kleidung herkommt

"The Hands that sew your Shirt" im Kino im Kesselhaus


Sabina aus Siro Biro erzählt im Film "The Hands that sew your Shirt" von ihrer Arbeit, ihrem Leben in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch und der Liebe zu ihrer Familie. Dieses filmische Dokument unserer globalisierten Welt wird am Mittwoch, 7. Mai, 19.00 Uhr im Kino im Kesselhaus gezeigt
und im Folgenden mit CARE-Regisseur Thomas Haunschmid besprochen. 

© CARE Österreich
Die Organisation CARE bespricht mit dem Film keineswegs ein Einzelschicksal. Über 20 Millionen Bengalen, vorwiegend Frauen und deren Familien, sind von der Textilindustrie abhängig. Wir kaufen diese T-Shirts, die Mädchen wie Sabina für uns produzieren - zu einem Spot-Preis. Eins, zwei, drei - meins: für 4,99 gibt's ein neues Shirt in unserer Auswahl.  Die europäische Union ist Handelspartner Nummer 1.  Sabina selbst kann an einem Nähkurs teilnehmen, der ihr durch CARE ermöglicht wurde: "Als Hilfsarbeiterin verdiene ich 2.500 bis 3.000 Taka im Monat. Das sind rund 25 bis 30 Euro. Als Näherin bekomme ich 4.500 Taka, also ungefähr 45 Euro. Damit kann ich meine Familie viel besser unterstützen!"

Zu betrachten ist der Film vor dem Hintergrund der bekannten Ereignisse aus dem letzten Jahr:
Ich erinnere mich an erschreckende Bilder in den Medien von 2013: das Rana-Plaza-Gebäude stürzte am 24. April 2013 ein, während sich ca. 3000 ArbeiterInnen in der Fabrik aufhielten. Heute wissen wir den Grund, der hunderte Todesopfer gefordert hat: keine Naturkatastrophe, sondern grobe Fahrlässigkeit. Dass die Menschen aus der Textilbranche in und um Dhaka auf die Straße gehen und für ihre Rechte eintreten, ist nicht nur verständlich sondern gerechtfertigt. 

Nach dem Unfall wurde in Bangladesch erstmals gesetzlicher Mindestlohn für die ArbeiterInnen in den Textilfabriken erreicht. Dieser Sieg steht im krassen Kontrast zu den Möglichkeiten der Fabriksbetreiber: 
© CARE Österreich
"Die Kunden weigern sich mehr zu zahlen; nicht einmal 5 oder 10 Cent.", sagt Shohag, Betreiber einer Textilfabrik in Denier, Bangladesch, im ARD-Interview vom 24. April 2014. Die Verhandlungen mit westlichen Firmen laufen immer wieder auf Drohungen jener hinaus, einfach einen günstigere Partnerfabrik -z.B. in China- zu finden. Dort stimmt allerdings die Qualität nicht und die westlichen Firmen würden nach einem Jahr wieder zurückkommen: Shohag gibt selbst zu, dass seine Fabrik solch einen Verlust finanziell nicht überstehen würde.





"The Hands that sew your Shirt" baut nicht auf Mitleid und Schrecken auf, sondern bildet unser Bewusstsein welchen Lebensweg ein junges Mädchen in Bangladesch einschlägt, um ihre Familie und sich selbst zu ernähren. Außerdem setzt Thomas Haunschmid auf die Beobachtung des alltäglichen Lebens von Sabina und ihre täglichen Wege, ihre Eindrücke und ihre Freude mit anderen Frauen solidarisch einen Weg zur Besserung ihrer Situation zu erkämpfen. Durch Bildung, durch Freundschaft und durch das Wissen, dass Veränderung durch globale Transparenz möglich ist.

Für die Veranstaltung am Mittwoch, 7. Mai ab 19.00 verlose ich 1x2 Tickets. 
Der oder die erste, die sich via Email bei mir meldet, gewinnt zwei Eintrittskarten zum Film und anschließendem Gespräch mit Thomas Haunschmid. 

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